Mehr als 10.000 Hektar gingen westlich von Athen in Flammen auf. Während Politiker wie mittlerweile so oft die angebliche „Klimakrise“ bemühten, fanden die Brandermittler eine viel heißere Spur: eine private Stromleitung, die Strom aus Windkraftanlagen ins Netz transportierte. Drei Männer sitzen inzwischen in Untersuchungshaft – und an derselben Leitung hatte es bereits wenige Wochen zuvor gebrannt.
Am Morgen des 31. Juli brach nahe Agios Vasileios in Böotien ein Feuer aus. Starker Wind trieb die Flammen über den Kithairon bis nach Westattika, Ortschaften mussten evakuiert werden, Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Der EU-Erdbeobachtungsdienst Copernicus bezifferte die verbrannte Fläche wenig später auf mehr als 10.000 Hektar. Zwei Besatzungsmitglieder kamen außerdem ums Leben, als während des Löscheinsatzes zwei Hubschrauber kollidierten.
Noch während die Feuerwehrleute heldenmutig gegen die sich immer weiter ausbreitenden Flammen kämpften, war die politische Ferndiagnose bereits gestellt. Griechenlands stellvertretender Klimakrisenminister – ja wirklich, die Griechen haben sowas – Kostas Katsafados, sprach vom Kampf gegen die Folgen der „Klimakrise“. Das kennt man inzwischen: Der Wald brennt, das CO2 sitzt schon auf der Anklagebank. Die Brandermittler dürfen sich um die lästigen Details kümmern. Report24 berichtete jedoch schon zu der Zeit über die Fakten.
Die Spur führt zu einer privaten Windpark-Leitung
Und diese Details sind im aktuellen Fall ziemlich unangenehm. Die Ermittler lokalisierten den Ausgangspunkt des Feuers bei Mavro Spithari. Dort verläuft eine private Stromleitung, über die Elektrizität aus Windkraftanlagen ins Netz eingespeist wird. Nach dem bisherigen forensischen Befund führten technische beziehungsweise bauliche Mängel dazu, dass sich die stromführenden Leiter unter den heftigen Windbedingungen stark bewegten. Dabei sollen sie sich berührt oder so weit angenähert haben, dass ein Lichtbogen entstand. Die Funken fielen in die trockene Vegetation und verursachten dort ein Feuer.
Mittlerweile sitzen drei Männer in Untersuchungshaft: der Bürgermeister von Stylida, Ioannis Apostolou, dessen Unternehmen das private Stromnetz errichtet hatte, der technische Verantwortliche für die Konstruktion sowie der Eigentümer des Windparks. Die ersten beiden waren bereits wenige Tage nach dem Brand festgenommen worden; später kam der Windpark-Betreiber hinzu. Über Schuld oder Unschuld entscheiden selbstverständlich die Gerichte. Apostolou ist übrigens nicht einfach irgendein Bürgermeister, der zufällig in die Sache geraten ist – seine Firma hatte die vier Stromleitungen des Windparks gebaut. Bereits am 27. Juni war an derselben Leitung ein Feuer ausgebrochen – nur rund 150 Meter vom späteren Ausgangspunkt des Großbrandes entfernt. Auch damals sollen sich stromführende Leiter berührt und Funken erzeugt haben.
Noch früher, am 20. Juni, sollen Wärmebildkontrollen erhöhte Temperaturen an zwei Übergängen zwischen Erd- und Freileitung gezeigt haben. Nach dem ersten Brand wurden Mängel festgestellt. Vollständig behoben waren diese nach Ansicht der Ermittler offenbar nicht. Fünf Wochen später brannten mehr als 10.000 Hektar. Man kann jetzt natürlich trotzdem eine unsinnige Klimakonferenz einberufen. Die griechischen Ermittler interessieren sich vorerst mehr für Kabel, Wartung und Verantwortlichkeiten.
