Angriff auf den Petrodollar: Der Iran setzt auf den Petro-Yuan

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Die Straße von Hormus ist das wichtigste Nadelöhr der Weltwirtschaft. Während US‑Kriegs­schiffe dort mittlerweile Frachter eskortieren müssen, spielt sich im Hintergrund eine weitaus folgenschwerere Entwicklung ab. Das Mullah-Regime zielt auf das finanzielle Herz des Westens: den US-Dollar.

Hinter dem militärischen Säbelrasseln im Persischen Golf verbirgt sich ein knallharter geopolitischer Machtkampf um die Energiesicherheit der Welt. Die US-Dominanz in der Region bröckelt zusehends. Ein erstes deutliches Warnsignal: Die Vereinigten Arabischen Emirate, ein eigentlich zentraler US-Verbündeter, haben den Austritt aus der OPEC vollzogen – ein herber Schlag für das einflussreiche Öl-Kartell, welches bislang eine weitestgehend sichere Bank für Ölverkäufe auf Basis des US-Dollars war.

Doch die wahre Gefahr für den Westen kommt aus Teheran. Der Iran hat Pläne angekündigt, eine Maut für die Durchfahrt ausländischer Schiffe in der Straße von Hormus zu erheben – quasi als „Kriegsreparationen“. Werden diese Zölle tatsächlich durchgesetzt, könnte das dem Regime jährlich 40 bis 50 Milliarden Dollar in die Kassen spülen und die schmerzhaften US-Sanktionen deutlich abfedern. Der eigentliche strategische Clou der Mullahs: Sie verlangen die Zahlung in chinesischen Yuan. Berichten zufolge sind erste solcher Zahlungen von Schiffen auf dem Weg nach China, Indien und Japan bereits geflossen. Das iranische Parlament arbeitet derzeit daran, diese Praxis gesetzlich zu formalisieren. Auch Kryptowährungen werden bereits akzeptiert.

Die Wahl der chinesischen Währung basiert dabei auf mehreren Faktoren. Einerseits ist der Iran seit langer Zeit aus dem Dollar-System ausgeschlossen. Andererseits haben das Mullah-Regime und die kommunistische Führung in Peking ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit deutlich ausgebaut – und die Islamische Republik ist mittlerweile auch Mitglied der BRICS+. Eine Stärkung der chinesischen Position bei einer gleichzeitigen Schwächung jener der Amerikaner liegt zudem im Interesse des islamistischen Terror-Regimes in Teheran.

Damit attackiert der Iran jedoch auch gezielt das Petrodollar-System. Seit den 1970er Jahren – als Saudi-Arabien im Gegenzug für militärische Sicherheit zustimmte, sein Öl ausschließlich in Dollar zu handeln – ist dieses System einer der Garanten für die amerikanische Weltmacht. Es machte den Dollar zur absoluten Leitwährung, finanzierte US-Schulden und gab Washington einen enormen politischen Hebel. Wenn der Iran es nun schafft, den „Petro-Yuan“ als Alternative im globalen Energiehandel zu etablieren, bringt das auch einen Machtverlust für die USA mit sich.

Wirtschaftsexperten warnen vor einem radikalen Umbruch: Es droht ein zweigeteilter Ölmarkt (so wie Peking bereits mit der Goldbörse in Shanghai einen zweiten Goldmarkt etablierte). Willige Staaten zahlen ihre Maut bequem in Yuan und sichern billig die Durchfahrt. Andere Staaten müssen mit drastischen Preisaufschlägen rechnen. Selbst enge US-Verbündete wie Japan, Südkorea oder die Philippinen, deren Volkswirtschaften ohnehin unter Druck stehen, könnten sich aus reinem wirtschaftlichen Pragmatismus gezwungen sehen, in der chinesischen Währung zu zahlen. Damit treibt Teheran Asien direkt in die Arme Pekings.

Von einer kompletten Entmachtung des Dollars zu sprechen, mag heute noch verfrüht sein. Doch die Zeichen der Zeit sind eindeutig: Zum ersten Mal seit 1996 halten globale Zentralbanken in ihren Reserven wieder mehr Gold als US‑Staatsanleihen. Die mächtigen BRICS-Staaten (unter anderem China, Indien, Brasilien) haben ihre US-Bestände zuletzt gezielt abgebaut. Auch wachsen mittlerweile die globalen Yuan-Bestände bei den Währungsreserven – und bei den internationalen Zahlungen.

China baut sich – auch mit Hilfe des Irans und Russlands – ein auf Yuan basierendes Parallelsystem auf, welches die Umgehung des westlichen Finanzsystems erlaubt. Und es etabliert sich langsam aber sicher. Doch damit gewinnt ein Regime global an Macht, welches mit grundlegenden persönlichen Freiheiten ein enormes Problem hat.

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