Ausgerechnet im mehrheitlich moslemischen Aserbaidschan setzt die Regierung auf säkulare Kleidervorschriften an staatlichen Schulen. Schülerinnen mit Hidschab müssen an mehreren Schulen ihre Kopfbedeckung ablegen, auch Lehrerinnen trifft die neue Regelung. Doch der Widerstand eskaliert: 37 Festnahmen, ein angezündetes Auto und ein versuchter Brandanschlag auf eine Schule. Während Europas Islamolinke gegen Kopftuchverbote mobilisiert, verteidigt Baku seine säkulare Schulordnung inzwischen sogar gegen Kritik aus der Türkei.
Ein brennendes Auto vor einer Schule, versuchte Brandstiftung an einer anderen und wütende Proteste gegen die Schulverwaltung. In Aserbaidschans Hauptstadt Baku hat sich der Streit um das islamische Kopftuch gefährlich zugespitzt. Der Auslöser sind neue staatliche Kleidervorschriften, die mehrere Schulen als Hidschab-Verbot umsetzen. Mädchen müssen dort ohne islamische Kopfbedeckung zum Unterricht erscheinen. Auch Lehrerinnen bekommen die neuen Vorgaben zu spüren. Und das in einem Land, dessen Bevölkerung zu rund 96 Prozent aus Moslems besteht.
Am 12. Oktober meldete das aserbaidschanische Innenministerium 37 Festnahmen. Nach Angaben der Behörden hatten Beteiligte an den Protesten Schulpersonal bedrängt, Bildungseinrichtungen beschädigt und versucht, den Unterricht sowie den Straßenverkehr zu behindern. Im Bakuer Bezirk Garadagh wurde zudem das Auto eines Schuldirektors angezündet. Im Stadtteil Yasamal scheiterte ein versuchter Brandanschlag von radikalen Mohammedanern auf eine Schule. Bei diesen beiden Vorfällen wurde niemand verletzt. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen der Störung der öffentlichen Ordnung ein.
„Du kummsch hier ned rein“
— 🅲🅾🆇🆇 (@queru_lant) October 12, 2026
Aserbaidschan zieht das Kopftuchverbot für Lehrerinnen und Schülerinnen an den Schulen gnadenlos durch.
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Am 13. Oktober meldeten die Behörden zudem sechs Verdächtige im Zusammenhang mit dem versuchten Schulbrand. Darunter befinden sich fünf Schüler der zehnten und elften Klasse sowie ein bereits vorbestrafter Mann. Ob diese sechs Personen bereits zu den zuvor gemeldeten 37 Festgenommenen gehören, geht aus den bisherigen Mitteilungen nicht hervor.
Moslem-Regierung gegen Kopftücher an Schulen
Die Grundlage für den Konflikt schuf Premierminister Ali Asadov am 21. September mit einer Änderung der Schuluniformvorschriften. Kleidungsstücke, die das einheitliche Erscheinungsbild stören oder dem säkularen Charakter des staatlichen Bildungswesens widersprechen, sind seither untersagt. Am 6. Oktober folgten entsprechende Bekleidungsvorschriften für Lehrkräfte. Zwar taucht der Hidschab in den Verordnungen nicht ausdrücklich auf, doch mehrere Schulen legen sie verständlicherweise als Kopftuchverbot aus. Der Besuch einer staatlichen Schule bleibt den Mädchen grundsätzlich möglich. An den betroffenen Einrichtungen müssen sie allerdings ihr Kopftuch ablegen.
Die Abgeordnete Sevinj Fataliyeva verteidigt den säkularen Kurs mit dem Schutz der Kinder vor religiösem und gesellschaftlichem Druck. Ein Mädchen im Schulalter könne häufig noch gar nicht unterscheiden, ob es ein Kopftuch aus eigener Überzeugung trage oder weil Erwachsene diese Entscheidung für es getroffen hätten. Erst mit zunehmender Reife könne eine solche Wahl wirklich selbstbestimmt erfolgen. Die Schule müsse deshalb ein neutraler Raum bleiben, in dem die Kinder unabhängig von ihrer religiösen und sozialen Herkunft unterrichtet werden. Für erwachsene Frauen gelte dagegen das Recht auf freie religiöse Bekleidung.
Unterstützung erhält diese Argumentation vom Vorsitzenden des staatlichen Komitees für religiöse Angelegenheiten, Ramin Mammadov. Der Politiker betonte, dass die säkulare Staatsordnung keineswegs im Widerspruch zu religiösen Traditionen stehe. Vielmehr gewährleiste sie die Gleichheit aller Bürger unabhängig von ihrem Glauben. Die Trennung zwischen religiöser Überzeugung und staatlicher Ordnung gehört damit ausdrücklich zur politischen Linie der Regierung der ehemaligen Sowjetrepublik.
Europäische Islamolinke und Erdogans AKP auf einer Linie
Der Kopftuchstreit hat inzwischen sogar die Beziehungen zur Türkei belastet. Nach Protesten vor aserbaidschanischen Vertretungen in der Türkei und kritischen Äußerungen türkischer Politiker meldete sich am 13. Oktober die Regierungspartei „Neues Aserbaidschan“ zu Wort. Sie warf Vertretern der türkischen Regierungspartei AKP vor, sich in innere Angelegenheiten einzumischen. Fragen der Schuluniformen und religiösen Bekleidung seien Sache des souveränen Staates. Baku fordert von Ankara, diesen Grundsatz zu respektieren.
In Österreich bot die Islamolinke erst am 9. Oktober das Gegenprogramm: Sozialistische Jugend, Kommunisten und linke Lehrer gingen gegen das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren auf die Straße. Ausgerechnet die SPÖ hat dieses Gesetz selbst mitbeschlossen – während ihr eigener Parteinachwuchs dagegen mobilisiert. Die Regierung begründet das Verbot mit dem Schutz junger Mädchen vor religiösem Druck. Die linken Demonstranten sehen darin Diskriminierung und kämpfen für das Recht, das islamische Kopftuch auch in diesem Alter zu tragen.
Die Sowjets hatten der Religion grundsätzlich den Krieg erklärt und selbst in den moslemisch dominierten Teilrepubliken wie Aserbaidschan eine strikte Trennung von Staat und Religion durchgesetzt. Die Führung in Baku will zumindest an den Schulen dafür sorgen, dass radikale Ideologien keinen Platz haben. Doch die neue moderne (Islamo-) Linke in Europa ist bei ihrem Hass gegen das Religiöse selektiv. Während man Kreuze an Schulen bekämpft und den katholischen bzw. evangelischen Religionsunterricht durch einen Ethikunterricht ersetzen will, übt man sich in Sachen Islam in Rektalakrobatik.
Im kollektivistischen Wahn vergessen die Linken jedoch gerne darauf, dass die Mohammedaner nicht so viel von Frauenrechten und Homosexuellen halten – erstere müssen sich den Männern unterordnen, letztere werden schon mal an Baukränen erhängt. Jene, die früher die Freiheit von der Religion propagierten, plädieren heute für die Religionsfreiheit gerade für jenen Kult, der die totale Unterwerfung unter den Koran und die Scharia fordert. In Baku, wo selbst Moslems regieren, hat man das verstanden. Doch die linken Moslemversteher im Wertewesten glauben, es besser zu wissen.