43 Prozent über dem Langzeitmittel: Grönlands Eisschild legt 525 Milliarden Tonnen zu

(C) Report24/KI

Grönland gilt den Klimaalarmisten seit Jahren als eines der wichtigsten Symbole für die angeblich immer schneller voranschreitende „Klimakatastrophe“. Doch die aktuellen Daten des dänischen Polar Portals passen wieder einmal schlecht zu den üblichen Horrorszenarien. Seit September hat der grönländische Eisschild an seiner Oberfläche netto rund 525 Milliarden Tonnen Masse hinzugewonnen – etwa 43 Prozent mehr als im langjährigen Mittel.

Während man aufgrund der jüngsten Hitzewellen und Trockenphasen auf dem europäischen Kontinent die übliche Leier vom angeblich „überhitzenden Planeten“ zu hören bekommt, spielt sich weiter nördlich ein komplett anderes Szenario ab. Denn Grönland erfreut sich einer deutlichen Zunahme der Eisschildmasse. Die aktuellen Zahlen stammen vom Polar Portal, das vom Dänischen Meteorologischen Institut (DMI), dem geologischen Dienst GEUS und der Technischen Universität Dänemarks betrieben wird. Am 30. August lag die sogenannte Oberflächenmassenbilanz bei 525,2 Gigatonnen. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Der Referenzwert für den Zeitraum von 1981 bis 2010 liegt bei rund 368 Gigatonnen. Damit steht die laufende Saison rund 43 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Das Polar Portal berechnet dabei, wie viel Masse durch Schnee hinzukommt und wie viel durch Schmelze, Abfluss und andere Prozesse an der Oberfläche verloren geht. Auch wieder gefrierendes Schmelzwasser wird berücksichtigt. Verluste durch kalbende Gletscher oder abschmelzende Gletscherzungen im Meer gehören hingegen zur gesamten Massenbilanz und sind in den 525 Milliarden Tonnen nicht enthalten. Interessant ist dabei allerdings vor allem der Verlauf dieses Jahres. Mitte Juni hatte die Oberflächenmassenbilanz bereits knapp 594 Gigatonnen erreicht. Während der sommerlichen Schmelzperiode ging die Masse erwartungsgemäß zurück, doch Ende August blieben immer noch mehr als 525 Gigatonnen übrig. Selbst nach dem Hochsommer liegt die Eismasse auf Grönland damit deutlich über dem langjährigen Mittel.

Report24 hatte bereits 2022 darauf hingewiesen, dass sich das arktische Eis keineswegs so entwickelt, wie es die dramatischen Prognosen der vorangegangenen Jahre erwarten ließen. Damals sorgte unter anderem ein ungewöhnlich hoher sommerlicher Massezuwachs auf Grönland für Aufmerksamkeit. Gleichzeitig lag auch die arktische Meereisbedeckung weit über dem Rekordtief von 2012. Nur wenige Wochen später erinnerten wir an jene Prognosen, wonach die Arktis bereits um 2013 im Sommer eisfrei sein könnte. Daraus wurde bekanntlich nichts. Auch mehr als ein Jahrzehnt später ist die Arktis nicht eisfrei. Das Klima ist eben erheblich komplexer, als es einfache Trendfortschreibungen aus Computermodellen glauben machen wollen.

Die neuen Grönland-Daten liefern ein weiteres Beispiel dafür. Sie beweisen nicht, dass das grönländische Inlandeis insgesamt in diesem Jahr gewachsen ist, zumal dafür die vollständige Massenbilanz einschließlich der Gletscherverluste abgewartet werden muss. Doch 525 Milliarden Tonnen Oberflächenzuwachs und ein Wert rund 43 Prozent über dem langjährigen Mittel sind auch keine Randnotiz.

Schmelzereignisse auf Grönland schaffen es regelmäßig mit dramatischen Schlagzeilen in die Mainstreammedien. Ein außergewöhnlich starkes Jahr beim Masseaufbau erhält dort erheblich weniger Aufmerksamkeit. Dabei zeigen gerade solche Schwankungen, warum Prognosen über die Entwicklung des Eisschildes mit Vorsicht zu genießen sind. Schon die Vergangenheit hat gezeigt, wie schnell angeblich sichere Vorhersagen von der Realität eingeholt werden.

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