Russland hat eine Reihe von Drohnenbasen entlang der Grenze zu Belarus und zur Ukraine errichtet. Die NATO-Pressestellen des Mainstreams basteln daraus ein Horrorszenario für das transatlantische Militärbündnis. Sind den verantwortlichen Redaktionen vielleicht ein paar wichtige Fakten und Umstände entgangen?
Vor einigen Tagen berichtete der britische „Telegraph“ davon, dass Satellitenbilder „geheime russische Drohnenbasen“ enthüllt hätten. Unter Berufung auf „europäische und US-amerikanische Geheimdienstvertreter“ (deren Aufgabe übrigens auch die Desinformation ist, nur zur Erinnerung) wird in dem Bericht behauptet, dass Russland „eine bewaffnete Provokation auf polnischem Boden“ plane. Raketen- und Drohnenangriffe auf kritische Infrastrukturen werden dabei genannt, „oder Angriffe unter falscher Flagge, die der Ukraine in die Schuhe geschoben werden sollen“.
Kurze Zeit später verfing sich dieser Bericht auch in den deutschsprachigen Mainstreammedien. Der Münchner Merkur beispielsweise titelt mit „Geheime Stützpunkte entdeckt: Putins Drohnen-Netz rückt an die NATO-Grenze“, die Welt schreibt „Russlands geheime Drohnenbasen liegen jetzt in Schlagdistanz zur NATO“ (und versteckt den Bericht hinter einer Paywall). Der Schweizer „Blick“ titelt schlicht: „Russland baut Drohnenbasen in NATO‑Reichweite“, während die österreichischen Zeitungen zumindest zum Zeitpunkt der Artikelerstellung offensichtlich noch nicht auf den Zug aufgesprungen sind. Abgesehen vom Standard-Journalisten Thomas Mayer, der ein Foto eines solchen Artikels mit dem Kommentar „Werden die extrem Rechten, die FPÖ, die AfD, aber auch die Altlinken und sonstigen Putinverharmloser nicht so gerne hören“ auf X teilte.
Werden die extrem Rechten, die FPÖ, die AfD, aber auch die Altlinken und sonstigen Putinverharmloser nicht so gerne hören pic.twitter.com/oz0mSVLMiT
— Thomas Mayer (@TomMayerEuropa) August 19, 2026
Doch schon ein Blick auf die vom Telegraph veröffentlichte Karte (siehe Tweet unten) zeigt, dass diese Drohnenbasen ganz offensichtlich im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gebaut wurden. Auch wenn die britische Zeitung die potentielle Reichweite in Bezug auf das NATO-Gebiet extra hervorgehoben hat, sind Headlines wie „Drohnen-Basen an der Grenze zur NATO?“ mehr als einfach nur irreführend – sie sind propagandistische Arbeit. Immerhin befinden sich diese nicht an der Grenze zu einem NATO-Staat (z.B. gibt es keine solchen Basen in der Nähe der baltischen Staaten), zumal weder Belarus noch die Ukraine Mitglied der transatlantischen Militärallianz sind.
‼️🇷🇺🇵🇱 — Russia Is Building a Network of Long-Range Drone Bases Near NATO Borders — The Telegraph
— Multipolar Report (@Multipolar_RPT) August 18, 2026
Russia has established at least 10 new drone bases along its borders with Ukraine and Belarus, according to an investigation by The Telegraph based on satellite imagery and leaked… pic.twitter.com/SLZ89zNrlZ
Propaganda statt Fakten
Man muss zudem keinen Doktor in Militärstrategie haben, um zu erkennen, dass die Anordnung dieser Drohnenabschussbasen auf die Ukraine ausgerichtet ist. Auch der Hinweis darauf, dass diese Basen „geheim“ seien, soll unterschwellig Bösartigkeit implizieren. Doch zur Erinnerung: Russland befindet sich mit der Ukraine im Krieg. Warum sollte Moskau also ein Interesse daran haben, die Standorte dieser Drohnenstützpunkte öffentlich zu verkünden?
Wieder einmal zeigt es sich, wie sehr der westliche Mainstream zusehends zu NATO-Pressestellen und zu Sprachrohren von westlichen Geheimdiensten degradiert. Ein sachliches, der weitestgehenden Objektivität verpflichtetes Medium hätte beispielsweise eine Headline wie „Ukraine-Krieg: Satellitenbilder zeigen russische Drohnenbasen in Grenznähe“ gewählt. Die potentielle Reichweite bis ins NATO-Gebiet würde dabei auch in einem Nebensatz noch Platz finden. Doch damit lassen sich die gewünschten Narrative, wonach Moskau den Westen ja angreifen wolle, nicht verbreiten. Die Menschen sollen in einem permanenten Angstzustand gehalten werden. Immerhin „darf“ die Ukraine den Krieg ja nicht verlieren, sonst fallen die EU und sämtliche andere „Kreditgeber“ ja um ihre zig Milliarden an Euro und Dollar für den korruptesten Staat Europas um.