Stromleitungen sind als Brandursache kein Einzelfall
Der aktuelle Fall ist auch keineswegs irgendeine absurde technische Verkettung, die zufällig einmal passiert. Reuters wertete 2025 vorläufige Daten der griechischen Feuerwehr zu 41 größeren Waldbränden aus. Bei 15 davon galt das Stromnetz als wahrscheinlicher Auslöser. Bei den untersuchten Großbränden waren Stromleitungen damit sogar häufiger der Auslöser als Brandstiftungen oder fahrlässiges Verhalten. Allein diese 15 Feuer verwüsteten beinahe 21.000 Hektar Land. Auch im Jahr 2024 wurden neun größere Brände dem Elektrizitätsnetz zugerechnet.
Griechenlands Strominfrastruktur kämpft seit Jahren mit alten Leitungen, Korrosion, unzureichender Wartung und Vegetation entlang der Trassen. Der Netzbetreiber HEDNO verweist inzwischen auf höhere Wartungsausgaben, Freihaltung der Leitungswege und verstärkte Erdverkabelung wegen der zunehmenden Dezentralisierung der Stromversorgung durch Wind- und Solarkraftwerke. Alles ziemlich langweilige Dinge, wenn man lieber vom Weltklima reden möchte. Für die Menschen, deren Häuser und landwirtschaftlichen Nutzflächen abbrennen, sind sie allerdings erheblich relevanter.
„Europe is burning“ – die Grünen schüren Panik
Bei Europas Grünen muss man auf einen Ermittlungsbericht ohnehin nicht warten. Die deutschen Grünen bezeichnen Waldbrände auf ihrer eigenen Internetseite als „eines der sichtbarsten Zeichen der Klimakrise“. Parteichefin Franziska Brantner nahm die schweren Brände in Frankreich und Spanien Ende Juli zum Anlass, erneut mehr Klimaschutz einzufordern. Nur wenige Tage später erklärte Grünen-Fraktionschefin Terry Reintke im Europaparlament dramatisch: „Europe is burning.“ Europa brenne, dies sei kein normales Sommerwetter, jahrelange politische Untätigkeit und geschwächte Klimaambitionen hätten ihren Teil dazu beigetragen.
Große Worte sind schnell gesprochen. Der Baggerfahrer, der Funken schlägt, der Schweißer am Waldrand und die marode Stromleitung sind für eine große politische Erzählung natürlich eher störendes Personal. Dass Hitze, Trockenheit und starker Wind Feuer massiv verschärfen können, ist unbestritten. Genau deshalb gelten bei extremer Brandgefahr Verbote für Schweißarbeiten, offene Feuer oder Arbeiten mit Geräten, die Funken erzeugen. Nur besitzt trockenes Gras auch bei 40 Grad noch immer kein eigenes Feuerzeug zur Selbstentzündung.
EU-Behörde: 95 Prozent der Brände menschengemacht
Ausgerechnet die Europäische Umweltagentur liefert eine Zahl, die in der üblichen medialen Klima-Berichterstattung selten ganz oben steht. Nach ihrer Einschätzung werden rund 95 Prozent der Waldbrände in Europa direkt oder indirekt durch menschliches Verhalten verursacht. Dazu gehören insbesondere Fahrlässigkeit, technische Defekte und vorsätzliche Brandstiftung.
Natürlich weist auch die EEA darauf hin, dass Hitze, Trockenheit und veränderte klimatische Bedingungen die Ausbreitung von Bränden begünstigen können. Das widerspricht sich nicht. Ein trockener Wald brennt schneller und heftiger. Aber irgendetwas muss ihn zuerst anzünden. Bei 95 Prozent der europäischen Waldbrände kommt dieses „Irgendetwas“ aus der menschlichen Welt.
Spanien: Bagger, Schweißgerät, Funken
Spanien liefert in diesem Sommer gleich mehrere anschauliche Beispiele. Der Großbrand von Burgohondo in der Provinz Ávila verwüstete mehr als 50.000 Hektar. Nach den Ermittlungen der Guardia Civil entstand das Feuer durch schwere Bauarbeiten mit einem Bagger. Obwohl solche Arbeiten wegen der extremen Brandgefahr verboten waren, wurde mit einem hydraulischen Hammer Gestein bearbeitet. Funken flogen, die trockene Vegetation fing Feuer. Ein Verantwortlicher wurde festgenommen.
