Trump über Ukraine: „Wir nehmen, was wir wollen“

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Donald Trump spricht offen aus, welchen Preis Washington für seine Unterstützung der Ukraine erwartet. Das Rohstoffabkommen mit Kiew bezeichnet der US-Präsident als hervorragendes Geschäft und behauptet, die Vereinigten Staaten könnten sich dort „so ziemlich alles nehmen, was wir wollen“. Juristisch mag das überzogen sein – politisch beschreibt es die amerikanische Linie jedoch ziemlich genau.

In einem Interview mit dem konservativen US-Sender „Real America’s Voice“ kam Trump auf den Rohstoffvertrag mit der Ukraine zu sprechen. Die Vereinigten Staaten hätten sich Zugang zu Seltenen Erden gesichert, erklärte er. „Wir können dort jederzeit hineingehen und uns so ziemlich alles nehmen, was wir wollen“, sagte der Präsident. Das Abkommen könne Amerika letztlich mehr als 300 Milliarden Dollar einbringen. Für Trump ist die Sache damit klar: Washington hat Kiew nicht jahrelang mit Waffen und Milliarden unterstützt, um anschließend mit leeren Händen dazustehen.

Militärhilfe war nie ein Geschenk

Der Ton ist grob, doch die dahinterstehende Haltung ist nicht neu. Großmächte verteilen weder Waffen noch Milliarden aus Nächstenliebe. Die Vereinigten Staaten haben die Ukraine militärisch, finanziell und politisch gestützt, weil das Land für ihre eigene Strategie gegenüber Russland wichtig ist. Unter Trump kommt nun ein weiterer Punkt offen hinzu: Die geleistete Unterstützung soll sich wirtschaftlich auszahlen. Das im April 2025 unterzeichnete Abkommen schafft dafür die Grundlage. Die Ukraine behält formal das Eigentum an ihren Bodenschätzen und entscheidet weiterhin über Förderrechte und Lizenzen.

Washington darf also nicht einfach Bergwerke besetzen oder Rohstoffe ohne Gegenleistung abtransportieren. Trumps Behauptung, man könne sich nehmen, was man wolle, steht so nicht im Vertrag. Dieses Papier verschafft den USA trotzdem weitreichende Vorteile. Ein gemeinsamer Wiederaufbaufonds soll an den Einnahmen aus neuen Rohstoffprojekten beteiligt werden. Dabei geht es nicht nur um Seltene Erden, sondern auch um Lithium, Titan, Uran, Graphit, Nickel, Kupfer, Öl und Gas. Gerade jene Vorkommen, die für Rüstung, Batterien, Energieversorgung und moderne Industrie entscheidend sind, stehen im Zentrum des Abkommens.

Washington erhält den bevorzugten Zugriff

Die amerikanische Seite erhält bei neuen Projekten bevorzugte Verhandlungs- und Investitionsmöglichkeiten. Auch beim späteren Kauf geförderter Rohstoffe sollen US-Unternehmen zuerst zum Zug kommen können. Die Ukraine bleibt damit zwar offiziell Eigentümerin ihrer Ressourcen, doch Washington sitzt bei deren künftiger Erschließung fest mit am Tisch. Auch weitere amerikanische Militärleistungen können als Beitrag zum gemeinsamen Fonds gewertet werden. Neue Waffen, Ausbildung oder andere Unterstützungsleistungen wären damit nicht bloß Hilfen, sondern Teil eines wirtschaftlichen Beteiligungsmodells.

Die USA liefern, die Ukraine öffnet dafür ihre künftigen Rohstoffprojekte. Das ist kein unmittelbarer Ausverkauf des Landes, aber ebenso wenig die selbstlose Unterstützung, als die der Krieg im Westen jahrelang dargestellt wurde. Trump macht daraus kein Geheimnis. Während sein Vorgänger Joe Biden die Ukraine-Hilfe vor allem mit hohlen Phrasen wie Demokratie, Freiheit und westlichen Werten begründete, spricht Trump über Erträge, Beteiligungen und Zugriffsrechte. Er behandelt Außenpolitik wie ein Geschäft und misst ihren Erfolg daran, was die Vereinigten Staaten dafür erhalten.

Europa zahlt, Amerika sichert sich Rechte

Für die Europäische Union ist die Angelegenheit besonders ernüchternd. Auch Brüssel und die europäischen Regierungen haben weit über hundert Milliarden Euro in die Ukraine gesteckt. Sie finanzieren den Staatshaushalt, liefern Waffen, tragen Flüchtlingskosten und sollen zusätzlich einen großen Teil des Wiederaufbaus übernehmen. Konkrete Zugriffsrechte auf ukrainische Rohstoffprojekte hat sich jedoch vor allem Washington gesichert. Die Europäer zahlen und reden über Solidarität. Die Amerikaner zahlen ebenfalls, lassen sich dafür aber wirtschaftliche Vorrechte vertraglich festschreiben. Trump sagt lediglich lauter als andere, worum es dabei geht.

Washington hat die wirtschaftlichen Folgen des Krieges längst in seine Rechnung aufgenommen, während die Europäer tatsächlich glauben, sie könnten Moskau irgendwann irgendwie (und auch nur, sofern die Ukraine gegen Russland „gewinnt“) quasi die Reparationszahlungen aufdrücken. Während die Europäer also alles auf eine Karte setzen, bleibt den Amerikanern selbst im ungünstigen Fall immer noch der Zugriff auf die natürlichen Ressourcen der Restukraine. Dies erklärt natürlich auch, weshalb die EU-Politiker weiterhin so aggressiv sind, während man in Washington dies eher gelassen sieht.

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