Islamisten-Klub PSG mit „Glück“ wieder im Champions-League-Finale

Symbolbild: Freepik @luis_molinero

Zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen sicherten dem „französischen“ Verein den neuerlichen Finaleinzug. Böse Zungen sehen den Einfluss von Katars Millionen auf die UEFA am Werk. Jedenfalls ist der Erfolg ein neuerlicher Sieg für den Islamismus.

Von Eric Angerer

Spieler und Funktionäre des FC Bayern München waren nach dem Halbfinal-Rückspiel nicht gut zu sprechen auf den UEFA-Schiedsrichter Joao Pinheiro. Im spektakulären Hinspiel in Paris hatte man knapp 4:5 verloren. Das Rückspiel endete 1:1 und hätte mit anderen Entscheidungen des Referees anders verlaufen können.

Umstrittene Handspiele

Konkret ging es um zwei Handspielentscheidungen. Ein nicht gegebener Handelfmeter in Minute 31 konnte noch argumentiert werden. Der Ball war zwar im Strafraum an den abgespreizten Arm eines PSG-Spielers geknallt, aber von einem Mitspieler gekommen.

Eindeutig ist aber ein klares Handspiel des bereits mit Gelber Karte verwarnten Mendes in der 29. Minute, als er ein Dribbling von Konrad Laimer stoppte. Referee Pinheiro entschied aber auf Handspiel des ÖFB-Teamspielers kurz vor jener Aktion.

„Man hat eindeutig gesehen, dass der Ball bei Laimer an den Bauch, an den Oberschenkel, an die Hüfte ging. Dementsprechend hätte es in der Folge eine Gelb-Rote Karte für Mendes geben müssen. Das ist eine klare Fehlentscheidung“, sagte der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer als Experte des ZDF.

Auch Laimer selbst sagte: „Der Schiedsrichter pfeift mein Handspiel, als die Aktion von ihm schon passiert ist. Das habe ich schon im Spiel komisch gefunden. Es wäre schon ein sehr entscheidender Moment gewesen, wenn da ein Spieler nach 20 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz geht.“

Finale im Vorjahr

Im vergangenen Jahr hatte PSG schon das CL-Finale gewonnen. Es war sportlich eine klare Sache. Der finanziell überlegene französische Serienmeister PSG deklassierte Inter Mailand in München mit 5:0. Damals schon ein Erfolg für den Muslimbruderstaat Katar.

Mehr als überschattet wurde das Finale 2025 durch die „dritte Halbzeit“ – von brutalen Ausschreitungen und Plünderungen mit zwei Toten, etwa 200 Verletzten (darunter 22 Polizisten und sieben Feuerwehrmänner) und circa 560 Verhaftungen. Fast 700 Brände wurden gelegt, davon über 260 Fahrzeuge.

Nach den zur Verfügung stehenden Bildern und Videos waren daran vor allem Araber und Afrikaner beteiligt, wahrscheinlich eine Mischung aus „Fans“ des PSG und den üblichen „erlebnisorientierten“ muslimischen Jugendlichen aus den Vororten, die schon öfter den Bürgerkrieg mit dem französischen Staat geprobt haben.

Islam-Verein PSG

Bei den Fans vieler europäischer Fußballklubs überwiegen die indigenen Europäer stärker als in der Bevölkerung der jeweiligen Stadt. In Deutschland etwa beteiligen sich Türkischstämmige wenig an den Fanszenen der einheimischen Vereine, sondern fiebern mit den Klubs ihres Herkunftslandes mit. Ähnliches gilt für Österreich oder England.

Bei PSG dürfte das partiell anders sein. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Region Paris besonders stark islamisiert ist. Eine andere Ursache ist vermutlich auch der Charakter des PSG als DER Klub und DAS Aushängeschild des Golfemirats Katar.

PSG ist somit so etwas wie ein islamischer Verein in Frankreich, was eine spezielle Sympathie von Islambefolgern in Frankreich erklären dürfte. Und so hatten PSG-Fans schon während des Finalspiels 2025 im Stadion eine Palästina-Fahne und ein antiisraelisches Spruchband gezeigt.

Sponsor Katar

Katar ist über seine Qatar Foundation beziehungsweise seine Fluglinie an Sport-Sponsoring im großen Stil beteiligt. Das geht von Basketball über Motorsport bis zu Tennis, wo sogar der politisch bewusste und kritische Novak Djokovic seit 2024 als „Markenbotschafter“ von Qatar Airways herumläuft. Den Fokus legen die Kataris aber seit langem und klugerweise auf den Fußball.

Während die moderaten Vereinigten Arabischen Emirate über ihre Fluglinie Fly Emirates der Sponsor von Arsenal FC, Real Madrid, AC Milan, Olympique Lyon und anderen sind, spielt das den Muslimbrüdern nahestehende Katar eine noch wichtigere Rolle im internationalen Fußball-Business. Dazu gehört Sponsoring von Vereinen wie den Boca Juniors, dem FC Barcelona, bei Inter Mailand oder Bayern München (letzteres wurde nach Protesten der Fanszene beendet).

Und PSG wird eben von Katar über Qatar Sports Investment und den katarischen Präsidenten Nasser Ghanim Al-Khelaifi de facto kontrolliert. Seit dem Einstieg 2011 kauften die katarischen Geldgeber dem einstigen Durchschnittsklub PSG neue Spieler für insgesamt 2,3 Milliarden Euro.

Das CL-Finale 2025 „geriet für Katar aber nicht nur wegen des beeindruckenden 5:0-Sieges von PSG gegen Inter Mailand zum größtmöglichen Triumph. Sondern auch wegen eines Umstandes, den Hauptsponsor Qatar Airways in einer großspurigen Meldung auf der eigenen Website zuvor als ‚historisches Sponsoring-Triple‘ bezeichnet hatte. Erstmals in der Geschichte der Champions League finanzierte eine Firma beide Finalteilnehmer und auch noch den Wettbewerb selbst“.

