Schüler außer Kontrolle: Dänemark will Lehrern körperliches Eingreifen wieder erlauben

Ist in allzu bunten Schulen Unterricht noch ungestört möglich? Symbolbild: KI

In dänischen Klassenzimmern soll künftig wieder stärker durchgegriffen werden dürfen: Nach einem Bericht der französischen Zeitung „Le Monde“ will die Regierung in Kopenhagen Lehrkräften per Gesetz erlauben, störende oder aggressive Schüler unter klaren Voraussetzungen körperlich festzuhalten oder aus dem Raum zu bringen. Ziel ist die Wiederherstellung von Ruhe und Sicherheit an Schulen. Warum dieser Weg wohl wieder als notwendig empfunden wird?

Seit 1967 ist die Anwendung von Gewalt und körperlicher Bestrafung in dänischen Schulen verboten. Lehrkräfte durften bisher nur dann physisch eingreifen, wenn ein Schüler sich selbst, andere Personen oder Schuleigentum konkret gefährdete. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage an vielen Schulen jedoch verändert.

Laut einer vom Bildungsministerium veröffentlichten Studie kam es 2025 in 55 Prozent der Klassen mindestens einmal zu physischer Gewalt zwischen Schülern; drei Viertel der Grundschulklassen waren davon betroffen. Körperliche Übergriffe auf Lehrkräfte wurden in rund jeder fünften Klasse gemeldet. Mehr als ein Viertel der befragten Lehrkräfte berichtet von einer Zunahme aggressiven und störenden Verhaltens. Laut der Studie soll es angeblich keinen Zusammenhang zwischen der ethnischen Zugehörigkeit der Schüler und einem höheren Ausmaß an Gewalt geben. Es wird aber eingeräumt, dass Schulen ohne Gewalt in der Regel Schulen sind, in denen es weniger Kinder mit Eltern gibt, die entweder Einwanderer oder Nachkommen sind. Eltern mit schulpflichtigen Kindern wissen sowieso, von wem heutzutage ständig Konflikte und Gewalt ausgehen.

Die Lehrergewerkschaft Danmarks Lærerforening hatte aufgrund der Zustände seit längerem klarere rechtliche Befugnisse gefordert. Bildungsminister Magnus Heunicke (Sozialdemokraten) hat den Entwurf am 8. Oktober 2026 vorgestellt. Er soll voraussichtlich ab dem 27. August 2027 in Kraft treten – sofern das Parlament zustimmt.

Lehrkräfte sollen laut dem vorgeschlagenen Gesetz unter anderem dann physisch eingreifen können, wenn ein Schüler andere belästigt oder beleidigt oder den Unterricht massiv stört. Lehrern wäre es erlaubt, Schüler körperlich festzuhalten oder gegen ihren Willen aus dem Klassenzimmer zu bringen.

Es sind allerdings strenge Voraussetzungen vorgesehen: Festgelegt ist, dass physisches Eingreifen nur „in Ausnahmefällen“ erlaubt wäre und „niemals Pflege- und Aufklärungsmaßnahmen ersetzen“ darf. Darüber hinaus muss jede körperliche Intervention „so sanft und kurz wie möglich durchgeführt werden, unter den gegebenen Umständen und mit dem größten Respekt für die persönliche Integrität jedes Schülers“.

„Lehrkräfte dürfen nicht daran zweifeln, was sie machen dürfen, wenn eine Situation eskaliert. Und keine Lehrkraft sollte befürchten müssen, entlassen zu werden, weil sie in einer gewalttätigen Situation bei Bedarf eingegriffen hat.“ Das Gesetz solle Ruhe und Ordnung an Schulen wiederherstellen.

Der Vorstoß ist nicht unumstritten. Kinderschutzorganisationen und manche Pädagogen warnen vor dem Signal, das körperliches Eingreifen sende, und vor möglichen Eskalationen. In Deutschland etwa, wo der Schulalltag ähnlich problematisch ist, bleibt physisches Eingreifen durch Lehrkräfte eng auf Notwehr, Nothilfe und die Aufsichtspflicht begrenzt. Ironischerweise sind es oft Pädagogen und ähnliche Berufsgruppen, die der illegalen Massenmigration aus kulturfremden Ländern huldigen – und sich dann krankmelden, wenn sie selbst mit den Konsequenzen konfrontiert sind.

Der Entwurf benötigt noch die Zustimmung des dänischen Parlaments. Die sozialdemokratisch geführte Regierungskoalition verfügt nicht über eine eigene Mehrheit und ist auf Unterstützung weiterer Parteien angewiesen.

Ob die Reform die erhoffte Entlastung bringt, wird sich erst in der Praxis zeigen. Fest steht: Dänemark wagt damit einen Schritt, der sich vom Großteil Europas deutlich unterscheidet. Bisher ist körperliches Eingreifen in Schulen nur in England unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Die linke Politik kann sich auf die Schultern klopfen, dass nun über solche faktischen Rückschritte nachgedacht werden muss.

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