Plötzliche Kehrtwende: IEA-Chef fordert EU auf, Arktis-Bohrverbot zu kippen

(C) Report24/KI

Die ideologische Klimapolitik der Europäischen Union stößt spürbar an die Grenzen der Realität. Nun fordert ausgerechnet Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) – die sonst selten um Klima-Appelle verlegen ist -, das EU-Moratorium für Öl- und Gasbohrungen in der Arktis aufzuheben. Der Grund dafür ist die Angst vor dem totalen Energiekollaps in Europa.

Das im Jahr 2021 von der EU-Kommission verhängte Bohrverbot im Nordpolarmeer sollte eigentlich ein Leuchtturmprojekt des „European Green Deal“ sein. Doch die geopolitische Realität hat das Papierkonstrukt aus Brüssel längst schon überholt. Angesichts des anhaltenden Iran-Krieges, des Krieges in der Ukraine und der schwersten Störungen der weltweiten Öl- und Gasversorgung in der Geschichte steht Europa mit dem Rücken zur Wand.

Nun schlägt die Stunde Norwegens – dem mittlerweile wichtigsten Gaslieferanten des Kontinents. Das Nicht-EU-Mitglied lobbyiert schon seit Monaten in Brüssel, um die Blockadehaltung aufzugeben. Aus Oslo heißt es, Europa brauche dringend verlässliche Energiequellen außerhalb von akuten Konfliktzonen. Doch weil in weiten Teilen Europas der Klimawahn regiert, ist die „Dekarbonisierung“ wichtiger als die Versorgungs- und Energiesicherheit.

Nach einem Treffen mit dem norwegischen Finanzminister (und ehemaligen NATO-Generalsekretär) Jens Stoltenberg in Brüssel platzte IEA-Chef Fatih Birol nun öffentlich der Kragen. Gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg erklärte er unverblümt: „Ich unterstütze die Kommission darin, sich diese Frage sehr genau anzusehen, da sie für die europäische Energiesicherheit von extrem großer Bedeutung ist. Die Welt braucht jeden einzelnen Tropfen Öl aus Norwegen.“ Auch auf der Plattform X legte Birol nach und betonte, wie entscheidend Norwegen für die europäische Energiesicherheit sei, während die Staaten ihre Energiestrategien notgedrungen völlig neu überdenken müssen.

In den nördlichen Teilen der norwegischen Barentssee werden die größten verbleibenden Öl- und Gasreserven des Landes vermutet. Norwegen kritisiert das Brüsseler Verbot schon lange als realitätsfern. Finanzminister Stoltenberg machte deutlich, dass eine rein willkürliche geografische Linie, die die Arktis definiert, kein pauschales Verbot für die Rohstoffförderung begründen dürfe: „Natürlich gibt es Umweltbedenken, die wir berücksichtigen müssen. Aber zu sagen, es sollte überhaupt keine Öl- und Gasexploration in der Arktis geben, macht für Norwegen einfach keinen Sinn.“

Während die Energiekrise die Industrie und die Menschen in Europa weiter unter Druck setzt, versuchen sogenannte „grüne“ europäische Investoren weiterhin, Druck auf die EU-Kommission auszuüben, um an dem Moratorium festzuhalten. Der Fall zeigt einmal mehr das fundamentale Dilemma der EU-Eliten: Entweder man hält stur an den dogmatischen Klimazielen fest und riskiert den wirtschaftlichen Blackout, oder man akzeptiert die Realität und gibt die Bohrungen frei. Wenn nun selbst der Chef der IEA – die eigentlich den grünen Umbau forciert – die Freigabe „jedes einzelnen Tropfens Öl“ fordert, wird deutlich, wie kritisch die Lage eigentlich bereits ist.

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