Das größte Stromnetz der USA schlägt Alarm: Zum dritten Mal in Folge fehlen gigantische Erzeugungskapazitäten, um die Versorgungssicherheit für die Zukunft zu garantieren. Während Rechenzentren für Künstliche Intelligenz wie Pilze aus dem Boden schießen, zeigt sich immer deutlicher, dass die Energiewende-Utopie an der Realität scheitert. Denn solche KI-Datenzentren lassen sich nicht mit unzuverlässigem, wetterabhängigem Flatterstrom betreiben.
Das größte Stromnetz der Vereinigten Staaten, betrieben von PJM Interconnection, schlittert sehenden Auges in eine massive Versorgungskrise. Zum dritten Mal in Folge ist es dem regionalen Netzbetreiber, der rund 67 Millionen Menschen in 13 US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington D.C. versorgt, nicht gelungen, im Rahmen seiner jährlichen Kapazitätsauktion ausreichend vertragliche Zusagen für die zukünftige Stromversorgung zu sichern. Für das im Juni 2028 beginnende Lieferjahr klafft eine gewaltige Lücke von exakt 6.831 Megawatt (rund 6,8 Gigawatt) an gesicherter Leistung, die zwingend notwendig wäre, um die Netzstabilität auch bei extremen Verbrauchsspitzen zu garantieren. Dieses dramatische Defizit entspricht in etwa der Dauerleistung von fast sieben herkömmlichen Kernkraftwerken. Als Haupttreiber dieser rasanten Entwicklung gilt der extreme, historisch einmalige Boom gigantischer Rechenzentren, der durch den weltweiten Hype um Künstliche Intelligenz und Cloud-Anwendungen befeuert wird.
Diese bedrohliche Unterdeckung entlarvt die ideologischen Träumereien der sogenannten Energiewende auf brutalste Weise. Hochmoderne Rechenzentren für KI-Anwendungen, die rund um die Uhr gigantische Datenmengen verarbeiten, benötigen eine absolut steuerbare, hochgradig verlässliche und unterbrechungsfreie Grundlastversorgung. Solche empfindlichen, hochkritischen Infrastrukturen lassen sich unter keinen Umständen mit unzuverlässigem, wetterabhängigem Flatterstrom aus Wind- und Solaranlagen betreiben. Weht kein Wind und scheint keine Sonne, bricht die Erzeugung zusammen. Ein modernes Rechenzentrum verträgt jedoch keine sekundenlangen Schwankungen, geschweige denn stunden- oder tagelange Flauten.
PJM Capacity Auction results for 28-29 are out
— Aniruddh Mohan (@aniruddh_mohan) July 14, 2026
Hits the political price cap for the 3rd (!!) year in a row Short of reliability requirement 2nd year in a row
– Auction ~6.8 GW UCAP short of RTO reliability requirement
– 14.4% Installed Reserve Margin (IRM) vs target 20%
-… pic.twitter.com/ydq8QjxfY4
Der naive Versuch, die rasant wachsende Tech-Infrastruktur auf die sprunghafte Stromerzeugung durch Wind und Sonne auszurichten, ist physikalisch unmöglich und führt direkt in die chronische Instabilität des gesamten Netzes. Die Technologiegiganten wissen das längst und suchen im Hintergrund händeringend nach echten, grundlastfähigen Alternativen. Sogar die Finanzierung eigener Kernkraftwerke und die Sicherung langfristiger Stromlieferverträge mit Atomkraftbetreibern werden bereits diskutiert, um sich so die benötigte Energiezufuhr ganz ohne Marktpreisschwankungen zu sichern.
Die Verzweiflung der Netzplaner spiegelt sich auch in massiven regulatorischen Eingriffen wider. Um die ohnehin schon schwer gebeutelten Endverbraucher vor unbezahlbaren Rechnungen zu schützen, hatte die zuständige US-Regulierungsbehörde FERC eine künstliche Preisobergrenze von 325 US-Dollar pro Megawatt-Tag genehmigt. Doch dieser drastische Eingriff ist ein zweischneidiges Schwert und offenbart das klassische Versagen planwirtschaftlicher Eingriffe.
