An Mallorcas berühmtester Partymeile ist es zu einem mutmaßlichen Sexualdelikt gekommen: Eine 50-jährige Nigerianerin soll einen 16-jährigen deutschen Touristen auf offener Straße sexuell belästigt haben. Die Lokalpolizei von Palma nahm die Frau fest – wenige Stunden später war sie wieder auf freiem Fuß.
Nach Angaben der spanischen Zeitung Última Hora, auf die sich das Mallorca Magazin beruft, ereignete sich der Vorfall vor einigen Tagen gegen 4 Uhr morgens mitten am Ballermann. Der minderjährige Deutsche war gemeinsam mit zwei Freunden auf dem Rückweg zu seiner Unterkunft, als eine Gruppe von drei Frauen auf die Jugendlichen zukam.
Eine der Frauen begann auf Englisch eine Unterhaltung mit dem 16‑Jährigen. Obwohl der Jugendliche klar machte, dass er kein Interesse hatte, ließ die Nigerianerin nicht von ihm ab. Schließlich packte sie ihn und begrapschte ihn über der Hose im Genitalbereich.
Der junge Urlauber reagierte sofort und alarmierte die Polizei. Mehrere Streifen der Touristenpolizei (SETUR) der Lokalpolizei Palma fuhren zum Einsatzort. Dort trafen die Beamten die Verdächtige noch zusammen mit ihren Begleiterinnen an. Aufgrund der Aussagen des Opfers und einer Freundin, die den Vorfall unmittelbar beobachtet hatte, nahmen sie die 50-Jährige fest.
Bei der Identitätsfeststellung bestritt sie die Vorwürfe und behauptete sogar, der Jugendliche habe seinerseits sexuelle Annäherungsversuche unternommen. Sie wurde zunächst zur Polizeidirektion gebracht, der Einheit für Familien- und Frauenschutz (UFAM) überstellt und anschließend dem Bereitschaftsrichter vorgeführt. Einige Stunden später kam die Grapscherin wieder auf freien Fuß.
In den Urlaubsvierteln der Playa de Palma gehören Frauengruppen, die sich Touristen nähern, zum nächtlichen Straßenbild. Manche bieten sexuelle Dienstleistungen an, andere versuchen, Urlauber abzulenken und zu bestehlen. Ob die Nigerianerin zu den sogenannten „Klauhuren“ gehört – wie deutsche Urlauber solche Frauen nennen -, blieb unklar.
Der Fall am Ballermann zeigt, dass sexuelle Übergriffe tatsächlich nicht nur in die eine Richtung vorkommen – auch männliche Jugendliche und junge Männer können Opfer werden. Die Täterklientel ist aber mitunter dieselbe…
