In Österreich hat sich ein System etabliert, Andersdenkende und die Opposition zu beschimpfen und zu denunzieren. Dies geschieht sowohl über weisungsgebundene Behörden als auch über die mit vielen Millionen Steuergeld bestochenen Medienhäuser. Aktuell läuft eine Kampagne gegen Windkraft-Gegner. Dazu hat man einmal mehr ausgerechnet die Sektenstelle mobilisiert. Die Kronenzeitung spielt unterwürfig mit und macht die mediale Begleitmusik – der Rest der Medienwelt wird folgen.
Analyse von Florian Machl
Windkraft ist ein riesiges Geschäft. Nicht, weil man mit der Stromerzeugung so gut verdienen könnte. Diese ist im Prinzip längst durch Kapazitäten und Bedarf gedeckelt, Österreich könnte sich am Papier längst völlig unabhängig mit Energie versorgen. In der Praxis geht das nicht, da bei zu starken Windphasen die Anlagen abgeschaltet werden müssen, bei normalem Wind oft schon zu viel Strom da ist und man sogar dafür bezahlen muss, um ihn loszuwerden – und ohne Wind stehen die Räder still. Strom kann nicht in dem Ausmaß gespeichert werden, das für die Versorgung eines Industrielandes nötig ist.
Das Geschäft mit der Windkraft ist ein anderes: die Herstellung, der Bau, die Vermietung oder der Verkauf der nötigen Flächen, die Instandhaltung. All das ist ein Milliardenbusiness. Hinzu kommen üppige Förderungen der öffentlichen Hand, beginnend mit Geld aus der EU, aus den jeweiligen Ländern und Bundesländern. Windkraft-Anlagenerrichter und -betreiber sitzen auf einem Goldesel, egal ob der Wind bläst. Aber nur, solange die Förderungen fließen. Danach sieht man weltweit gigantische Pleiten, die Windräder bleiben häufig als Ruinen stehen, da eine vollständige Entsorgung gar nicht möglich ist.
Milliardengeschäft und Spielwiese der Lobbyisten
Wo viel Geld im Spiel ist, ist Lobbyismus im Spiel – und die damit verbundenen Parteien, die mit parteinahen Betrieben, Versorgungsposten und Kickbackzahlungen aller Art gut beteiligt sind. Dieses Konzept hat sich vor allem in Österreich bewährt, es wurde auch zur Zeit der vorgeblichen Corona-Pandemie umgesetzt – man erinnere sich an Masken, Tests, Testcenter und dergleichen mehr. Auch bei der illegalen Massenmigration zeigte sich dasselbe Bild. Migranten wurden zur bloßen Handelsware, an denen man pro Kopf richtig gut verdiente – die großen „Hilfsorganisationen“ im Milliardenbereich.
In all diesen Beispielen ging man beinhart gegen Gegner vor – bis hin zur Kriminalisierung und Inhaftierung. Bei der illegalen Massenmigration werden Gegner gerne als Rassisten und Volksverhetzer bezeichnet und deswegen vor Gericht gebracht. Jegliche Gegenmeinung wurde als „herzlos und unmenschlich, rassistisch und rechtsextrem“ denunziert, eine sachliche Diskussion verunmöglicht. Zu Corona-Zeiten waren realistische Maßnahmenkritiker, die auf Basis von Wissenschaft und Physik argumentierten, eine große Gefahr – sie wurden als Lebensgefährder dargestellt, in Deutschland gab es fertige Pläne zur Inhaftierung und Psychiatrierung.
Staatliche Verfolgung der Opposition
Dieses Konzept versucht man jetzt auch bei der Windkraft anzuwenden. Windkraft wird – sachlich völlig falsch – als einzige Lösung dargestellt, um den Planeten vor dem sicheren Hitzetod zu retten. Wer dagegen in Opposition geht, muss natürlich wieder ein Lebensgefährder sein und staatlich verfolgt werden. Genau das wird jetzt über die Sektenstelle und eine Medienkampagne versucht.
Eine Kronenzeitungs-Redakteuse namens „Anna Kindlmann“ hätte angeblich aus eigenem Antrieb bei der Sektenstelle angefragt, weil sie über Windkraftproteste besorgt war. Klingt das glaubwürdig? Ist die Sektenstelle wirklich die erste Anlaufstelle, wenn man sich für die Gedankenwelt jener interessiert, die gegen Windkraft argumentieren? Sollte man sich nicht zunächst mit Umweltschutz, Entsorgungsfragen und möglichen Schäden für Mensch und Tier auseinandersetzen und dazu zumindest Wissenschaftler der jeweiligen Fachgebiete befragen?