PJM Capacity Auction Procures 138,318 MW of Generation Resources as Work Continues To Address Growing Electricity Demand https://t.co/FA76wWlAli pic.twitter.com/JVKPzYps1j
— PJM Interconnection (@pjminterconnect) July 14, 2026
Durch die Deckelung wird das wichtigste Signal des freien Marktes komplett ausgehebelt: der Preis. Ohne diese künstliche Bremse wäre der Marktpreis im Rahmen der Auktion flächendeckend auf astronomische 554,72 Dollar pro Megawatt-Tag geschossen, in hochbelasteten Ballungsräumen wie dem Chicagoer Umland (COMED LDA) sogar auf unfassbare 776,69 Dollar. Das entspricht einer Preissteigerung von bis zu 139 Prozent, die eins zu eins bei den Bürgern gelandet wäre.
Zwar schützt der Deckel die Haushalte scheinbar vor dem Schock auf der monatlichen Stromrechnung, doch die Quittung folgt prompt auf dem Fuße. Durch die künstlich gedrückten Erlöse fehlt privaten Investoren und Energieproduzenten jeglicher wirtschaftlicher Anreiz, neue, hochmoderne und dringend benötigte Kraftwerke zu errichten. Warum sollte ein Investor Milliarden in den Bau sicherer Kraftwerkskapazitäten stecken, wenn ihm der Staat den gewinnbringenden Ertrag gesetzlich limitiert? Das Ergebnis ist eine chronische Investitionsstarre, welche die Versorgungslücke in den kommenden Jahren nur noch weiter vergrößern wird. Schon jetzt sind die Auszahlungen an die Erzeuger mit rekordverdächtigen 16,4 Milliarden Dollar auf einem historischen Höchststand angelangt – ein klarer Beweis dafür, wie extrem teuer die Verwaltung des Mangels bereits geworden ist.
Largest US power Grid Misses Power Target; PJM is Short the Equivalent of Seven Nuclear Reactors pic.twitter.com/1iHXZhG5XE
— matthew sigel, recovering CFA (@matthew_sigel) July 14, 2026
Dass das Zeitalter des fossilen und nuklearen Rückzugs angesichts dieser Realitäten beendet ist, dämmert immer mehr Experten. Progressive Technologieunternehmen im Bereich der zivilen Kernkraft stehen bereits in den Startlöchern. Entwickler von fortschrittlichen Mikro- und Kleinreaktoren (SMRs) wie Nano Nuclear oder Oklo warten sehnsüchtig auf die behördliche Freigabe, um ihre hochgradig verlässlichen, emissionsfreien und vor allem grundlastfähigen Energiequellen direkt an das Netz oder direkt neben den riesigen Rechenzentren zu installieren. Nur diese dezentrale, ununterbrochene Stromerzeugung aus Kernenergie ist physikalisch in der Lage, den unersättlichen Energiehunger der künstlichen Intelligenz verlässlich zu stillen, ohne das öffentliche Stromnetz der Bevölkerung zu gefährden und regelmäßige Blackouts zu riskieren.
Wie extrem die Situation bereits heute ist, zeigte eine heftige Hitzewelle zu Beginn dieses Sommers. Das PJM-Netz stieß dabei an seine absoluten Belastungsgrenzen und schrammte nur haarscharf an großflächigen Abschaltungen vorbei, da der Strombedarf Rekordmarken erreichte, die seit über zwei Jahrzehnten Bestand hatten. PJM-Chef David Mills bezeichnete die aktuelle Schieflage zwischen explodierender Nachfrage und stagnierendem Angebot unumwunden als „unhaltbar“. Die Preise für PJM-Strom schossen allein im ersten Quartal dieses Jahres um sage und schreibe 76 Prozent in die Höhe.
[NUCLEAR BASELOAD] – Amazon, Google, Microsoft, Oracle, Meta etc, are lining up nuclear power contracts to power their growing number of data centres that have an uptime of 99.999% , known as “5 Nines”. Downtime is limited to 5 minutes per year. That’s called BASELOAD –@IEA pic.twitter.com/fILWADTdof
— Jacob Maroga (@jacob_maroga) March 10, 2025
Um die unmittelbar drohende Katastrophe abzuwenden, plant der Netzbetreiber nun für September eine behördlich genehmigte Notfall-Ausschreibung. Gleichzeitig wächst der politische Druck, die Tech-Giganten über Sonderabgaben direkt für die von ihnen verursachten Netzkosten heranzuziehen, anstatt die Zeche weiterhin den normalen Bürgern über deren monatliche Stromrechnung aufzubürden. Dies wird die Kosten für die Betreiber dieser Datenzentren jedoch deutlich in die Höhe treiben und schlussendlich auch an die Kunden weitergegeben.






