„Der gefährlichste Mann Deutschlands“: So nannte der Spiegel Ulrich Siegmund auf einem Titelblatt. Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nahm das mit Humor und unterschrieb die Ausgabe für seine Anhänger wie ein Popstar. Ein solches signiertes Exemplar ist nun für unfassbare 1.000 Euro auf eBay versteigert worden.
„Sie bieten auf ein original handsigniertes (keine Kopie oder Druck) Autogramm von Ulrich Siegmund auf Spiegel-Ausgabe“: 43 Gebote sammelte dieses eBay-Angebot eines Spiegel-Magazins mit dem „gefährlichsten Mann Deutschlands“ auf dem Titelblatt.
Am 18. August ging das unterschriebene Magazin für irrwitzige 1.010 Euro weg. Der Verkäufer hat diverse andere Autogrammkarten im Angebot und einige positive Bewertungen. Dass die Auktion manipuliert gewesen wäre, ist zumindest von außen nicht erkennbar.

Das Cover der Ausgabe hatte in den sozialen Netzen einen Shitstorm gegen den linken Spiegel ausgelöst. Chefredakteur Kurbjuweit versuchte sich an einer Rechtfertigung: Siegmunds Pläne für Sachsen-Anhalt wären ein „Anschlag auf die liberale Demokratie. Minderheiten würden das zuerst spüren.“ Das „Umgängliche“ und das „Extreme“ würden Siegmund „zu einem gefährlichen Mann, aktuell zum gefährlichsten Mann Deutschlands“ machen, zumindest „aus Sicht liberaler Demokraten“.
Wie „liberale Demokraten“ die Welt und die Menschen darin zu sehen haben, wird nun offenbar im Spiegel festgeschrieben. Ulrich Siegmund ließ sich nicht beirren: Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September nahm das Spiegel-Cover mit Humor und nutzte es fortan wie eine Autogrammkarte.
Danke @benungeskriptet für das tolle Gespräch und danke an alle, die es sich angeschaut haben.
— Ulrich Siegmund (@UlrichSiegmund) August 15, 2026
Wie versprochen hier das unterschriebene Exemplar vom „gefährlichsten Mann Deutschlands“. Es geht heute noch in die Post zu dir! pic.twitter.com/HE0eIhLeUq
Auch Siegmunds Anhänger nennen ihn jetzt sarkastisch den „gefährlichsten Mann Deutschlands“. Die Kampagne verfing also nicht: Eher wirkte sie wie eine unfreiwillige Werbemaßnahme, wie die eBay-Auktion zeigt. Der Streisand-Effekt lässt grüßen …





