Niederösterreich: 400.000 Euro Steuergeld für dreijährige Studie zum Spazierengehen

Symbolbild: KI

In Niederösterreich soll nun erforscht werden, wie Senioren in Einkaufszentren herumspazieren: Ein damit geschaffenes Modell soll dann nicht nur zu körperlicher Aktivität anregen, sondern auch soziale Isolation verringern und das Wohlbefinden steigern. Die Kosten: 400.000 Euro.

Bis zum Jahr 2028 – also drei Jahre lang – haben die Forscher Dr. Marlene Kritz (Department für Wirtschaft und Gesundheit) sowie Univ.-Prof. Doris Behrens und Dr. Walter Hyll und ihre internationalen Partner von der Curtin University (Australien) und der University of Southern Denmark mit dem Projekt ShopFit eine Beschäftigung: Die Studie Mall Walking für Senioren wird von der Donau-Universität Krems auch in der SCS in Vösendorf durchgeführt, das Projekt wird von der Gesellschaft für Forschungsförderung des Landes Niederösterreich (GFF) mit 400.000 Euro finanziert.

Dass diese nicht ganz so günstige Studie nun doch bekannter wird, ist auch der Social-Media-Plattform X zu verdanken: X-User hinterfragen aktuell, ob hier Steuergeld sinnvoll eingesetzt wird. Mall-Walking ist nämlich international längst erprobt und dokumentiert. Studien aus den USA und Australien zeigen seit Jahren, dass klimatisierte Einkaufszentren sichere, barrierefreie Orte für moderate Bewegung bieten. Dass Spazierengehen gesund ist und Isolation mindert, gilt ebenso als gesicherte Erkenntnis. Eine aufwendige, dreijährige Machbarkeitsstudie mit Peer-Leadern und Co-Design-Workshops in einem kommerziellen Shopping-Center wirkt vor diesem Hintergrund wie eine sehr teure Neuerfindung des Rades: 400.000 Euro für die Erläuterung der Frage, ob Senioren in der SCS laufen können und wollen – das erscheint doch etwas unverhältnismäßig.

Derartige Projekte passen perfekt in ein Muster, in dem öffentlich finanzierte Forschung mitunter eher den Eigenlogiken von Universitäten und Förderinstitutionen folgt als drängenden gesellschaftlichen Problemen. Erst kürzlich sorgte eine weitere Studie aus Österreich für viel Kritik: das mit 394.000 Euro vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Projekt der Akademie der bildenden Künste Wien zu „Mode und Rechtsextremismus“ (wir berichteten). Dort untersuchten Forscher, wie angeblich rechtsextreme Gruppen Mode wie Polohemden, Streetwear oder den „Old-Money“-Look übernehmen. Medienberichte – unter anderem in OE24 und dem Standard – thematisierten dann, dass Polos und Barbour-Jacken „mit rechten oder konservativen Milieus“ in Verbindung gebracht werden.

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