Die globalen Eliten und Tech-Giganten träumen von einer vollständig elektrifizierten und digitalisierten Welt. Doch die physische Realität holt den Hype um Künstliche Intelligenz (KI) und Elektroautos gnadenlos ein. Der altgediente Rohstoff-Investor Rick Rule warnt vor einem dramatischen Kupferengpass. Die Ursachen: ein enormer Nachfrageboom gepaart mit jahrzehntelanger Unterinvestition und lähmender grüner Bürokratie.
Wer von der „grünen Wende“, Unmengen an KI-Rechenzentren und einer rein elektrischen Zukunft spricht, schweigt oft über das wichtigste Fundament dieser Pläne: Kupfer. Wie der erfahrene Rohstoff-Investor Rick Rule kürzlich im Format „Market Insider“ auf EpochTV betonte, wird die künftige Nachfrage nach dem rötlichen Metall einfach nur „atemberaubend“ sein. Doch die westliche Welt, allen voran die USA, ist auf diesen Ansturm in keiner Weise vorbereitet. Ein massiver Kupfermangel und explodierende Preise sind laut Rule unausweichlich.
Zwar weist die International Copper Study Group (ICSG) für das Jahr 2025 noch einen leichten globalen Überschuss aus (28,2 Millionen Tonnen Verbrauch vs. 28,6 Millionen Tonnen Produktion). Doch dieser Schein trügt. Kupfer ist das absolute Rückgrat der Elektrifizierung, der Digitalisierung, für Rechenzentren und die Rüstungsindustrie. Eine Studie von S&P Global zeichnet ein düsteres Bild: Bis zum Jahr 2040 soll die Nachfrage auf gigantische 42 Millionen Tonnen ansteigen. Ohne eine „bedeutende Erweiterung des Angebots“ wird die Welt dann auf ein Defizit von rund 10 Millionen Tonnen blicken. Bereits jetzt reagieren die Märkte: Die Kupfer-Futures an der New Yorker Börse lagen Ende Juni bei 6,20 US-Dollar pro Pfund – fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Nach-Corona-Tief im Juli 2022.

Ein Blick auf die aktuellen Daten des U.S. Geological Survey (USGS), die in der obigen Infografik ersichtlich sind, offenbart die geostrategische Schieflage: Während Länder wie Chile (geschätzt 5.300 Tsd. Tonnen für 2024) und Peru bei der reinen Minenproduktion führend sind, herrscht bei der Raffinerieproduktion – also der tatsächlichen Nutzbarmachung des Materials – eine erdrückende Dominanz Chinas. Das Reich der Mitte raffiniert mit geschätzt 12.000 Tsd. Tonnen im Jahr 2024 fast die Hälfte der weltweiten Gesamtproduktion (27.000 Tsd. Tonnen). Die USA hingegen kommen gerade einmal auf 890 Tsd. Tonnen und sind hoffnungslos auf Importe angewiesen. Bis 2040, so Schätzungen von Wood Mackenzie, werden die USA erschreckende 70 Prozent ihres Kupferbedarfs importieren müssen. Und daran wird sich so rasch nichts ändern.
„Bei Kupfer haben wir systematisch in die Exploration, in den Bau und in die Entwicklung zu wenig investiert, und das seit 30 Jahren“, so Rule. „Das ist ein kapitalintensives, langfristiges Geschäft. Es gibt absolut nichts, was wir jetzt tun können – nicht eine einzige Sache -, um einen Versorgungsengpass innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verhindern.“ Wer jetzt eine Kupfermine in Betrieb nehmen möchte, braucht einen extrem langen Atem: Rund zehn Jahre für die Exploration, drei Jahre für Bohrungen, weitere drei Jahre für Genehmigungen und Finanzierung (vorausgesetzt, man befindet sich in wirtschaftsfreundlichen Ländern) und zwei Jahre für den eigentlichen Bau. Macht in Summe 18 Jahre.
Doch im Westen, insbesondere in den USA, sabotiert man sich selbst. Ein Paradebeispiel ist das Resolution Copper Projekt in Arizona (ein Joint Venture von Rio Tinto und BHP). Obwohl dort potenziell ein Viertel des gesamten US-Kupferbedarfs gedeckt werden könnte und die Lagerstätte bereits 1995 entdeckt wurde, strampeln sich die Betreiber seit über einem Jahrzehnt im Netz aus Genehmigungsverfahren und Umweltberichten ab. Eine grüne Schizophrenie – denn einerseits braucht man viel mehr Kupfer, andererseits legt man den Bergbauunternehmen immer mehr Steine in den Weg.
„Wir werden zwischen 2026 und 2050 – also in knappen 24 Jahren – mehr Kupfer produzieren müssen als bisher in der gesamten Geschichte der Menschheit abgebaut wurde“, fasst Rule das Ausmaß der Utopie zusammen. Für den Konsumenten bedeutet das vor allem eines: Alles, was mit Strom, Digitalisierung und den sogenannten „grünen“ Technologien zu tun hat, wird in Zukunft drastisch teurer werden.





