Ein niedergebranntes Wohnhaus, explodierende Netztechnik und Zehntausende Haushalte ohne Strom: Eine massive Überspannung hat in Schleswig-Holstein verheerende Schäden angerichtet. Dabei erzeugten die Windkraftanlagen im Norden kurz zuvor gewaltige Strommengen – insgesamt produzierte die Region mehr als dreimal so viel Elektrizität, wie sie verbrauchte. Während die schwarz-grüne Landesregierung den Windkraftausbau immer weiter vorantreibt, zeigt die Katastrophe wie verletzlich die Stromversorgung mittlerweile ist. Die Frage nach der Netzsicherheit stellt sich immer lauter.
Für eine Frau im schleswig-holsteinischen Bunsoh endete der Sonntag in einer Katastrophe. Ihr Reetdachhaus ging in Flammen auf, nachdem ein Stromkasten Feuer gefangen hatte. Innerhalb kürzester Zeit stand das Gebäude in Vollbrand. Die Feuerwehr konnte es nicht mehr retten. Der Schaden: rund eine halbe Million Euro. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Doch das Feuer war nur eine der dramatischen Folgen einer gewaltigen Netzstörung, die am 18. Oktober weite Teile der schleswig-holsteinischen Westküste lahmlegte. Bis zu 40.000 Haushalte verloren ihre Stromversorgung, zahlreiche Elektrogeräte und Hausinstallationen wurden beschädigt.
Um 9:31 Uhr kam es laut Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) zu einem Kurzschluss im 110.000-Volt-Hochspannungsnetz. Eine massive Überspannung war die Folge. Mehrere Umspannwerke schalteten sich ab, ganze Ortschaften saßen plötzlich ohne Strom da. Im Umspannwerk Friedrichstadt explodierte ein Überspannungsableiter. Anwohner hörten einen lauten Knall. In Wohnhäusern qualmten Anschlusskästen, Stromzähler verschmorten. In einem Pflegeheim musste die Feuerwehr sogar mit einem Notstromgerät einspringen, damit ein Beatmungsgerät weiterlaufen konnte.
Zu viel Windstrom im System?
Ein Vergleich mit den Erzeugungsdaten macht den Vorfall noch auffälliger. Eine im YouTube-Kanal „Energie Chiemgau“ präsentierte Strombilanz für Schleswig-Holstein und Hamburg zeigt für Sonntag, 9 Uhr, eine gesamte Stromerzeugung von 8.260 Megawattstunden. Allein 6.465 MWh stammten aus Windkraftanlagen an Land, weitere 1.265 MWh aus Offshore-Windparks. Zusammen 7.730 MWh Windstrom! Der ausgewiesene regionale Verbrauch lag bei lediglich 2.489 MWh. Die Erzeugung übertraf den Verbrauch rechnerisch um rund 5.770 MWh. Fast 94 Prozent des erzeugten Stroms stammten aus Windkraft. Die Angaben beziehen sich auf die in der Grafik ausgewiesenen Energiemengen; über die momentane Leitungsbelastung oder die tatsächlichen Spannungsverhältnisse um 9:31 Uhr sagen sie nichts aus.
Deutschland baut seine Stromversorgung immer stärker auf wetterabhängige Energiequellen um. Gerade Schleswig-Holstein produziert bei kräftigem Wind regelmäßig wesentlich mehr Strom, als das Land selbst benötigt. Der Überschuss muss über das Stromnetz abtransportiert oder die Einspeisung gedrosselt werden. Hohe Windstrommengen bedeuten allerdings nicht automatisch gefährliche Überspannungen. Dennoch stellt die wachsende Einspeisung erhebliche Anforderungen an Netzkapazitäten, Steuerung und Schutztechnik. Wenn dann ein einzelner Kurzschluss derart massive Schäden auslöst, müssen die Verantwortlichen erklären, warum die vorhandenen Sicherungssysteme die Folgen nicht ausreichend begrenzen konnten.
Überspannung, Stromausfall & Millionenschäden
SH Netz hat inzwischen einen möglichen Auslöser gefunden. Techniker entdeckten einen beschädigten Strommast im Raum Itzehoe, der laut Unternehmenssprecher Ove Struck den Kurzschluss samt Überspannung verursacht haben könnte. Die Untersuchungen dauern an. Hinzu kommt, dass am Sonntagnachmittag im Umspannwerk Linden ein weiterer Fehler eine Kettenreaktion samt Brand auslöste. Erneut verloren mehrere tausend Haushalte zeitweise den Strom. In Hanerau-Hademarschen berichtete Bürgermeister Thomas Deckner von zahlreichen kaputten Heizungen, Waschmaschinen und Kühlschränken. Im Wasserwerk Linden gingen ebenfalls Geräte kaputt, der Betrieb musste auf Notversorgung umgestellt werden. Dithmarschens Landrat Torben Schütt rechnet mit Schäden in Millionenhöhe.
Die schwarz-grüne Landesregierung unter Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzt derweil unbeirrt auf den weiteren Ausbau der Windkraft. Schleswig-Holsteins grüner Energiewendeminister Tobias Goldschmidt verkündete im Juni stolz: „Schleswig-Holstein ist und bleibt Energiewendeland Nr. 1.“ Allein 2025 gingen neue Windkraft- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 1,5 Gigawatt in Betrieb. Die installierte Windkraftleistung an Land soll auf 15 Gigawatt steigen. Im Energiewende- und Klimaschutzbericht 2026 nennt die Regierung dafür inzwischen Anfang der 2030er-Jahre als Zeithorizont. Immer mehr Anlagen, immer höhere Erzeugungszahlen – politisch lässt sich das hervorragend verkaufen. Doch zur Stromversorgung gehört eben auch eine Infrastruktur, die mit diesen gewaltigen Energiemengen zuverlässig umgehen kann.
Teuer und instabil
Schon heute verursacht die Integration der erneuerbaren Energien erhebliche Zusatzkosten. Allein 2025 musste SH Netz die Einspeisung von Windkraft-, Solar- und anderen erneuerbaren Anlagen um 802 Gigawattstunden drosseln. Der Grund: Engpässe im Stromnetz. Die erwarteten Kosten für Entschädigungen und den bilanziellen Ausgleich betrugen 74,2 Millionen Euro. Geld für Strommengen, die wegen fehlender Netzkapazitäten nicht eingespeist werden durften. Bundesweit kostete das gesamte Netzengpassmanagement 2025 vorläufig rund 3,1 Milliarden Euro. Darin enthalten sind neben Abregelungen auch weitere Eingriffe zur Stabilisierung des Stromsystems. Milliardenkosten, die letztlich bei den Stromverbrauchern landen.
SH Netz selbst will bis 2030 rund 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau und die Verbesserung seiner Stromnetze investieren. Mehr als 120.000 Windkraft- und Solaranlagen sowie über 50.000 Batteriespeicher hat das Unternehmen bereits angeschlossen. Weitere sollen folgen. Jeder zusätzliche Windpark benötigt Netzanschlüsse und ausreichende Übertragungskapazitäten. Die wechselnde Stromerzeugung verlangt zudem ein leistungsfähiges Netzmanagement. Der Ausbau der erneuerbaren Energien zieht damit milliardenschwere Investitionen in die gesamte Infrastruktur nach sich. Diese Kosten gehören zur Rechnung der Energiewende – auch wenn sie in den schönen Erzeugungsstatistiken kaum eine Rolle spielen.
Kein Versicherungsschutz – folgt eine Klagewelle?
Für die Geschädigten könnte das böse Erwachen unterdessen weitergehen. Die Itzehoer Versicherungen warnen ausdrücklich, dass Überspannungsschäden infolge eines Fehlers im Hochspannungsnetz in gewöhnlichen Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen häufig gar nicht gedeckt sind. Betroffene sollen deshalb mögliche Ansprüche gegen den Netzbetreiber prüfen. Die Menschen stehen damit vor zerstörten Heizungen, defekten Haushaltsgeräten und verschmorten Elektroinstallationen – und müssen sich womöglich auch noch juristisch um die Erstattung ihrer Schäden streiten.
Doch am Ende ist es dem Klimawahn-Energiewende-Parteienkartell von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken zu verdanken, dass das deutsche Stromnetz mittlerweile vom Wetter und von Gas und Kohle als Backup abhängig ist. Mit all den Problemen und Gefahren, die mit der stark schwankenden Stromerzeugung einhergehen.