780.465 Waffen in der Ukraine verschwunden: Wie viele landen bei Mafia und Clans?

Symbolbild: KI

Massenhaft verschwindet die auch von den deutschen und österreichischen Steuerzahlern mitfinanzierte militärische Ausrüstung in der Ukraine: Seit dem Beginn des Krieges im Februar 2022 sind in der Ukraine laut offiziellen Angaben des Innenministeriums 780.465 Waffen als verloren oder gestohlen registriert worden.

Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 kamen 149.000 neue Verlustmeldungen hinzu, das sind fast so viele wie im gesamten Vorjahr. Die Daten stammen vom ukrainischen Analyseportal Opendatabot und wurden auf Basis des staatlichen Registers veröffentlicht.

Die italienische Zeitung Il Fatto Quotidiano übernahm nun aktuell diese Fakten und sieht ein gewaltiges Sicherheitsproblem für den gesamten EU-Raum: Die Zeitung warnt, dass Teile dieses gewaltigen Arsenals auf dem europäischen Schwarzmarkt landen und das organisierte Verbrechen – insbesondere die sizilianische Cosa Nostra – davon profitieren könnte.

Justiz: Mafia will bewaffnete Drohnen

Tatsächlich bestätigte der Leiter der Staatsanwaltschaft von Palermo, Maurizio de Lucia, erst am Dienstag vor der parlamentarischen Antimafia-Kommission ein wachsendes Interesse der Mafia an anspruchsvolleren Waffen aus dem Ukraine-Konflikt. Besonders im Fokus stünden Drohnen, die Granaten abwerfen können – das sind Waffensysteme, auf deren Einsatz die italienische Exekutive derzeit kaum vorbereitet sei. De Lucia spricht von dem Versuch der Cosa Nostra, ein „hochwertiges Arsenal“ aufzubauen. Bisherige Funde in Italien stammten allerdings vor allem aus dem Balkan.

Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums und von Opendatabot handelt es sich bei der großen Mehrheit der Fälle verschwundener Waffen (96 Prozent) nicht um Diebstähle, sondern um verloren gegangene Schusswaffen: So verschwanden auch viele Waffen in den ersten Kriegsmonaten, als Zivilisten und Territorialverteidigungseinheiten massenhaft bewaffnet wurden, oder sie blieben in den Kampfzonen zurück. Besonders betroffen sind die Regionen Mykolajiw (169.000 Fälle), Kiew und Donezk. Die häufigsten Typen bei den Verlustmeldungen sind Sturmgewehre (vor allem die auch von Terroristen oft verwendete AK-74) sowie Jagdgewehre und Karabiner.

Bei Schwarzmarkt-Preisen in Westeuropa von bis zu 2000 Euro für ein AK-74-Sturmgewehr summiert sich der Wert der in der Ukraine verschwundenen Waffen auf etwa 1,56 Milliarden Euro.

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