„Ordnen sich einer lesbischen Frau unter“: Journalistisches Niveau-Limbo bei AfD-Pressekonferenz

Symbolbild: KI auf Basis von PK-Screenshot / YouTube

Nach den Landtagswahlen am Sonntag in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern traten die AfD-Politiker Alice Weidel, Tino Chrupalla, Kristin Brinker und Leif-Erik Holm vor die Presse, um die Wahlerfolge der eigenen Partei zu kommentieren. Mancher linke Journalist konnte sich davon „getriggert“ fühlen: Einer von ihnen schaffte es ironischerweise, mit einer besonders absurden Frage gleich noch mehr Wahlwerbung für die AfD zu produzieren.

Die AfD funktioniert als mediales Schreckgespenst nur durch eine lange Reihe von Unterstellungen: Neben der Behauptung, die Partei wäre generell gegen jede Form von Migration und Migranten und somit „rassistisch“, wird ihr mit Begeisterung vorgeworfen, radikal ein fixes Familien- oder Sexualitätsbild durchsetzen zu wollen und feindlich gegenüber Homosexualität eingestellt zu sein.

Journalist Tilo Jung glaubt offenbar so wacker an diese Narrative, dass er bei der Pressekonferenz am Montag die folgende Frage an Tino Chrupalla als sinnvoll erachtete:

Sie ordnen sich einer lesbischen Frau unter, die in der Schweiz lebt und ihrem Gesellschaftsmodell, ihrem Frauenbild nicht entspricht. Entspricht das dem Rollenverständnis eines deutschen rechten Mannes?

Hintergrund war, dass nur Alice Weidel für die Kanzlerkandidatur 2029 gehandelt werde – das wäre nach Jungs Logik also eine „Unterordnung“ Chrupallas unter eine „lesbische Frau“. Chrupalla und Weidel reagierten gleichermaßen irritiert und belustigt auf die Frage und ließen Jung vollständig auflaufen.

Der sogenannte Journalismus in Deutschland macht sich mit seinen stumpfen Provokationsversuchen ironischerweise mehr und mehr zum Wahlhelfer der AfD. Die Narrative einer „rassistischen“ und „homophoben“ Nazi-Partei zerfallen schon beim Blick auf die Parteispitze – und demontieren zeitgleich die Erzählung der angeblich ebenso rassistischen und homophoben Anhängerschaft, denn die Klientel, die die Sexualität und das Lebens- und Familienmodell von Alice Weidel konstant aufgreifen muss, sitzt links.

Der typische AfD-Wähler dagegen will schlichtweg eine vernünftige Politik, die sich an den Interessen der Bevölkerung orientiert. Ob die Politiker, die diese Politik durchsetzen, hetero- oder homosexuell sind, schert einen von den Altparteien verratenen Normalbürger mit Existenzsorgen herzlich wenig. Die Grenze zieht man da, wo Sexualität ins Kinderzimmer getragen werden soll. Welche politischen Kräfte das wollen, muss an dieser Stelle nicht erörtert werden. Die AfD ist es jedenfalls nicht.

Vor diesem Hintergrund kann man Personalien wie Jung durchaus dankbar sein: Sie arbeiten hart daran, die eigenen Gruselerzählungen über die AfD zu widerlegen. Das Niveau, auf dem man sich hier journalistisch bewegt, irritiert trotzdem – insbesondere vor dem Hintergrund der Probleme, mit denen Deutschland und seine Bevölkerung kämpfen.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: