Deutsche sind nur zum Zahlen da: Neues Designerhotel wird zur Flüchtlingsunterkunft

Symbolbild: KI

Eigentlich war das neue Designerhotel als Hoffnungsträger für die Belebung des Harburger Binnenhafens gedacht, doch nun wurde bekannt: Das erst im Frühjahr neu eröffnete Hotel the niu Quay wird zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Diese Entscheidung der Hamburger Sozialbehörde stößt in Harburg auf massive Kritik.

Das the niu Quay im Harburger Binnenhafen steht gerade einmal ein paar Monate. Es wurde im Mai 2026 eröffnet, bietet 150 Zimmer und 20 Apartments und galt als Hoffnungsträger: Der Binnenhafen sollte endlich aus dem Dornröschenschlaf erwachen, mit dem Hotel als Magnet für zahlungskräftige Gäste – genau das war der Plan. Die ersten Hotelgäste waren bereits in den umliegenden Läden, Restaurants und Cafés unterwegs. Jetzt ist Schluss damit. Einer französischen Reisegruppe wurde kurzfristig die Buchung storniert. Zimmer sind nicht mehr buchbar.

Ab September wird es zur Flüchtlingsunterkunft. Rund 340 Ukrainer sollen dort einziehen. Die Sozialbehörde hat einen Vertrag mit der Hotelkette Holiday Inn geschlossen – dieser gilt zunächst bis Jahresende, allerdings mit der Option auf Verlängerung. Betreiber wird das städtische Sozialunternehmen Fördern & Wohnen sein. Für die Hotelkette dürfte sich der Vertrag lohnen. Zurzeit kostet ein Standardzimmer mit Doppelbett im niu Quay-Hotel 124 Euro. Die Stadt dürfte künftig deutlich höhere Mieten zahlen. Die Kasse klingelt also. Zahlesel ist letztlich einmal mehr der Steuerzahler.

Politiker von CDU und SPD in Harburg sind verärgert, da sie offenbar nicht vorab in die Entscheidung eingebunden wurden. Laut Hamburger Bezirksverwaltungsgesetz muss die Bezirksversammlung angehört werden, wenn eine öffentliche Unterbringung von Zuwanderern für den Bezirk von Bedeutung ist. Genau das ist hier der Fall. Doch niemand in Harburg wusste Bescheid. Eigentlich hatte die Sozialbehörde im Frühjahr 2026 angekündigt, sie wolle „grundsätzlich die Plätze kostenintensiver und nur temporär verfügbarer Standorte reduzieren“. Das gelte „insbesonders“ für Hotels, Interims- und Notstandorte. Und jetzt mietet sie ein brandneues Hotel an.

Die Sozialbehörde begründet den Schritt mit dem Abbau von Großunterkünften – mit der Schließung von drei Großunterkünften sollen 2026/27 rund 1.700 Plätze wegfallen. Investoren und lokale Unternehmer sprechen von einem „Skandal“ und einem Rückschlag für die Quartiersentwicklung.

Hier wird ein gerade eröffnetes Hotel, das ein ganzes Quartier mittragen sollte, für Migranten geopfert, und das, ohne den Bezirk auch nur anzuhören. Gute Politik ist das nicht, aber es ist bequem, teuer und gegenüber den Menschen in Harburg respektlos.

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