Professor warnt: Klimakatastrophen-Narrativ ist Waffe gegen die freie Marktwirtschaft

(C) Report24/KI

Vor zwanzig Jahren machte Al Gore aus Klimamodellen ein moralisches Tribunal über Industrie, Wohlstand und individuelle Freiheit. Der kanadische Psychologieprofessor Jordan B. Peterson warnt nun: Das Klimakatastrophen-Narrativ dient der politischen Linken als Hebel, um Marktwirtschaft, billige Energie und private Entscheidungen unter staatliche Kontrolle zu stellen. Die Bilanz aus Billionenausgaben, gescheiterten Untergangsprognosen und systematisch ausgeblendeten Gegenbefunden gibt seiner Anklage erhebliches Gewicht.

Jordan B. Peterson ist klinischer Psychologe und emeritierter Professor der Universität Toronto. In einem am 31. Juli veröffentlichten Gastbeitrag für den britischen „Telegraph“ rechnet er mit zwanzig Jahren Klima-Apokalyptik ab. Seine zentrale These: Aus wissenschaftlichen Beobachtungen wurde eine linksradikale Glaubenslehre geformt, die den industriellen Kapitalismus nicht verbessern, sondern überwinden soll. Das was wir derzeit erleben, ist schlussendlich nichts weiter als linksgrüner Klimasozialismus.

Aus Forschung wurde eine Glaubenslehre

Peterson setzt den entscheidenden Wendepunkt im Jahr 2006 an. Damals brachte der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore seine Dokumentation „An Inconvenient Truth“ in die Kinos. Der Film machte aus komplexen, auf unzureichenden Daten beruhenden Klimamodellen eine emotionale Untergangserzählung: schmelzende Eismassen, versinkende Städte, sterbende Ökosysteme und die angeblich unmittelbar bevorstehende Katastrophe. Aus einer wissenschaftlichen Debatte wurde ein moralischer Kreuzzug, in dem Zweifler als Ketzer, Häretiker und Feinde der Menschheit behandelt wurden.

Schon 2007 stellte der britische High Court neun konkrete Fehler in Gores Film fest und verlangte erläuternde Hinweise, bevor er Schülern gezeigt werden durfte. Richter Michael Burton bestritt nicht den Treibhauseffekt, wohl aber die einseitige und apokalyptische Aufbereitung des Materials. Unter anderem hatte Gore einen Meeresspiegelanstieg von bis zu 20 Fuß (ca. 6 Meter) in „naher Zukunft“ an die Wand gemalt, obwohl solche Veränderungen selbst nach damaliger Einschätzung über sehr lange Zeiträume zu betrachten waren.

Das politische Erfolgsrezept war dennoch gefunden. Wer eine permanente planetare Notlage ausruft, kann nahezu jeden staatlichen Eingriff rechtfertigen. Was die Bürger fahren, wie sie heizen, was sie essen, wie oft sie fliegen und auf welche Temperatur sie ihre Wohnung kühlen oder heizen, wird plötzlich zur Angelegenheit von Ministerien, Behörden und supranationalen Organisationen.

Die Klimarettung greift bis ins Wohnzimmer

Wie weit dieser Zugriff inzwischen reicht, zeigt die absurde Debatte um Klimaanlagen. In Großbritannien mussten Hauseigentümer bereits installierte Geräte auf behördliche Anordnung wieder entfernen, wenn diese gegen irgendwelche Planungs- oder Umweltvorschriften verstießen. Ein landesweites Verbot existiert nicht – doch der Staat entscheidet zunehmend darüber, ob und wie sich Bürger in den eigenen vier Wänden Kühlung verschaffen dürfen. Selbst die britische Regierung sah sich im Juni zu der Klarstellung gezwungen, Klimaanlagen seien grundsätzlich nicht verboten.

Im Brüsseler Hauptquartier der Europäischen Kommission wurde während der Juni-Hitzewelle die Kühlung auf den Etagen eins bis sieben abgeschaltet. Die oberen Stockwerke, in denen die Präsidentin und zahlreiche Kommissare residieren, blieben davon Berichten zufolge weitgehend verschont. Unten schwitzen die Bediensteten, oben bleibt die politische Führung angenehm temperiert – eine beinahe perfekte Miniaturausgabe der europäischen Klimapolitik.

New Yorks sozialistischer Bürgermeister Zohran Mamdani forderte Unternehmen und Bürger während einer Hitzewelle auf, ihre Klimaanlagen auf 78 Grad Fahrenheit – rund 26 Grad Celsius – einzustellen und möglichst viele elektrische Geräte abzuschalten. Gleichzeitig verwies die Stadt aus gesundheitlichen Gründen auf Klimaanlagen und öffentliche Kühlzentren. Derselbe Staat, der einerseits den Gebrauch künstlicher Kühlung empfiehlt, bestimmt zugleich, wie stark überhaupt gekühlt werden soll.

