Polen zeigt, wie einfach es ist, die Bürger zu entlasten: Die Regierung unter Premier Donald Tusk hat die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel von 23 auf 8 Prozent gesenkt. Die Maßnahme gilt seit Montag, dem 17. August 2026, und läuft bis zum 31. August – dem Ende der polnischen Schulferien. Zusätzlich legt der Energieminister täglich Höchstpreise fest. Damit können Autofahrer in Polen – zumindest vorübergehend – spürbar günstiger tanken.
In der vergangenen Woche lag der Liter Normalbenzin im Schnitt bei umgerechnet etwa 1,66 Euro, Diesel kostete rund 1,88 Euro. Nach Angaben von Tusk sollen die Preise an den Zapfsäulen um etwa 0,90 bis über einen Złoty pro Liter sinken – umgerechnet um rund 21 bis 23 Cent. Zudem werde das Energieministerium täglich einen maximalen Kraftstoff-Einzelhandelspreis festlegen.
Er begründete den Schritt mit der Entlastung der Verbraucher, insbesondere bei der Rückkehr aus dem Sommerurlaub. „Polen wird europaweit ganz vorn liegen, was die niedrigsten Kraftstoffpreise angeht“, betonte der Regierungschef. Das Finanzministerium beziffert die Kosten der aktuellen Mehrwertsteuersenkung auf rund 495 Millionen Złoty (etwa 115 Millionen Euro).
Die Regelung ist Teil des Programms „Ceny Paliwa Niżej“ (CPN – Niedrigere Kraftstoffpreise). Ähnliche Maßnahmen hatte die Regierung bereits Ende März 2026 eingeführt, nachdem die Kraftstoffpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten, der am 28. Februar begann, stark gestiegen waren. Damals wurde neben der Mehrwertsteuer auch die Energiesteuer auf das EU-Minimum gesenkt und es wurden tägliche Preisobergrenzen eingeführt. Das Programm hat laut Finanzministerium Kosten in Höhe von rund 4,7 Milliarden Złoty (1,1 Milliarden Euro) verursacht. Es lief Ende Juni aus, als sich die Preise vorübergehend stabilisierten. Wegen des erneuten Anstiegs wurde nun ein wesentlicher Teil wieder aktiviert.
Auch für deutsche Autofahrer (besonders in Grenzregionen) bedeutet das vorübergehend noch günstigeres Tanken in Polen. Die Differenz zu deutschen Preisen dürfte mit der Mehrwertsteuersenkung und dem Preisdeckel weiter wachsen.
Bereits vor der aktuellen Mehrwertsteuersenkung lagen die Spritpreise in Polen deutlich unter dem deutschen Niveau – auch nach dem Auslaufen der früheren CPN-Maßnahmen (Ende Juni). Der Grund: Deutschland hat eine der höchsten Steuer- und Abgabenlasten auf Kraftstoffe in der EU (Energiesteuer + CO₂-Preis + 19 % MwSt.). Deshalb bleibt der Preisunterschied selbst ohne Sonderrabatte relativ stabil.
Polen senkt die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel drastisch von 23 auf 8 Prozent und entlastet die Bürger so um 23 Cent pro Liter. Schwarz-Rot will dagegen nicht auf Steuereinnahmen verzichten. Eine Entlastung gibt es nur mit der AfD!https://t.co/j1Heio76gk
— Alice Weidel (@Alice_Weidel) August 17, 2026
In Deutschland ist mit einer ähnlich starken Entlastung trotzdem nicht zu rechnen- dazu fehlt der politische Wille. Man braucht nämlich das Geld. Die schwarz-rote Regierung, die eh ein chronisches Ausgabenproblem hat, setzt eben andere Prioritäten als die Belange der Bevölkerung – für die ohnehin geschröpften Bürger bleibt nichts mehr übrig. So blieb es zum Sommerbeginn bei einer kurzzeitigen Spritpreisentlastung, bei der die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für diese zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter gesenkt wurde (Report24 berichtete). Die Kritik daran war groß: In linksgrünen Kreisen hätte man ohnehin gern, dass der Michel sich das Fahren nicht mehr leisten kann.





