Die G7-Staaten rüsten sich für den geoökonomischen Machtkampf mit Peking. Um die erdrückende Dominanz Chinas bei kritischen Mineralien und Seltenen Erden zu brechen, vertiefen nun Kanada und Japan ihre Zusammenarbeit. Neben gemeinsamen Rohstoffprojekten und strategischen Reserven geht es auch um dem massiven Ausbau von Flüssiggas-Exporten.
Kanada und Japan planen offenbar eine weitreichende Kooperation bei kritischen Rohstoffen. Wie der kanadische Minister für internationalen Handel, Maninder Sidhu, in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview erklärte, fassen die beiden G7-Nationen gemeinsame Projekte – bis hin zur Anlage gemeinsamer strategischer Reserven für Schlüsselmetalle – ins Auge. Das erklärte Ziel lautet: Chinas massive Vormachtstellung auf dem globalen Rohstoffmarkt soll gebrochen werden.
Here in Tokyo, Japan, we witnessed more than a dozen agreements between Canadian and Japanese partners.
— Maninder Sidhu (@MSidhuLiberal) June 25, 2026
Over $1 billion in commercial deals. A record for a Canadian trade mission.
And this is just one chapter. Over the past year, the trade missions I led have helped secure more… pic.twitter.com/z9fDf4mhMW
„Wir bieten Japan die Möglichkeit, im Bereich der kritischen Mineralien mehr mit Kanada zusammenzuarbeiten“, betonte Sidhu, der kürzlich eine Wirtschaftsdelegation ins Land der aufgehenden Sonne anführte. Die Bemühungen tragen bereits Früchte: Laut Sidhu wurden während des Besuchs Handelsabkommen im Wert von über 1 Milliarde Kanadischen Dollar (rund 620 Millionen Euro) zwischen Unternehmen beider Länder unterzeichnet.
Neben begehrten Metallen steht auch der Energiesektor im Fokus. Der Minister sprach von konkreten Plänen, die bestehende Partnerschaft mit dem japanischen Großkonzern Mitsubishi weiter auszubauen. Mitsubishi ist bereits ein zentraler Investor in Kanadas erstem großem Exportprojekt für verflüssigtes Erdgas (LNG Canada, Phase 1). „Wir haben darüber gesprochen, diese Partnerschaft noch weiter auszubauen, um mehr Energieexporte nach Japan zu ermöglichen“, so der kanadische Minister.
Critical Metals War
— Oliver Groß (@minenergybiz) June 26, 2026
Canada, Japan consider critical minerals joint stockpiling in hunt for China alternatives 🇨🇦🇯🇵https://t.co/Zu9O65ldG4 pic.twitter.com/KMylj0S2Ny
Dieser bilaterale Schulterschluss zwischen Kanada und Japan folgt einer übergeordneten Strategie des Westens. Erst kürzlich hatten die G7-Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel im französischen Evian eine weitreichende strategische Allianz für kritische Rohstoffe ins Leben gerufen. Es handelt sich um eine koordinierte Anstrengung, um Chinas eiserne Kontrolle über essenzielle Metalle und Seltene Erden zu brechen, auf die insbesondere die Rüstungs-, Automobil- und Energieindustrie zwingend angewiesen sind. In der Erklärung von Evian verpflichteten sich die Nationen dazu, „die Bemühungen innerhalb der G7 und mit Partnerländern zu koordinieren, um die notwendigen Verarbeitungs- und Industriekapazitäten zur Diversifizierung unserer Wertschöpfungsketten für kritische Mineralien aufzubauen“.
Obwohl China in der Deklaration diplomatisch nicht namentlich erwähnt wird, ist die Stoßrichtung unmissverständlich. Die G7-Führer warnten eindringlich vor der riskanten Konzentration der Lieferketten und äußerten offen Bedenken hinsichtlich „der Anwendung nicht marktwirtschaftlicher Politiken und Praktiken sowie wirtschaftlichen Zwangs“. Scharf kritisiert wurden dabei „willkürliche Exportbeschränkungen und Vergeltungsmaßnahmen bei kritischen Mineralien und den damit verbundenen Dual-Use-Gütern“. Das sind Taktiken, die nach Ansicht der Allianz die wirtschaftliche Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der G7-Länder direkt untergraben.
Der Kampf um die Versorgung mit wirtschaftlich und militärisch wichtigen Rohstoffen geht damit in eine neue Phase über. Nicht nur die Vereinigten Staaten arbeiten an neuen Strategien, sondern auch andere wichtige Wirtschaftsnationen der Welt.