Billionen für den großen Umbau

Die finanzielle Dimension des grünen Großprojekts ist gewaltig. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur sollen 2026 weltweit rund 2,2 Billionen Dollar in sogenannte saubere Energien fließen. Das ist beinahe doppelt so viel wie die Investitionen in fossile Energie. Für ihren globalen Netto-Null-Pfad hatte die IEA eine weitere massive Steigerung auf rund vier Billionen Dollar pro Jahr bis 2030 verlangt.

Peterson beziffert die seit dem Erscheinen von Gores Film aufgelaufenen Ausgaben für die Energiewende auf zehn bis 15 Billionen Dollar. Jeder davon ausgegebene Dollar stand für andere Zwecke nicht mehr zur Verfügung: für Wasserinfrastruktur, medizinische Versorgung, verlässliche Stromnetze, Armutsbekämpfung oder tatsächlich wirksamen Umweltschutz. Milliarden über Milliarden werden für unsinnige Maßnahmen verbrannt, ohne tatsächlich etwas zu bewirken. Fossile Brennstoffe werden nämlich auch in 50 Jahren noch eine tragende Rolle bei der globalen Energieversorgung spielen.

Doch ebendiese Opportunitätskosten verschwinden aus ideologischen Gründen aus der öffentlichen Debatte. Die grüne Transformation wird behandelt, als besäße sie weder einen Preis noch Verlierer. Doch die Rechnung landet bei Stromkunden, Steuerzahlern, Industriearbeitern und mittelständischen Betrieben. Eine moralische Selbstgewissheit ersetzt die Kosten-Nutzen-Rechnung. Oder anders ausgedrückt: Die Netto-Null-Agenda muss um jeden Preis durchgedrückt werden – koste es, was es wolle.

Die unbequeme Wahrheit vom grüneren Planeten

Peterson verweist zudem auf einen Befund, der kaum in die Erzählung vom unmittelbar bevorstehenden ökologischen Zusammenbruch passt. Eine von der NASA geleitete Untersuchung von Satellitendaten aus den Jahren 1982 bis 2015 kam zu dem Ergebnis, dass zwischen einem Viertel und der Hälfte der bewachsenen Landflächen deutlich grüner geworden waren. Die zusätzliche Blattfläche entsprach ungefähr der doppelten Fläche der kontinentalen Vereinigten Staaten.

Nach der Modellanalyse der Forscher ging rund 70 Prozent dieses Begrünungseffekts auf die düngende Wirkung des gestiegenen CO2-Gehalts zurück. Pflanzen benötigen Kohlendioxid für die Photosynthese; bei höheren Konzentrationen können viele Arten effizienter wachsen und ihren Wasserverlust reduzieren.
Auch der angekündigte globale Zusammenbruch der Landwirtschaft ist ausgeblieben. Nach den jüngsten Zahlen der Welternährungsorganisation stieg die weltweite Getreideproduktion allein zwischen 2010 und 2024 um 27 Prozent auf 3,1 Milliarden Tonnen – hauptsächlich aufgrund höherer Erträge. Moderne Anbaumethoden, Bewässerung, Züchtung, Düngung und Mechanisierung tragen den größten Teil dieses Fortschritts – und ebenso das CO2, welches auch in Gewächshäusern für größere Ernteerträge sorgt. Doch die behauptete, unausweichliche Ernte-Apokalypse ist in diesen Zahlen nicht zu finden.

Treue Report24-Leser wissen, dass wir seit Jahren über solche Entwicklungen, wissenschaftliche Befunde und ebenso über die negativen Auswirkungen der linksgrün-globalistischen Netto-Null-Politik auf Menschen und Wirtschaft berichten. Als Psychologieprofessor versteht Peterson auch die Mechanismen, die hinter dieser allgegenwärtigen Klima-Panikmache stecken – und kontert mit Zahlen, Daten und Fakten.

Die Ideologie stand vor dem Ergebnis fest

Petersons stärkster Punkt betrifft nicht Thermometer oder Satellitendaten, sondern die politische Verwertung des Klimathemas. Die Diagnose passt auffällig genau zu einem Programm, das die radikale Linke bereits vertrat, lange bevor CO2 zum alles beherrschenden Thema wurde: weniger Wachstum, weniger Industrie, öffentliche Kontrolle zentraler Wirtschaftsbereiche, Umverteilung zwischen Staaten und eine weitreichende Einschränkung privater Entscheidungen.