Katars Rolle in UEFA und FIFA

Seit 2024 ist Qatar Airways Sponsor der Champions League. PSG-Präsident Al Khelaifi ist übrigens auch Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees sowie CEO der beIN Media Group, die in vielen Ländern die Übertragungsrechte an der Champions League hält. Und ebenfalls seit 2024 ist die katarische Fluglinie nicht mehr nur Sponsor des EM-Turniers, sondern jetzt auch offizieller Airline-Partner aller UEFA-Wettbewerbe für Herrennationalmannschaften.

Und Schiedsrichtern wird wohl bekannt sein, dass die Mächtigen in der UEFA sicherlich nichts gegen einen CL-Finaleinzug von PSG haben. Sie werden im Zweifel – bewusst oder unbewusst – wohl eher nicht gegen PSG entscheiden. Da müssen gar keine offenen Anweisungen oder Korruption im Spiel sein.

Bei der FIFA sieht es übrigens kaum anders aus: Qatar Airways ist offizieller Sponsor und die Fluggesellschaft stellt in diesem Rahmen auch mehrere Flugzeuge zur Verfügung. Katar war offizieller Sponsor der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2024, insbesondere durch seine Tourismusbehörde „Visit Qatar“ und die Fluggesellschaft Qatar Airways.

Dass Katar selbst die Fußball-WM 2022 zugesprochen bekommen hat, brachte seinen Einfluss im Sport-Geschäft symbolträchtig ins Rampenlicht. Bei der Vergabe sollen Korruption und Bestechung eine wichtige Rolle gespielt haben, vor allem über Mohamed bin Hammam, einen Freund des Emirs.

Katarischer Einfluss in Unis und Politik

Dass solche Methoden nicht auf den Sport beschränkt sind, zeigte sich im Fall Eva Kaili. Die sozialdemokratische Abgeordnete aus Griechenland war 2022 nach Katar gereist und hatte danach im EU-Parlament – pünktlich zu Beginn der umstrittenen WM in der Wüste – die Menschenrechtslage in Katar gelobt und das Land als „führend bei den Arbeitsrechten“ bezeichnet. Einige Wochen später hatten Ermittler in ihrer Wohnung Säcke mit 1,5 Millionen Euro Bargeld gefunden. Ihr Partner legte schließlich ein Teilgeständnis über Gelder aus Katar ab.

Viele Beobachter vermuten, dass dieser Fall nur die Spitze eines Eisberges ist, dass Katar durch Investitionen, Sponsoring und Bestechungen in immer mehr Institutionen des Westens Einfluss gewinnt – und damit auch ideologische und politische Macht.

In den USA soll Katar in den letzten 20 Jahren 94 Milliarden US-Dollar investiert haben, in Medien, in Lobbyarbeit im Kongress und ins Bildungssystem. Ein besonderes Beispiel dafür sind die US-Elite-Universitäten, die zuletzt durch pro-palästinensischen und antiisraelischen Extremismus aufgefallen sind.

Die Bild-Zeitung berichtete unter dem plakativen Titel „Was haben Elite-Unis und Terroristen gemeinsam? Den Sponsor!“, dass US-Unis allein von 2014 bis 2019 2,5 Milliarden Euro von Katar bekommen hätten.

Katar und die Muslimbruderschaft

Wenn sich Katar im Westen als Veranstalter einer Fußball-WM und als Betreiber einer Fluglinie als freundlicher Golfstaat präsentiert, sieht es hinter den Kulissen anders aus. Das Emirat ist politisch von den Muslimbrüdern kontrolliert, einer islamisch-extremistischen Strömung, die in der Zwischenkriegszeit in Ägypten entstand und mit dem italienischen Faschismus und dem deutschen Nationalsozialismus kooperierte.

Seit 50 Jahren sind die Muslimbrüder international aufgestellt und in der arabischen Welt und darüber hinaus ein echter Machtfaktor. An der Regierung sind ihre Gesinnungsgenossen in Katar, in der Türkei, mit den Taliban in Afghanistan und im Gazastreifen; in vielen anderen Ländern sind sie durch ihre Netzwerke ein wichtiger politischer Akteur.

Während sie in Saudi-Arabien als Gefahr für die alleinige Macht des Königshauses verstanden und teilweise auch bekämpft wurden, verbanden sich die Muslimbrüder in Katar erfolgreich mit der Herrscherfamilie Al-Thani. De facto ist die Bruderschaft in Katar die herrschende politische Kraft und das Emirat ein Staat der Muslimbrüder. Sie können die staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen für ihre internationale Agenda benutzen, und Katar ist ihr Hauptfinancier.

Und Katar ist zwar ein kleines Land mit nur 2,7 Millionen Einwohnern, aber mittlerweile ein wichtiger Player im globalen Kapitalismus. Das Emirat ist über seine Dachgesellschaft Qatar Investment Authority (QIA) an zahlreichen internationalen Großkonzernen beteiligt, etwa an VW (zu 14,6 Prozent), der Deutschen Bank, Credit Suisse, Total, Barclays, dem Flughafen Heathrow, der Reederei Hapag Lloyd, bei der russischen Ölgesellschaft Rosneft oder beim französischen Mischkonzern Lagardere. Weltweit hat QIA etwa 330 Milliarden US-Dollar angelegt und gehört damit zu den ganz großen Playern. (Siehe auch: Achse des Guten – Muslimbrüder, die Dachorganisation der Hamas).

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