Tulsi Gabbard verlässt den Posten als US-Geheimdienstdirektorin mit einem Donnerknall. An ihrem letzten Tag veröffentlichte sie neue Dokumente und interne Kommunikation zum Ursprung von Covid-19, zur Rolle Anthony Faucis und zu den von den USA finanzierten Forschungen am Wuhan Institute of Virology.
Es ist ein Abgang mit Knalleffekt, den Tulsi Gabbard, scheidende Direktorin der nationalen Nachrichtendienste der USA, nun hinlegte. Sie hat am 18. Juni neue Unterlagen zum Corona-Komplex freigegeben. In ihrer Presseaussendung erhebt sie schwere Vorwürfe gegen Anthony Fauci, den früheren Chef des National Institute of Allergy and Infectious Diseases. Fauci habe nicht nur US-Steuergelder in riskante Coronavirus-Forschung am Wuhan Institute of Virology gelenkt, sondern auch Einfluss auf die Einschätzungen der US-Geheimdienste genommen, um die Laborleck-These zu unterdrücken.
Today, on my final day as Director of National Intelligence, I’m releasing never-before-seen communications and documents exposing how Dr. Fauci provided millions in US taxpayer dollars to fund dangerous gain-of-function research at the Wuhan lab, worked with politicized elements… pic.twitter.com/ZMdliW4zyS
— DNI Tulsi Gabbard (@DNIGabbard) June 19, 2026
Damit setzt Gabbard eine Linie fort, die sie bereits mit der Veröffentlichung von Unterlagen zu US-finanzierten Biolaboren im Ausland eröffnet hatte. Report24 berichtete bereits darüber, dass Gabbard Akten zu mehr als 120 Biolaboren in über 30 Ländern freigegeben hatte. Doch nun geht es nicht mehr nur um ein weltweites Netzwerk von Forschungseinrichtungen zur Gain-of-Function-Forschung an gefährlichen Pathogenen, sondern direkt um die politische und wissenschaftliche Schaltstelle der US-Corona-Politik.
Gabbards neue Veröffentlichung trägt einen unmissverständlichen Titel „Fauci Funded Wuhan Lab Research That Sparked COVID“. Nach Darstellung des Office of the Director of National Intelligence soll Fauci vor der Pandemie Millionen US-Dollar an Steuergeldern für gefährliche Gain-of-Function-Forschungen an Fledermaus-Coronaviren am Wuhan Institute of Virology ermöglicht haben. Eben diese Forschung werde inzwischen von vielen als möglicher Ursprung des Laborlecks gesehen, der die Corona-Plandemie ausgelöst haben könnte, so Gabbard. Der entscheidende Punkt ist dabei nicht nur die Forschung selbst, sondern der anschließende Versuch, jede Debatte darüber politisch und medial abzuwürgen.
Laut Gabbard zeigen die freigegebenen Dokumente, wie Fauci mit politisierten Führungskreisen innerhalb der Geheimdienstgemeinschaft zusammengearbeitet habe, um die Wahrheit über seine Rolle, die Laborleck-Hypothese und die US-amerikanische Finanzierung riskanter Forschungen zu unterdrücken. Der Vorwurf geht damit weit über wissenschaftliche Fehleinschätzungen hinaus. Es geht um Manipulation von Geheimdienstbewertungen, um das Ausblenden abweichender Expertenstimmen und um ein System, in dem jene, die auf Widersprüche hinwiesen, einfach eingeschüchtert oder beruflich kaltgestellt wurden.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Fauci habe 2024 unter Eid vor dem Kongress gelogen. Damals wurde er gefragt, ob er mit FBI, CIA, DIA oder anderen US-Geheimdiensten über die Forschungen an Viren gesprochen habe – vor, während oder nach der Plandemie. Fauci wich den Fragen zunächst aus und erklärte schließlich, dass dies nach seinem Wissen nicht im Zusammenhang mit Covid-19 gestanden habe. Die nun veröffentlichten Unterlagen sollen laut ODNI genau diese Aussage widerlegen. Gabbard spricht deshalb offen von einer Falschaussage vor dem Kongress.
Das Bild, das die ODNI-Veröffentlichung zeichnet, ist das eines geschlossenen Kreislaufs. Fauci habe der Geheimdienstgemeinschaft ausgewählte, von NIAID finanzierte Wissenschaftler als Experten nahegelegt. Diese angeblichen Experten hätten wiederum die Einschätzungen der Dienste geprägt. Diese Einschätzungen seien anschließend öffentlich als angeblicher wissenschaftlicher Konsens verwendet worden, um die Laborleck-These zu diskreditieren. Mit anderen Worten: Der Apparat produzierte die Autorität, auf die er sich anschließend selbst berief.
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die berüchtigte „Proximal Origin“-Publikation, die in den ersten Monaten der Corona-Zeit immer wieder herangezogen wurde, um den Laborursprung als praktisch ausgeschlossen darzustellen. Kritiker sehen dieses Papier längst nicht mehr als neutrale wissenschaftliche Einschätzung, sondern als Teil einer frühen Kommunikationsstrategie, mit der die Debatte in eine gewünschte Richtung gelenkt werden sollte. Gabbards Veröffentlichung fügt diesem Bild nun eine geheimdienstliche Dimension hinzu: Nicht nur Medien und Wissenschaftsbetrieb, sondern auch Teile der Nachrichtendienste sollen in diese Erzählung eingebunden worden sein.
Noch explosiver wird der Vorgang durch die Aussagen angeblicher Whistleblower aus dem Geheimdienstapparat. Laut Gabbard berichteten mehrere Analysten, dass sie wegen abweichender Einschätzungen zum Corona-Ursprung unter Druck geraten seien. Wer damals die Laborleck-Hypothese ernst nahm, soll berufliche Nachteile riskiert haben. Ein Auftragnehmer sei nur wenige Tage nach seiner Kontaktaufnahme mit dem ODNI als Whistleblower entlassen worden. Andere Analysten hätten verstanden, dass ihre Karrierechancen davon abhingen, ob sie sich der gewünschten Linie beugten – oder auch nicht. Das ist der eigentliche Kern dieses Skandals.
Denn anstatt – wie es in einer Demokratie üblich sein sollte – verschiedenen Standpunkten und Thesen Gehör zu verschaffen, wurde jeglicher Dissens konsequent abgewürgt. Gabbard formuliert es in ihrer Presseaussendung entsprechend scharf. Nach Jahren der Lügen, Zensur und Vertuschung hätten die Amerikaner ein Recht auf Wahrheit, Transparenz und Rechenschaft. Die Methoden, die zur Verschleierung eingesetzt worden seien, entsprächen dem Drehbuch des „Deep State“: politisierte Funktionäre hätten eigenes Fehlverhalten gedeckt, Geheimdienstinformationen manipuliert, den Kongress belogen und einem gewählten Präsidenten wichtige Informationen vorenthalten.
Gabbard erklärte auf X, sie veröffentliche diese Dokumente an ihrem letzten Tag als Direktorin der nationalen Nachrichtendienste. Sie spricht von bisher nie gesehenen Unterlagen, die zeigen sollen, wie Fauci gefährliche Forschungsarbeiten in Wuhan finanziert, mit politisierten Teilen der Geheimdienstgemeinschaft die Laborleck-These unterdrückt und 2024 unter Eid gelogen habe. Der Ton ist nicht bürokratisch, sondern anklagend. Es klingt wie ein Schlussstrich – und zugleich wie der Auftakt zu weiteren Ermittlungen. Juristisch ist damit zwar noch nicht entschieden, ob Fauci tatsächlich belangt werden kann. Politisch aber hat sich der Wind auch dank der erneuten Präsidentschaft von Donald Trump längst gedreht.
