Chinas Solar-Blase platzt – und dank Brüssel hängen wir am Tropf der Kommunisten

(C) Report24/KI

Chinas staatlich aufgepumpte Solarindustrie versinkt immer tiefer in der Krise. Die Exportmengen schrumpfen, Zehntausende Arbeitsplätze verschwinden und die Hersteller schreiben trotz massiver Stellenstreichungen weiter Verluste. Nun will Peking auch noch Solartechnologien für den Export sperren oder strenger kontrollieren. Ausgerechnet Brüssel, das behauptete, Europa mit seiner grünen Energiewende unabhängiger zu machen, hat sich bei Solarmodulen in eine massive Abhängigkeit von der Volksrepublik manövriert.

Die Kommunisten in Peking ziehen die Daumenschrauben an. Am 16. Oktober veröffentlichten das chinesische Handelsministerium und das Wissenschaftsministerium einen Entwurf für neue Exportbeschränkungen. Zwölf Schlüsseltechnologien aus der Photovoltaikproduktion sollen künftig strengeren Kontrollen unterliegen, teilweise sind sogar vollständige Exportverbote vorgesehen. Betroffen sind unter anderem moderne Verfahren zur Herstellung von Siliziumwafern, Polysilizium sowie besonders leistungsfähigen Solarzellen. Auch bei den Technologien TOPCon, HJT und XBC will China den Wissenstransfer ins Ausland einschränken. Bis zum 15. November läuft die öffentliche Konsultation, doch schon jetzt müssen Unternehmen bestimmte Technologietransfers registrieren. Peking will offensichtlich stärker bestimmen, wer Zugang zu seinem technologischen Vorsprung erhält. Fertige Solarmodule sind von den geplanten Verboten allerdings nicht betroffen.

Solarindustrie in der Krise

Der Vorstoß kommt mitten in einer anhaltenden Krise der chinesischen Solarindustrie. Im September exportierte die Volksrepublik noch 1,21 Millionen Tonnen Solarzellen und Solarmodule, 6,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis September schrumpfte die Exportmenge nach Gewicht um 9,5 Prozent auf 9,37 Millionen Tonnen. Allerdings stiegen im September die exportierten Stückzahlen um 11,3 Prozent und der Warenwert um 19,4 Prozent auf 3,34 Milliarden Dollar. Das Geschäft läuft also keineswegs bei allen Kennzahlen schlechter. Doch die gigantischen Überkapazitäten und der ruinöse Wettbewerb machen den Herstellern weiterhin schwer zu schaffen.

Die Folgen lassen sich an den Belegschaften der großen chinesischen Solarkonzerne ablesen. Longi Green Energy, Trina Solar, Jinko Solar, JA Solar und Tongwei beschäftigten Ende 2025 zusammen nur noch 154.061 Menschen. Gegenüber dem Vorjahr waren das 40.589 weniger – ein Minus von satten 21 Prozent. Schon 2024 waren ihre Belegschaften um 31 Prozent geschrumpft. Binnen zwei Jahren verloren diese fünf Unternehmen damit fast die Hälfte ihres Personals. Ein regelrechter Kahlschlag in einer Branche, die von den Klima-Fanatikern als Jobmotor der grünen Zukunft gefeiert wird.

Die wirtschaftlichen Zahlen sind nicht weniger verheerend. Chinas Solarfabriken verfügen inzwischen über Produktionskapazitäten, die ungefähr doppelt so hoch sind wie die gesamte weltweite Nachfrage. Entsprechend brutal ist der Preiskampf. Der durchschnittliche Modulverkaufspreis der fünf großen Hersteller stürzte von 350 Dollar je Kilowatt im Jahr 2019 auf nur noch 130 Dollar im Jahr 2025 ab. Ihre durchschnittliche operative Gewinnmarge verschlechterte sich von minus acht Prozent im Jahr 2024 auf minus 13 Prozent im vergangenen Jahr. Die Unternehmen verkaufen teilweise unter ihren Produktionskosten. Selbst Zehntausende gestrichene Arbeitsplätze reichen nicht aus, um die Verluste zu stoppen.

Stellenabbau und Milliardenverluste

Auch der heimische Markt schwächelt. Nach dem Rekordzubau von 315 Gigawatt Solarleistung im Jahr 2025 rechnen Analysten von Jefferies für 2026 nur noch mit 150 bis 200 Gigawatt. Pekings Reform der Stromvergütung hat die Nachfrage zusätzlich gebremst. Damit verlieren die Hersteller ausgerechnet dort einen Teil ihres bisherigen Wachstums, wo die kommunistische Führung den Ausbau der Photovoltaik jahrelang massiv vorangetrieben hatte. Die Marktgesetze lassen sich eben auch mit Parteibeschlüssen nicht außer Kraft setzen.

Bereits im August 2025 berichteten wir über den massiven Stellenabbau und die Milliardenverluste in Chinas Solarindustrie. Damals hatten die fünf großen Hersteller im Jahr 2024 rund 87.000 Arbeitsplätze gestrichen. Die chinesische Führung versuchte schon zu diesem Zeitpunkt, den ruinösen Preisverfall und die Überproduktion mit neuen Eingriffen einzudämmen. Die inzwischen vorliegenden Zahlen zeigen, wie wenig sich an den grundlegenden Problemen geändert hat. Aus dem staatlich angeheizten Solarboom wurde für zahlreiche Hersteller ein wirtschaftlicher Überlebenskampf.

Peking greift inzwischen sogar bei den Exportanreizen ein. Seit dem 1. April 2026 erhalten chinesische Photovoltaikprodukte keine Mehrwertsteuer-Exporterstattungen mehr. Diese hatten den Herstellern geholfen, ihre Ware auf den internationalen Märkten besonders günstig anzubieten. Mit dem Wegfall der Vergünstigung steigen die Exportkosten. Nachdem China jahrelang gigantische Produktionskapazitäten aufgebaut und damit die Preise unter Druck gesetzt hat, versucht die kommunistische Führung nun, die Folgen des eigenen Förderbooms in den Griff zu bekommen. Erst den Weltmarkt mit Billigmodulen überschwemmen, dann die Industrie mit neuen staatlichen Eingriffen stabilisieren wollen – so sieht Pekings Solar-Planwirtschaft in der Praxis aus.

Brüssel setzt weiterhin auf Wind und Sonne

Und was macht Brüssel? Dort treiben die Eurokraten ihre sogenannte grüne Transformation weiter voran. Kohle, Öl und Gas sollen immer stärker durch Windkraft, Photovoltaik und andere Technologien ersetzt werden. Gleichzeitig kämpfen europäische Industrieunternehmen mit hohen Energiepreisen, CO2-Kosten und bürokratischen Auflagen. Gegen die chinesischen Billigmodule haben heimische Solarfabriken unter diesen Bedingungen einen schweren Stand. Die europäische Energiewende schafft damit zusätzliche Nachfrage nach Produkten, bei denen ausgerechnet China den internationalen Markt dominiert.

Die Zahlen sprechen Bände. Laut Eurostat stammten 2024 ganze 98 Prozent der Solarpaneele, welche die EU aus Drittstaaten importierte, gemessen am Warenwert, aus China. Von insgesamt 11,1 Milliarden Euro entfielen 10,9 Milliarden Euro auf die Volksrepublik. Der Importwert sank gegenüber 2023 um 43 Prozent, weil die Modulpreise massiv gefallen waren. Nach Gewicht nahmen die Einfuhren hingegen sogar um zwei Prozent zu. Europas Nachfrage nach chinesischen Solarmodulen blieb also hoch, während heimische Hersteller gegen die Billigkonkurrenz kämpften.

Wie dieser Konkurrenzkampf endet, zeigte bereits das Debakel um Meyer Burger. Der Schweizer Solarkonzern musste seine Werke im sächsischen Hohenstein-Ernstthal und in Bitterfeld-Wolfen schließen. Mehr als 500 Arbeitsplätze waren betroffen. Hohe europäische Produktionskosten, eigene wirtschaftliche Schwierigkeiten und die chinesische Billigkonkurrenz hatten dem Unternehmen schwer zugesetzt. Von der versprochenen grünen Industrie der Zukunft blieben an diesen Standorten geschlossene Werkstore und Arbeitslose.

Eine energiepolitische Sackgasse

Nun will Peking auch noch den Zugang zu wichtigen Fertigungstechnologien stärker kontrollieren. Für Europa bedeutet das eine zusätzliche Hürde beim Versuch, wieder eine eigenständige Solarproduktion aufzubauen. Moderne Fertigungsanlagen und effiziente Produktionsverfahren sind entscheidend, um mit den chinesischen Herstellern konkurrieren zu können. Die Volksrepublik will ihre technologischen Vorteile schützen, während Brüssel versucht, mit dem sogenannten Net-Zero Industry Act und neuen Fördermaßnahmen die eigene Industrie zu stärken. Ausgerechnet jene Lieferabhängigkeit, die Europas Politiker jahrelang wachsen ließen, müssen sie nun mit weiteren industriepolitischen Programmen bekämpfen.

Die Europäer lernen gerade auf sehr teure Weise, dass der rohstoffarme Kontinent in Sachen Energieversorgung so oder so vom Ausland abhängig ist. Ob nun Öl oder Gas, Uran für die Kernbrennstäbe, oder aber auch Wind- und Solartechnik samt Batterierohstoffen. Und diese Abhängigkeit macht sich immer wieder aufs Neue bemerkbar.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: