Tödliche Gewalt beim WM-Public-Viewing-Event in Kopenhagen (Dänemark): Der Schwede Christian Zedig (32), Polizist und Vater zweier Kinder, wurde von einem Zuwanderer attackiert und dabei mit Fußtritten gegen den Kopf tödlich verletzt. Der Tatverdächtige konnte ausgeforscht werden.
Von Richard Schmitt
Gewaltexzess in der Fußball-WM-Fanzone in Kopenhagen: Christian Zedig wurde am Dienstag in einer Bar in Kopenhagens Stadtteil Islands Brygge während des WM-Spiels Norwegen gegen die Elfenbeinküste plötzlich von mehreren Fans der afrikanischen Elf angegriffen. Der Polizist, der privat in Dänemark war, erlitt bei dieser Gewalttat schwere Kopfverletzungen.
Laut Zeugenberichten eskalierte die Situation kurz nach dem Siegestor für Norwegen. Eine Gruppe von acht jungen Männern, die als afrikanische oder ivorische Fans beschrieben werden, soll zunächst andere Zuschauer provoziert und auch geschlagen haben. Zedig versuchte offenbar, die Lage zu beruhigen, wurde jedoch selbst niedergeschlagen, dann traten die Tatverdächtigen weiter auf ihn ein.

Seine Ehefrau Emelie schrieb dazu auf Facebook: „Du hast dieses Spiel nie gesehen. Ein paar Stunden bevor es begann, war alle Freude verschwunden und unser Leben wurde in nur wenigen Sekunden auf den Kopf gestellt.“ Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Postings lag Christian Zedig noch schwer verletzt, aber lebend auf der Intensivstation. Emelie Zedig schrieb dann auch: „Bald werde ich dich verlassen müssen, für immer. Ich bin völlig am Boden zerstört und es tut so weh.“ Und: „Dein Leben endete, weil das jemand anderer so entschieden hat. Jemand anderer hat entschieden, dass unsere zwei Kinder ohne den besten Papa der Welt aufwachsen müssen.“
Zeugenbericht über exzessive Gewalt
Ein Zeuge der Tat berichtete gegenüber der dänischen Zeitung Ekstrabladet: „Der schwedische Fußballfan wurde von einer afrikanischen Gang zu Tode getrampelt. Eine Gruppe von sieben oder acht jungen Männern kam während des Spiels zu der Bar. Es war absolut klar, dass sie nur gekommen waren, um Ärger zu machen. Sie waren nicht da, um Fußball zu schauen.“
Die dänische Polizei hatte sofort nach der Tat nach dem Hauptverdächtigen gefahndet. Am Freitagvormittag stellte sich der Verdächtige selbst. „Der Festgenommene wird des Gewaltverbrechens verdächtigt und wird dem Gericht in Kopenhagen vorgeführt“, schrieb Kopenhagens Polizei in einer Pressemitteilung. Die Ermittlungen laufen weiter – „das Motiv sei noch unklar“, auch mögliche weitere Beteiligte könnten festgenommen werden.
Dänische Medien berichten, dass ein 31-Jähriger in Polizeigewahrsam sei. Er würde die Tat bestreiten. Laut TV2 hat der Mann eine Vorstrafe wegen versuchten Mordes mit einem Messer.

Auf Social-Media-Plattformen wurden zu dem Totschlag beim Public-Viewing zahlreiche Kommentare veröffentlicht. In einem Posting, das rasch 14.000 Likes erhielt, ist zu lesen: „Europa im Jahr 2026. Menschen können nicht einmal in Frieden die Weltmeisterschaft in ihren Heimatländern schauen. Wir müssen nicht so leben.“ Und es wird auch für Spenden für die Witwe und die beiden Kinder des Gewaltopfers aufgerufen.






