Osttirol droht neuer Windpark: Hauser kritisiert „Propaganda statt offener Bürgerdebatte“

Symbolbild: KI

Am gestrigen Mittwoch fand in Schlaiten, Osttirol, ein Infotag zu einem geplanten Windpark statt. In der Einladung hieß es seitens des Projektleiters: „Reden Sie mit anstatt über uns!“ Der Osttiroler EU-Abgeordnete Gerald Hauser (FPÖ) kritisiert allerdings, dass man sich bei der Veranstaltung keineswegs einer offenen Diskussion gestellt habe.

Die niederösterreichische Firma ImWind möchte einen Windpark im Gemeindegebiet von Schlaiten (Göriacher Wald) errichten. Die Gemeinde bewirbt das Projekt: „Neben verschiedenen Vorteilen für alle Gemeindebürger (garantierter günstiger Stromtarif auf Zeitraum von 20 Jahren oder Beteiligung über ein Nachrangdarlehen) gibt es auch zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für die Gemeinde in Form einer Infrastrukturabgabe.“

Weil die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch so entscheidend für die Realisierbarkeit sei, fand am gestrigen 1. Juli eine Informationsveranstaltung statt, bei der man sich „im Messestand-Format“ über den Windpark informieren konnte. „Reden Sie mit anstatt über uns!“, wird der Projektleiter von ImWind in der Einladung zitiert.

„Wer von Windkraft überzeugt ist, sollte sich einer offenen Diskussion stellen“, betont aktuell der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser, selbst aus Osttirol, in einem Statement. Das sei so auf der Veranstaltung jedoch nicht geschehen: Stattdessen sei lediglich ein Messebetrieb mit Einzelgesprächen organisiert worden. Hauser kritisiert: „Eine öffentliche Debatte über die massiven Kritikpunkte an der Windkraft wurde damit bewusst verhindert.“

Nach Ansicht Hausers hätten die Bürger Anspruch auf eine transparente Diskussion über alle Vor- und Nachteile der Windkraft: „Es gibt zahlreiche offene Fragen zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen durch Infraschall, zum Abrieb von Rotorblättern, zu Eingriffen in sensible Naturräume sowie zu den enormen Folgen für unser Landschaftsbild. Gerade darüber müsste öffentlich diskutiert werden, anstatt kritische Stimmen auszusperren.“

Die Pläne für Windkraftanlagen im alpinen Raum lehnt Hauser ab. Er gibt zu bedenken. „Unsere Berge sind ein unverwechselbares Naturerbe. Auf Osttirols Gipfel gehören Gipfelkreuze als Teil unserer Kultur und keine Windräder. Wer unsere Bergwelt mit bis über hundert Meter hohen Industrieanlagen verbaut, verschandelt eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft.“

Der freiheitliche Abgeordnete betont, dass Natur- und Landschaftsschutz nicht dem Ausbau der Windkraft geopfert werden dürften. „Wir müssen unsere Heimat, unsere Kultur und unsere einzigartige Natur erhalten. Osttirol darf nicht zum Experimentierfeld einer ideologisch getriebenen Energiepolitik werden.“ Abschließend kritisierte er mangelnde Mitsprachemöglichkeiten der Bürger: „Die Menschen erwarten Ehrlichkeit, Transparenz und eine echte Mitsprache und keine inszenierten Informationsveranstaltungen ohne offene Diskussion.“

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