Am 4. Juli 1776 sagten sich dreizehn britische Kolonien von der Krone los. Sie rebellierten gegen Steuern ohne politische Vertretung und gegen eine ferne Macht, die sie ausplünderte. Zweieinhalb Jahrhunderte später feiert Amerika seinen Geburtstag. Doch vom einstigen Freiheitsversprechen ist angesichts eines hochverschuldeten, durchregulierten und von Zentralbankpolitik abhängigen Staates nicht mehr viel übrig. Die Briten wurden vertrieben – an ihre Stelle trat ein unreguliertes Zentralbanksystem, das die USA in einen hoch verschuldeten Staat verwandelt hat.
Die Gründungsgeschichte der Vereinigten Staaten wird gerne als heroischer Befreiungsschlag gegen das mächtigste Empire der Welt erzählt. Mutige Siedler, George Washington im eisigen Schnee und am Ende der Triumph der Freiheit. Diese Erzählung klammert jedoch das wesentliche Schlachtfeld aus: die Kontrolle über das Geld. Amerikas Geschichte ist von Beginn an ein erbitterter Kampf zwischen souveränen Bürgern und einer Finanzoligarchie, die an über die Geschicke des Landes bestimmen wollte. Es ist die Geschichte darüber, wie ein Land seine politische Unabhängigkeit errang, sich eherne Verfassungsrechte gab – und seine wirtschaftliche Freiheit am Ende der Notenpresse opferte.
Der „Continental“: Das erste große Fiat-Geld-Desaster
Die Revolutionäre von 1776 hatten ein massives Problem: Kriege kosten Geld, viel Geld. Da der Kontinentalkongress keine Steuern erheben konnte, griff er zum fatalsten aller Werkzeuge – er warf die Druckerpresse an. Der nicht durch Edelmetalle oder stabile Steuereinnahmen gedeckte „Continental Dollar“ wurde aus dem Nichts erschaffen, um Soldaten und Waffen zu bezahlen. Das Ergebnis war vorhersehbar. Zuerst finanzierte das Papiergeld den Krieg, dann fraß die unausweichlich kommende Inflation den Wohlstand der Bürger auf.
Binnen weniger Jahre verlor die Währung dramatisch an Wert. Anfang 1780 musste selbst der Kontinentalkongress eingestehen, dass sein Papiergeld praktisch wertlos geworden war. Der Spruch „Not worth a Continental“ (Nicht einen Continental wert) brannte sich in das amerikanische Gedächtnis ein. Die Gründerväter sahen mit eigenen Augen, wie ungedecktes Papiergeld (Fiat-Geld) Gesellschaften ruiniert. Genau deshalb legten sie in der Verfassung fest, dass die Bundesstaaten nur Gold- und Silbermünzen als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren durften. Eine wichtige Lektion, die das heutige Washington längst vergessen hat.
Zentralbanken: Das trojanische Pferd der jungen Republik
Alexander Hamilton, Amerikas erster Finanzminister, legte den Grundstein für das amerikanische Schuldensystem. Für ihn waren Staatsschulden ein Instrument, um die junge Nation zentralistisch zu steuern und die Interessen reicher Gläubiger an den Staat zu binden. Er setzte 1791 die „First Bank of the United States“ durch. Thomas Jefferson und James Madison erkannten die drohende Gefahr. Jefferson misstraute einer Konzentration finanzieller Macht zutiefst. Für ihn war eine Republik dann gefährdet, wenn Kredit, staatliche Privilegien und politische Einflussnahme in denselben Händen zusammenliefen. Eine dezentrale Bürgerrepublik stand hier im Kontrast zur Vision einer gigantischen Finanzmaschinerie, die den Staat zum Wohle der Finanzoligarchie auf Pump finanziert.