Beim Großbrand von Almorox in Toledo führte die Spur ebenfalls nicht zu irgendwelchen natürlichen Ursachen. Zwei Männer sollen auf einem Grundstück Schweißarbeiten durchgeführt haben – wiederum trotz Verbots wegen der hohen Waldbrandgefahr. Am Ausgangspunkt fanden Ermittler frische Schweißspuren. Rund 30.000 Hektar wurden in Mitleidenschaft gezogen, 43 Häuser vollständig zerstört. Bagger. Schweißgerät. Funken. Und trotzdem war die „Klimakrise“ wieder schneller in den Schlagzeilen als die Ermittlungsbehörden am Brandherd.
Griechenland wusste es schon 2023
Dabei hat Griechenland diese Debatte längst hinter sich. Im Katastrophensommer 2023 brachen innerhalb weniger Wochen 667 Feuer aus. Ausgerechnet der damalige Minister für Klimakrise und Zivilschutz, Vassilis Kikilias, erklärte öffentlich, die Mehrheit dieser Brände sei von Menschenhand verursacht worden – durch kriminelle Fahrlässigkeit oder vorsätzlich.
Bis Anfang August waren bereits mehr als 100 Menschen wegen des Verursachens von Bränden festgenommen worden. In mehreren Fällen bestand der Verdacht vorsätzlicher Brandstiftung. Damals brannten Rhodos und andere Teile Griechenlands, internationale Medien lieferten die gewohnten Klimaschlagzeilen und die Klimafanatiker sahen sich bestätigt. Die griechische Polizei sammelte derweil Verdächtige ein.
Frankreich spricht Klartext
Frankreichs Regierung formuliert die Sache inzwischen erstaunlich nüchtern. In ihrer Präventionskampagne für den Sommer 2026 heißt es: Neun von zehn Waldbränden haben eine menschliche Ursache. Mehr als die Hälfte von ihnen gehe auf Unachtsamkeit zurück. Auch in Paris hält man trotz der üblichen Klimawahn-Politik spontane Selbstentzündungen von Wäldern für ziemlich unplausibel.
Als typische Auslöser nennt der französische Staat Zigaretten, Grillfeuer, funkenbildende Arbeiten und Feuerwerkskörper. Gleichzeitig weist Paris darauf hin, dass lange Trockenperioden und hohe Temperaturen die Ausbreitung der Feuer erleichtern. Man kann also beides gleichzeitig sagen. Ein heißer, ausgetrockneter Wald geht leichter in Flammen auf. Und trotzdem muss ihn meistens irgendjemand anzünden. Für spontane Selbstentzündungen wie bei Batterien sind Wälder nämlich nicht bekannt.
Kein Klimagipfel repariert Stromleitungen
Das ist der Punkt, an dem die politische Waldbranddebatte regelmäßig ins Absurde kippt. Brennt irgendwo eine größere Fläche, dauert es oft nur Stunden, bis Forderungen nach mehr Klimaschutz, höheren Ausgaben, zusätzlichen CO2-Abgaben und neuen staatlichen Programmen folgen. Gegen einen technischen Defekt an einer Stromleitung hilft davon allerdings gar nichts.
Gegen marode Leitungen helfen Wartung und Kontrolle. Gegen verbotene Schweißarbeiten helfen Kontrollen und Strafen. Gegen Bauarbeiten bei höchster Waldbrandgefahr hilft die Durchsetzung bestehender Regeln. Gegen vorsätzliche Brandstifter helfen Polizei und Justiz. Und gegen den Trottel, der seine glühende Grillkohle ins dürre Gras kippt, hilft auch Ursula von der Leyens nächstes Klimapaket nicht. Der aktuelle Fall in Griechenland zeigt ziemlich schön, warum man vielleicht erst die Brände löschen und dann ermitteln sollte, bevor Politiker wieder das Weltklima vor Gericht stellen. Der Klimawandel hat dort jedenfalls keine Funken geschlagen.
Wer sich näher mit den technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Schattenseiten des massiven Windkraftausbaus beschäftigen möchte: Heinz Steiner behandelt diese Themen ausführlich in seinem neuen Buch „Der Windkraft-Wahn„.