Welche Expertise kann eine Sektenstelle bei Windkraft haben?
Und natürlich, die Sektenstelle fühlt sich rein zufällig berufen, in diesem Bereich Expertise zu haben und Auskunft zu geben. Und ausgerechnet dieses Paradebeispiel des Heckenschützenjournalismus führt den Untertitel „Geschäftsmodell“, der den Windkraft-Gegnern unterstellt wird. Es soll also suggeriert werden, dass nicht die Windkraft-Lobby das dicke Geschäft macht, sondern ausgerechnet die um ihre Heimat und ihre Gesundheit besorgten Bürger würden das aus finanziellen Interessen tun. Es ist so absurd, dass man damit unter Garantie das Gegenteil bewirken wird.
Wir haben also einen Artikel in der Kronenzeitung, der wie ein Volksschul-Aufsatz mit dem Satz „Alles begann im Jahr 2024 auf einer Blumenwiese in Tulln.“ beginnt. Praktischerweise findet sich via Google Adwords geschaltet direkt daneben ein Inserat der EnergieAG. Es ist anzunehmen, dass es nicht der einzige Energieversorger ist, der bei der Krone wirbt. Man will nicht so recht an Zufälle glauben.

Screenshot Krone Online, 16.6.2026, zum Zwecke der Berichterstattung incl. Werbung der Energie AG.
Sektenstelle vollständig der ÖVP unterworfen
Die Sektenstelle und deren vermeintliche Experten werden von Redakteuse Kindlmann in den siebten Himmel gelobt. Sie wäre „parteiunabhängig aktiv“. Was natürlich eine krasse Fehlinformation ist, die Stelle ist dem Bundeskanzleramt untergeordnet, erhält von dort ihr Budget und unterliegt ausdrücklich dessen Aufsicht. Der Geschäftsführer wird vom Bundeskanzler persönlich bestellt, auch der Stellvertreter muss vom Kanzler genehmigt werden. Somit erfüllt die Sektenstelle in der aktuellen Legislaturperiode faktisch die Anforderungen der Kanzlerpartei ÖVP.
Geschäftsführerin der Sektenstelle und häufig im ORF gesehenes Gesicht ist eine Frau Ulrike Schiesser, die ihren akademischen Grad im Fach Psychologie erworben hat. Inwiefern dieses zu fachlicher Auskunft zu Themen wie Covid-19 oder Windkraft befähigt, bleibt unklar, war der Kronenzeitung für ihren Artikel aber auch nicht besonders wichtig.
Stolz auf Diskriminierung Andersdenkender
Um in der Denkweise „einzig wahre Religion“ gegen „Ketzer und Sekten“ zu bleiben, betont Kindlmann in ihrem Artikel ganz besonders, dass man einer Bürgerinitiative in Hausleiten, Korneuburg, verwehrte, eine Informationsveranstaltung im Schloss Hausleiten durchzuführen. Kein Dialog, kein Gespräch, Verwehren von Informations- und Meinungsfreiheit – all das kennen wir aus Corona-Zeiten zur Genüge. Auch hier wurde redaktionell darauf verzichtet, bei der Gegenseite eine Stellungnahme einzuholen. Der Krone-Artikel beschreibt das angebliche Ziel der Sektenstelle wie folgt: „Ein genaues Auge habe man auf alle Vorfälle, bei denen Ansichten Familien entzweien – wie auch damals in der Pandemiezeit.“
Fazit der „Experten“ der „Sektenstelle“ in diesem Artikel: Windrad-Gegner wären „nicht als Sekte eingetragen“. Was diese Aussage genau aussagen soll, bleibt schleierhaft. Im Gegensatz zu Religionsgemeinschaften, tragen sich „Sekten“ nirgendwo ein. Und wenn eine staatliche „Sektenstelle“, die eigentlich für Religion zuständig ist, friedliche Vereine und Bürgerinitiativen als „Sekten“ registrieren würde, wäre bestenfalls ein weiteres Element eines totalitären Staates erfüllt. Aber: Die Sektenstelle weist auf ihrer Homepage selbst darauf hin, dass sie den Begriff „Sekte“ zur Charakterisierung von Gruppierungen grundsätzlich nicht verwendet, weil dieser als wertend oder diskriminierend angesehen werden kann. Die Errichtung oder Führung eines Sektenregisters ist zumindest öffentlich nicht dokumentiert.
Der Artikel in der Kronenzeitung ist ein Lehrstück dafür, wie Seilschaften und Lobbygruppen rund um die ÖVP mittels Stimmungsmache ihre wirtschaftlichen Interessen absichern. Mit Demokratie hat das nichts zu tun – und mit Journalismus schon gar nicht.