Dass diese Gefahr real war, bewies Präsident Andrew Jackson, als er in den 1830er Jahren gegen die „Second Bank of the United States“ in den Krieg zog. Jackson verweigerte der Bank die Verlängerung ihrer Lizenz, entzog ihr die Bundesmittel und warf den elitären Anteilseignern vor, das politische System zu korrumpieren. Präsident Jackson schaffte, was heute angesichts der horrenden Schuldensummen undenkbar ist: Er tilgte die amerikanische Staatsverschuldung bis auf den letzten Cent. Unter Jackson wurde die Bundesverschuldung 1835 tatsächlich vollständig getilgt – bis heute das einzige Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
1913: Der Putsch von Jekyll Island
Das Jahr 1913 markiert den eigentlichen Untergang der amerikanischen Finanzsouveränität. Nach geheimen Absprachen einflussreicher Politiker, Finanzexperten und Banker auf der Privatinsel Jekyll Island wurde der Grundstein für das spätere Federal-Reserve-System gelegt. Unter den Teilnehmern waren Senator Nelson Aldrich, der J.-P.-Morgan-Partner Henry Davison, National-City-Bank-Präsident Frank Vanderlip und der Bankier Paul Warburg. Die Teilnehmer hielten das Treffen bewusst geheim, weil ihre Nähe zur Wall Street politisch hochproblematisch gewesen wäre. So wurde das Federal Reserve System geboren – und damit kein staatliches Institut, sondern ein Kartell privater Bankinteressen, ausgestattet mit dem Privileg, das Geld der mächtigsten Nation der Erde aus dem Nichts zu schaffen.
Seit Gründung der Fed hat der US-Dollar rund 96 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Die Notenbank entpuppte sich als exakt jene Enteignungsmaschine, vor der Jefferson immer gewarnt hatte. Über die Inflation – die heimlichste aller Steuern – wird der Wohlstand vom einfachen Arbeiter und Sparer nach oben zum Staat und zur Finanzelite umverteilt. Report24 berichtete bereits über die katastrophalen Entwicklungen für die einfachen Menschen infolge der Aufgabe des Goldstandards.
Die Schuldenorgie der Gegenwart
Heute stehen die USA bei über 39 Billionen Dollar Staatsschulden. Eine Zahl, die jede menschliche Vorstellungskraft sprengt. Der Zinsendienst gehört inzwischen zu den größten Posten im US-Bundeshaushalt und bewegt sich in einer Größenordnung, die das Militärbudget erreicht oder in einzelnen Berechnungen bereits übersteigt. Das System ist mathematisch am Ende. Es wird nur noch durch immer neues, billiges Fed-Geld und die Abhängigkeit der Welt von Dollar-Beständen künstlich am Leben gehalten.
Ohne ein Fiat-Geldsystem, in dem Staaten sich dauerhaft über Anleihen finanzieren und Zentralbanken in Krisenzeiten die Liquidität des Systems absichern, wären die gigantischen Defizite, Rettungspakete und militärischen Dauerengagements der Gegenwart kaum in dieser Form finanzierbar. Die „Schuldenobergrenze“ in Washington ist ebenso lediglich zum regelmäßigen parteipolitischen Theaterspiel verkommen – sie wird ohnehin immer wieder angehoben, nachdem sich die beiden herrschenden Parteien auf entsprechende Kuhhandel geeinigt haben.
Der letzte Akt: Digitales Zentralbankgeld (CBDC)
Die Amerikaner haben ihre hart erkämpfte Freiheit und Unabhängigkeit Dank der gegen ihre Interessen handelnden Politiker gegen einen ungedeckten Schuldschein eingetauscht. Das einst auf Gold und Silber basierende Fundament der Republik wurde durch den Glauben an endlose Kreditlinien und die geopolitische Dominanz und Durchsetzungskraft durch das US-Militär ersetzt.
Doch das System wankt, und die Finanzeliten bereiten die nächste Stufe vor. Was 1913 mit der Fed begann, soll nun in digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) und digitalen Identitäten münden. Doch wenn das Geld der Bürger vollständig digitalisiert und an zentralbankliche Kontrollnetzwerke gekoppelt ist, gibt es kein Entkommen mehr aus dem Schuldgeldsystem. Dann entscheidet ein Algorithmus der Zentralbank, wo, was und ob wir überhaupt noch einkaufen dürfen.
Die Amerikaner von 1776 griffen zu den Waffen, weil ihnen ein ferner König Steuern Unmengen an Steuern auferlegte. Heute zwingen Zentralbanken und Regierungen der westlichen Welt ihren Bürgern eine Schuldenlast auf, die sie über Generationen versklavt. Vielleicht ist es an der Zeit, sich daran zu erinnern, wogegen die Gründerväter und die nach Souveränität strebenden Kolonisten einst wirklich angetreten sind.