Naomi Klein formulierte diese Verbindung 2014 bereits im Titel ihres Buches „This Changes Everything: Capitalism vs. the Climate“. Ihre Botschaft war unmissverständlich: Eine marktwirtschaftliche Wachstumsordnung sei mit erfolgreicher Klimapolitik nicht vereinbar. Die behauptete Krise verlangt damit zufälligerweise genau jene sozialistische Therapie, die ihre Anhänger ohnehin verordnen wollten. Auch die völlige parteipolitische Polarisierung der Klimafrage lässt sich kaum noch übersehen. Laut einer Gallup-Umfrage vom März 2026 erklärten 72 Prozent der Demokraten, dass sie sich wegen des Klimawandels große Sorgen machen. Unter Republikanern waren es nur sechs Prozent.

Der linksgrün-globalistische Block hat in der Klimafrage die ideale Universalbegründung für seine ideologischen Zwangsmaßnahmen gefunden. Energiesteuern, Heizungszwänge, Fahrverbote, Ernährungsvorgaben, Deindustrialisierung und internationale Vermögensumverteilung lassen sich unter einem einzigen propagandistisch perfekt zu vermarktenden Etikett verkaufen: Rettung des Planeten. Wer widerspricht, diskutiert angeblich nicht über Kosten, Verhältnismäßigkeit oder Alternativen, sondern gefährdet die Zukunft der Menschheit.

Petersons Atomrechnung unterschätzt das Uranproblem

Als Gegenentwurf rechnet Peterson vor, was mit sieben oder acht Billionen Dollar hätte finanziert werden können. Bei angenommenen Baukosten von 5,5 Milliarden Dollar je Reaktor wären rechnerisch rund 1.400 neue Kernkraftwerke möglich gewesen. Unter Einbeziehung sinkender Stückkosten durch Serienfertigung kommt er sogar auf bis zu 11.000 Anlagen. Mit billigem Strom könnten nach seiner Vorstellung Industrie, Wasserentsalzung und Landwirtschaft weltweit ausgebaut werden. Diese Rechnung ist allerdings zu simpel. Der weltweite Uranbedarf der bestehenden Reaktorflotte lag 2025 bei rund 68.920 Tonnen, während die jährliche Minenproduktion etwa 60.000 Tonnen erreichte. Die Differenz wird durch Lagerbestände, wiederaufbereitetes Material und andere sekundäre Quellen geschlossen.

Bereits eine Verdreifachung der weltweiten Kernkraftkapazität auf 1.200 Gigawatt würde nach Berechnungen der World Nuclear Association rund 250.000 Tonnen Uran pro Jahr erfordern. Die primäre Förderung müsste sich damit mehr als vervierfachen. Neue Minen benötigen lange Genehmigungs-, Erschließungs- und Bauzeiten; zusätzlich müssten Konversion, Anreicherung und Brennelementfertigung massiv erweitert werden.

Peterson liegt deshalb strategisch richtiger als rechnerisch. Die Kernenergie bietet nämlich (so wie auch Kohle- und Gaskraftwerke) einen verlässlichen, wetterunabhängigen und vergleichsweise flächensparenden Strom. Tausende neue Reaktoren lassen sich jedoch nicht allein durch das Fortschreiben einer Lernkurve aus dem Boden stampfen. Ohne Uranförderung, Fachkräfte, Anreicherungskapazitäten, Netze und industrielle Lieferketten bleibt auch die nukleare Vision eine Modellrechnung.

Die Klimafrage ist eine Machtfrage

Peterson trifft den Kern dort, wo er wissenschaftliche Beobachtung und politische Forderungen voneinander trennt. Selbst ein möglicher messbarer menschlicher Einfluss auf Temperaturen begründet weder Sozialismus noch Deindustrialisierung, Degrowth, globale Umverteilung oder die Kontrolle privater Lebensführung. Das sind politische Entscheidungen und keine Naturgesetze. Die linksgrün-globalistische Bewegung verkauft ihr altes Programm jedoch als physikalische Notwendigkeit.

Der Bürger soll glauben, höhere Steuern, schlechtere Mobilität, teurere Energie und sinkender Wohlstand seien keine von Politikern gewählten Maßnahmen, sondern alternativlose Befehle des Weltklimas. Die Wissenschaft misst und erklärt, die Politik entscheidet. Doch wenn man nur jene wissenschaftlichen Untersuchungen zulässt, die auch nur die politisch gewünschten Daten erbracht haben, kann von echter Wissenschaft keine Rede sein. Dann ist auch die sogenannte Wissenschaft nur Befehlsempfänger der Mächtigen.

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