Islamgläubige empfinden Spott gemeinhin als schmerzhaft, doch in den sozialen Netzen nimmt man darauf keine Rücksicht: Unter dem Hashtag #HijabiMen hat sich ein viraler Trend entwickelt, bei dem Nutzerinnen Bilder von mohammedanischen Männern in Burkas zeigen und die Geschlechterbilder im Islam gehörig auf die Schippe nehmen.
Frauen wären wie Handys, die man in eine Hülle stecken müsste, lernte man jüngst in einer öffentlich-rechtlichen Reportage: Islamische Verschleierung wurde auf Gebührenzahlerkosten kurzerhand vom BR als „Modest Fashion“ zum Trend (v)erklärt.
Ein etwas anderer Trend hat sich nun in den sozialen Netzen herausgebildet: „Modest“ sind hier nämlich nicht die im Islam unterdrückten Frauen. Islamkritische Userinnen haben den Spieß umgedreht und zeigen unter „#HijabiMen“ reihenweise KI-generierte Bilder von vollverschleierten Mohammedanern. Dabei nehmen sie das Frauenbild im Islam auf die Schippe und zeigen durch den Rollentausch die ganze Absurdität der Rechtfertigungen auf, mit denen die Unterdrückung der Frau in dieser Religion als notwendig und als Akt der Liebe verkauft werden soll.
So kommentierte eine Userin etwa zum Bild eines verschleierten Mannes, man sehe aber noch seine „muskulösen Unterarme“: „Jetzt bin ich lüstern. Bitte sorg dafür, dass er sich nächstes Mal angemessen bedeckt.“ Klingt albern, entspricht aber den Begründungen für die Verschleierung der Frau, denn die darf ja ihre Reize nicht offen zur Schau stellen, wenn sie nicht belästigt werden will.
Auf den Beitrag der wegen männlicher Unterarme „lüstern“ gewordenen X-Userin witzelt eine andere: „Deshalb bin ich so froh, einen bescheidenen und frommen Hausmann gefunden zu haben, der es nicht wagt, die Aufmerksamkeit von Frauen auf sich zu ziehen, während er von Kopf bis Fuß verhüllt durch die Straßen geht. Alhamdulillah.“ Zu sehen ist auch hier ein Mann mit Burka. Diesmal ohne sichtbare Unterarme.
This is why I’m so glad I found a modest and pious househusband who doesn’t dare gain the attention of women while he roams the streets covered head to toe ❤️Alhamdullilah https://t.co/UrbVzsVNAz pic.twitter.com/CmIw0d6J9G
— gha*da 𓋹 (@ghayo0da) June 21, 2026
Solche Scherz-Postings sammeln auf X zurzeit Tausende bis Zehntausende Likes und Retweets. Zu sehen sind verhüllte Mohammedaner beim Kochen, beim Staubsaugen und bei sonstigen klassischen „Hausfrauentätigkeiten“. Die Frau des Hauses hält sich derweil gern leicht bekleidet einen Männerharem und lässt es sich gut gehen.
Allahuma barek 🤲🏻📿🤍 #hijabiman pic.twitter.com/q03Umr8htf
— Shanna✨ (@shannasparkleof) June 21, 2026
Ob es für männliche Islamgläubige lehrreich sein wird, sich einmal in die Rolle der Frau versetzt zu fühlen, bleibt freilich offen: Wie empfindlich diese Gruppe auf Islamkritik reagiert, ist bekannt. Der X-Trend zeigt aber deutlich, dass der Islam immer mehr Spott und Kritik auf sich zieht, auch unter Frauen, die aus den entsprechenden Kulturkreisen stammen.
