Gerade erst verhöhnte SPD-Politiker und Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach jene, die das Land verlassen wollen. Nun zeigt eine neue Umfrage: Schon über acht Millionen Deutsche könnten den Exodus planen. Leistungsträger ergreifen zunehmend die Flucht.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach ätzte jüngst auf X gegen Auswanderungswillige: Junge Menschen würden lediglich wegen des „permanenten Schlechtredens“ der Lage Deutschland verlassen. Über deren hohe Rentenbeiträge bzw. ihren Unwillen, diese zu zahlen, machte er sich lustig („schnief“) und erklärte unumwunden: „Auf diese Leute können wir verzichten.“
Der SPD-Politiker @Karl_Lauterbach hat seinen unsäglichen Post, in dem er sich hämisch über deutsche Leistungsträger, die auswandern, ausgelassen hat ("Auf diese Leute können wir verzichten") kommentarlos gelöscht. Hat er Druck aus der SPD bekommen, weil er als Vorsitzender des… pic.twitter.com/yj4rPAW7ZC
— Thorsten Alsleben (@BerlinReporter) July 23, 2026
Der Post löste wütende Reaktionen aus. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, widersprach: „Lauterbach hat Unrecht. Wer leistet, will auch davon etwas haben.“ Deutschland sei im OECD-Vergleich „Vizeweltmeister, allerdings beim Abkassieren von Steuern und Abgaben“. Thorsten Alsleben von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft nannte den Beitrag „unsäglich“. FDP-Vize Wolfgang Kubicki bescheinigte Lauterbach erneut mangelnde Eignung für ein politisches Amt. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Manuel Ostermann, sah in dem Beitrag die „Definition von Politikverdrossenheit“. Der AfD-Abgeordnete Pierre Lamely konstatierte: Nicht das „Schlechtreden“, sondern das „Schlechtregieren“ treibe die Menschen aus dem Land.
Lauterbach löschte den Post später und behauptete, er sei „missverstanden“ worden. Als Harvard-Gastprofessor wisse er natürlich, dass auch hochqualifizierte junge Leute gingen – doch fast nie wegen des Rentenbeitragssatzes. Der steigt nun übrigens wieder. Wofür, das weiß leider niemand, der zahlt. Mutmaßlich für einen Lebensabend als Flaschensammler?
Umfrage deutet Massenexodus an
Eine aktuelle, repräsentative Insa-Umfrage zeigt jetzt: Schon 14 Prozent der erwachsenen Deutschen planen, innerhalb der nächsten fünf Jahre auszuwandern. Umgerechnet auf die rund 59,2 Millionen Erwachsenen sind das über acht Millionen Menschen. 68 Prozent schließen einen Wegzug aus, 18 Prozent sind unentschlossen.
Besonders alarmierend sind die Zahlen bei den Jüngeren: Unter den 18- bis 29-Jährigen wollen 24 Prozent gehen, bei den 30- bis 39-Jährigen sogar 27 Prozent. Bei den über 70-Jährigen sind es lediglich vier Prozent. Sprich: Die Rentenbeitragszahler wollen das sinkende Schiff verlassen. Übrig bleiben die Rentenempfänger, die zwar eingezahlt haben, deren Geld aber längst verprasst wurde. Die Republik verliert also genau die Generationen, die die Sozialsysteme finanzieren sollen, von denen die ganze Welt profitieren darf.
Auch parteipolitisch wird sichtbar, dass die Abwanderungsbereitschaft quer durch die Gesellschaft geht: Bei AfD-Anhängern liegt sie bei 19 Prozent, bei Linken-Anhängern bei 18 Prozent. Bei FDP-Wählern sind es sieben, bei Grünen-Wählern zehn Prozent.
Die Umfrage beleuchtet übrigens noch ein weiteres Problem: 39 Prozent der Deutschen finden, die Medien berichteten zu wenig über Gewalttaten von Ausländern. Nur 18 Prozent sehen eine Überbetonung. Besonders AfD- und FDP-Anhänger beklagen eine zu geringe Berichterstattung.
Die aktuellen Zahlen stellen Lauterbachs Aussage in ein besonders schlechtes Licht. Wollen Lauterbach und die SPD wirklich auf Millionen Leistungsträger verzichten? Wer all die potenziellen Auswanderer als verzichtbar abtut, offenbart nicht nur den für Sozialisten typischen Realitätsverlust, sondern auch eine aussagekräftige Geringschätzung denen gegenüber, die das Land noch (!) am Laufen halten.
Statt Probleme wie die hohe Abgabenlast, Bürokratie, Migrationsfolgen und unsichere Zukunftsperspektiven anzugehen, blickt die politische Kaste mit offener Häme auf das Wahl- und Zahlvieh. Fragt sich: Wie lange wird das noch gutgehen?






