Die schäumende Antifa konnte den AfD-Parteitag nicht verhindern. Am Samstag wurde der Bundesvorstand der Partei neu gewählt: Die ostdeutsche Präsenz wurde hier spürbar gefestigt. Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden als Vorsitzende bestätigt. Mit Blick auf die Landtagswahlen im Herbst geht Alice Weidel davon aus, dass auch die schwarz-rote Koalition auf Bundesebene noch stärker unter Druck geraten wird: Weidel richtet sich darauf ein, dass es 2027 zu Neuwahlen kommen wird.
Der folgende Artikel erschien zuerst im Deutschlandkurier:
Mit dem Singen der Nationalhymne endete am Sonntag (5. Juli) der zweitägige AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Die meisten der angereisten Gegendemonstranten hatten die Landeshauptstadt von Thüringen bereits am Vorabend wieder verlassen. Der am Samstag neu gewählte und deutlich verjüngte Bundesvorstand steht nach dem Eindruck von Beobachtern für Kontinuität bei gefestigter ostdeutscher Präsenz. Die im Amt bestätigte Bundessprecherin Alice Weidel rechnet mit vorgezogenen Neuwahlen zum Deutschen Bundestag.
Am zweiten Tag des AfD-Bundesparteitags auf der Erfurter Messe wurden im Wesentlichen Satzungsfragen sowie Details der Geschäftsordnung für Parteitage diskutiert. Zudem stand die Wahl von Ersatzrichtern für das parteiinterne Gericht an. Am ersten Tag waren die beiden Co-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt worden.
Welches Signal geht von Erfurt aus?
Die rund 600 Delegierten aus den 16 Landesverbänden haben einen neuen Bundesvorstand gewählt. Das Ergebnis zeigt: Die Partei setzt an ihrer Spitze auf personelle Kontinuität, öffnet sich aber gleichzeitig für die junge Generation. Die ostdeutschen Landesverbände behaupten mit sechs von 14 Vorstandsmitgliedern ihre starke innerparteiliche Stellung.
Der neue AfD-Bundesvorstand: Unser Team für Deutschland! pic.twitter.com/FBymResZ4M
— Alice Weidel (@Alice_Weidel) July 4, 2026
Die West-Ost-Doppelspitze bleibt bestehen. Tino Chrupalla bezeichnete die Doppelspitze mit Alice Weidel als „ein Erfolgsduo“. Zugleich betonte er, dass der neu gewählte Bundesvorstand an die Arbeit des bisherigen Vorstands anknüpfen müsse.
► Mit der Wahl von Katrin Ebner-Steiner, AfD-Fraktionschefin im Bayerischen Landtag, zur stellvertretenden Bundessprecherin, steigt eine weitere Frau in das 14-köpfige Führungsgremium auf.
Nach Einschätzung von Parteitags-Beobachtern bedeutet der neu gewählte AfD-Bundesvorstand personelle Kontinuität an der Spitze bei einer gleichzeitig deutlichen Verjüngung der zweiten Reihe und Stärkung des bisher schon einflussreichen ostdeutschen Flügels.
► Bemerkenswert ist vor allem die Öffnung der Parteispitze für den Nachwuchs: Mit Alexander Jungbluth, stellvertretender Bundesschatzmeister, Dennis Hohloch, Schriftführer sowie den Beisitzern Jean-Pascal Hohm, Maximilian Kneller und Micha Fehre gehören nunmehr fünf Nachwuchspolitiker dem 14-köpfigen Führungsgremium an. Vier von ihnen stammen aus den AfD-Jugendorganisationen „Junge Alternative“ (aufgelöst) und der neu gegründeten „Generation Deutschland“.
► Ein Zeichen setzt die Wahl von Stefan Möller zum stellvertretenden Bundessprecher. Stefan Möller gilt als enger Vertrauter von Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke und sitzt seit 2025 im Bundestag. Damit ist der Thüringer Landesverband auch nach dem Ausscheiden von Stefan Brandner weiterhin direkt in der Führungsspitze der Bundespartei vertreten.
Als eine Art „Gegengewicht“ fungiert Sven Tritschler (NRW), der als Vertrauter von Parteichefin Alice Weidel gilt. „Damit spiegelt der Vorstand die informelle Machtachse Weidel–Höcke wider, die die Partei derzeit prägt“, analysiert die „Ostdeutsche Allgemeine“.
► Bei der Wahl des Schatzmeisters setzte sich der Brandenburger Hannes Gnauck gegen den langjährigen Amtsinhaber Carsten Hütter aus Sachsen durch.
► Die zugleich europapolitische Verankerung der Partei machen zwei Personalien deutlich: Mit Marc Jongen, der als „Parteiphilosoph“ gilt, sowie dem stellvertretenden Bundesschatzmeister Alexander Jungbluth sitzen prominente Vertreter der Europafraktion mit am Vorstandstisch.
FAZIT: Die Ost-AfD festigt ihre strategische Stellung in der Parteiführung: Sechs der 14 Vorstandsmitglieder kommen aus ostdeutschen Landesverbänden – darunter Tino Chrupalla (Sachsen) , Stefan Möller (Thüringen) und Hannes Gnauck (Brandenburg). „Der neue Bundesvorstand kombiniert Kontinuität an der Spitze mit einer sichtbaren Verjüngung und einer weiter gestärkten Ost-Achse“, fasst die „Ostdeutsche Allgemeine“ zusammen.
Alice Weidel: AfD stellt sich auf Neuwahlen ein
Der neue Bundesvorstand dürfte gleich alle Hände voll zu tun bekommen. Seine Hauptaufgabe werde die Vorbereitung von vorgezogenen Neuwahlen zum Deutschen Bundestag sein, erklärte Bundessprecherin Alice Weidel am Rande des Parteitages. Sie geht davon aus, dass die schwarz-rote Chaos-Koalition nach den September-Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg Vorpommern und Berlin auseinanderbrechen wird und es 2027 zu Neuwahlen im Bund kommt.





