83.279 Boots-Migranten seit Labour: Mehr als die gesamte reguläre British Army

(C) Report24/KI

83.279 Menschen sind seit Labours Regierungsübernahme im Juli 2024 mit kleinen Booten über den Ärmelkanal nach Großbritannien gekommen. Die reguläre British Army zählt gerade einmal 73.660 Soldaten. Am Mittwoch erreichten weitere 781 Boots-Migranten die britische Küste – so viele wie an keinem anderen Tag dieses Jahres. Und während Europas Außengrenzen inzwischen deutlich weniger illegale Zuwanderer verzeichnen als noch während großer Teile der letzten Tory-Jahre, läuft die Schlepperroute über den Ärmelkanal weiter.

„Smash the gangs“ lautete Labours Versprechen. Keir Starmer kündigte ein neues Border Security Command, hunderte zusätzliche Spezialermittler und Anti-Terror-Befugnisse gegen die Schleuserbanden an. 812 Tage nach der Regierungsübernahme stehen 83.279 Bootsankünfte auf der Rechnung. Zum Vergleich: Das britische Verteidigungsministerium weist zum 1. Juli 2026 nur 73.660 reguläre Army-Angehörige aus. Selbst unter Einbeziehung weiterer Personalkategorien bewegt sich die gesamte Army-Stärke nur in etwa auf dem Niveau der seit Labours Machtübernahme eingetroffenen Boots-Migranten. Viele davon junge Männer im wehrfähigen Alter.

Wie wenig diese Route unter Kontrolle ist, zeigte sich diese Woche erneut. Am Montag erreichte ein Migrantenboot die britische Küste, am Dienstag folgte das nächste. An beiden Tagen verzeichnet das Home Office jeweils eine sogenannte „uncontrolled landing“ – ein Boot gelangte also an Land, ohne vorher abgefangen worden zu sein. Am Mittwoch kamen dann 781 Menschen in zehn Booten über den Ärmelkanal. Neuer Tagesrekord für 2026.

Der Migrationsdruck nach Europa ließ nach – jener nach England nicht

Der konservative Schatten-Innenminister Chris Philp greift Labour deshalb mit dem Armee-Vergleich an. Seit dem Regierungswechsel sei eine Bevölkerung in Armeestärke über den Kanal gekommen. Sky News hält dagegen: In den letzten 812 Tagen der Tory-Regierung waren es rund 83.500 Bootsankünfte und damit sogar etwas mehr. Rein zahlenmäßig liegen beide Zeiträume zwar fast gleichauf. Die politischen und migrationsbezogenen Rahmenbedingungen unterschieden sich jedoch deutlich. Ein Umstand, den Sky News geflissentlich ignoriert hat.

2023 registrierte Frontex rund 380.000 irreguläre Übertritte an den EU-Außengrenzen – den höchsten Stand seit 2016. 2024 brach die Zahl um 38 Prozent auf gut 239.000 ein. Auf der zentralen Mittelmeerroute sank sie um 59 Prozent, auf der Westbalkanroute sogar um 78 Prozent. Ein erheblicher Teil der letzten 812 Tory-Tage fiel damit in eine Phase wesentlich höheren Migrationsdrucks auf Europa – und damit auch ins Vereinigte Königreich. Wer beide 812-Tage-Zahlen einfach blind nebeneinanderstellt, blendet diesen wichtigen Unterschied aus.

Frankreich schert sich nicht sonderlich darum

Großbritannien liegt zudem weder am Mittelmeer noch am Balkan. Vom britischen Überseegebiet Gibraltar abgesehen gibt es keine britische Grenze an den südlichen Migrationsrouten Europas. Vor Dover liegt Frankreich. Die Menschen, die von dort in Richtung England ablegen, befinden sich bereits auf dem europäischen Kontinent. Trotzdem entwickelte sich der Ärmelkanal zeitweise gegen den allgemeinen Trend: In den ersten fünf Monaten 2024 gingen die irregulären Übertritte an den EU-Außengrenzen insgesamt um 23 Prozent zurück, während die von Frontex erfassten Vorgänge auf der Channel-Route um 38 Prozent zunahmen. Die Franzosen dulden solche Migrantencamps an der Grenze offensichtlich, weil sie so keine Abschiebeverfahren eröffnen müssen. Das Problem erledigt sich durch die Überfahrten nach England ja quasi von selbst.

2026 fällt die Zahl der Bootsankünfte bislang deutlich niedriger aus. Bis zum 23. September kamen 18.565 Menschen über den Ärmelkanal, 42 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und das nur, weil die Europäische Union einerseits ihre Außengrenzen nicht effektiv schützt – und andererseits Paris in der Toleranz dieser Transitmigration auch eine Art Lösung des Problems zu sehen scheint. Dabei wäre eine generelle Null-Toleranz-Politik (wie es Australien einst vorgemacht hat) wohl die einzig sinnvolle Lösung. Für die EU‑Länder sowie auch für das Vereinigte Königreich selbst.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: