Immer mehr moslemische Schüler, immer weniger Schweinefleisch auf den Tellern: In Norditalien passen Schulmensen ihre Speisepläne an islamische Ernährungsvorschriften an. Selbst der weltberühmte San-Daniele-Schinken verschwindet aus mehreren Schulmenüs, während Curryhuhn und Couscous Einzug halten. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet ausdrücklich über einen Zusammenhang mit der wachsenden Zahl moslemischer Schüler. Bildungsminister Giuseppe Valditara warnt bereits vor der Aufgabe der eigenen kulturellen Identität.
Ausgerechnet in der Heimat des weltberühmten San-Daniele-Schinkens wird Schweinefleisch in mehreren Schulmensen vom Speiseplan gestrichen. Im norditalienischen Friaul verschwinden Schweinekoteletts, Rigatoni all’Amatriciana und regionale Schinkenspezialitäten aus den regulären Menüs. In Pordenone, Sacile und San Vito al Tagliamento fehlen Schweinefleischgerichte nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA inzwischen ganz. In Spilimbergo müssen Eltern sogar eigens darum bitten, damit ihre Kinder Schinken auf der Pizza oder San-Daniele-Schinken in der Lasagne bekommen. Curryhuhn und Couscous stehen hingegen ganz regulär zur Auswahl. Die heimische Spezialität wird zum Sonderwunsch.
In Italy, in the province of Pordenone, school cafeterias are removing pork from many menus, with chicken curry and couscous appearing in some schools.
— Francesco 🇮🇹 (@SaP011) October 15, 2026
The changes are being linked to the growing number of Muslim pupils, alongside regional dietary guidelines.
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Immer mehr Moslem-Schüler
Der Grund für diese Entwicklung liegt laut italienischen Medien auch in der veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft. ANSA berichtet ausdrücklich, dass der Rückgang von Schweinefleischgerichten mit der zunehmenden Zahl moslemischer Schüler zusammenhängt. In Pordenone haben inzwischen 20,9 Prozent der Schüler einen ausländischen Hintergrund, einschließlich der zweiten Generation. In einzelnen Schulverbünden sind es sogar 30 Prozent. Die Herkunftsstatistik erfasst zwar keine Religionszugehörigkeit, doch die Anpassung der Schulmenüs an religiöse Essgewohnheiten wird offen diskutiert. Das Zauberwort dafür lautet natürlich „Inklusion“.
Hier beginnt der Streit um die schleichende Islamisierung des italienischen Schulalltags. Moslems dürfen aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen. Doch weshalb sollen deshalb auch die übrigen Schüler auf traditionelle italienische Gerichte verzichten? Alternativen lassen sich problemlos anbieten. Stattdessen verschwindet an mehreren Schulen gleich das Schweinefleisch aus dem kompletten Angebot. Die religiösen Vorschriften der Moslem-Minderheit beeinflussen, welche Gerichte allen anderen Kindern angeboten werden.
Kritik aus der Politik
Italiens Bildungsminister Giuseppe Valditara hat jedenfalls genug von dieser Entwicklung. Gegenüber Il Giornale bezeichnete er die Entfernung des Schinkens aus Rücksicht auf islamische Ernährungsgewohnheiten als „ein beunruhigendes Zeichen für die Aufgabe unserer Identität“. Selbstverständlich sollten moslemische Schüler alternative Mahlzeiten erhalten. Allerdings dürften ihre religiösen Ernährungsgewohnheiten den anderen Schülern nicht aufgezwungen werden. Valditara kritisiert auch die Missachtung der regionalen Küche und der heimischen Lebensmittelwirtschaft. Integration darf für ihn keine Preisgabe italienischer Traditionen bedeuten.
Noch schärfer reagiert die Lega-Europaabgeordnete Anna Maria Cisint. Sie erklärte gegenüber Il Giornale: „Wir dürfen keinen kulturellen Rückzug hinnehmen, der dem radikaleren Islam Raum verschafft.“ Für Cisint geht es um die Verteidigung italienischer Werte, kultureller Wurzeln und des kulinarischen Erbes. Die Politikerin sieht in solchen Anpassungen die Gefahr, dass die eigene Identität unter dem Schlagwort der Integration immer weiter zurückgedrängt wird.
Auch die Lega-Regionalpolitikerin Lucia Buna geht mit den Verantwortlichen hart ins Gericht. Curryhuhn und Couscous könnten selbstverständlich angeboten werden. Allerdings dürften dafür die traditionellen Gerichte des Friauls nicht verschwinden. Buna erinnert daran, dass Kinder in den Schulmensen auch Speisen kennenlernen, die sie von zu Hause nicht gewohnt sind. Weshalb sollte das ausgerechnet bei der italienischen Küche plötzlich anders sein? Integration müsse schließlich auf Gegenseitigkeit beruhen. Auch zugewanderte Kinder sollten mit den kulinarischen Traditionen ihrer neuen Heimat vertraut gemacht werden.
Die Ernährungsrichtlinien seien daran schuld
Und wie reagieren die Verantwortlichen? Sie verweisen auf Ernährungsrichtlinien. Angeblich sollen die Kinder weniger rotes Fleisch und verarbeitete Wurstwaren bekommen. Allerdings bleiben Hamburger und Rindergulasch auf verschiedenen Speiseplänen erhalten, wie ANSA berichtet. Ausgerechnet Schweinefleisch verschwindet vielerorts vollständig. Auch Buna hält diese Erklärung deshalb für wenig überzeugend und vermutet dahinter kulturelle und religiöse Überlegungen.
Pordenones Bürgermeister Alessandro Basso von den Fratelli d’Italia will von einer Anweisung zum Schweinefleischverzicht nichts wissen. Am 15. Oktober erklärte er, seine Stadt habe keinerlei entsprechende Vorgaben gemacht. Verantwortlich seien die Ernährungsrichtlinien der Gesundheitsbehörde ASFO, die unter anderem biologisch erzeugte Lebensmittel bevorzuge. Bio-Schweinefleisch sei allerdings nur schwer erhältlich. Gleichzeitig kündigte Basso Gespräche an, damit regionale Spezialitäten wieder stärker berücksichtigt werden.
Islamisierung überall…
In Deutschland ist man bei der Anpassung des Schulessens an islamische Vorschriften vielerorts bereits weiter. Report24 berichtete im Juli 2025 über neun Schulen in Gelsenkirchen, die von einem Caterer ausschließlich mit halal-konformen Gerichten versorgt werden. Schon seit 2010 verpflichtet dort nach Angaben eines Schulcaterers ein Beschluss des städtischen Essensbeirats die beteiligten Anbieter zum Verzicht auf Schweinefleisch. Die AfD-Politikerin Enxhi Seli-Zacharias kritisierte dies damals als Ausdruck einer „Unterwerfung“ und eines islamgerechten Umbaus gesellschaftlicher Strukturen. Aus ihrer Sicht macht sich die Politik selbst zum Wegbereiter dieser Entwicklung.
In Norditalien ist man noch nicht so weit. Doch die Richtung, die manche Schulmenüs einschlagen, sorgt bereits für politischen und gesellschaftlichen Widerstand. Die eigentliche Frage ist dabei denkbar einfach: Weshalb soll aus Rücksicht auf islamische Ernährungsvorschriften die Essensauswahl für alle anderen Kinder eingeschränkt werden? Wer in ein anderes Land, in einen anderen Kulturraum, zieht, hat sich den dortigen Gepflogenheiten anzupassen. So einfach ist das.