Dschihadisten sind zu keiner Koexistenz in der Lage. Ihr Ziel ist die weltweite Herrschaft ihrer Ideologie. Israel berücksichtigt nach langer Zeit nun, dass diese Leute nur die Sprache der Stärke verstehen. Ein Vorbild für verweichlichte Europäer, von denen sich viele hilflos bis willig unterwerfen.
Kommentar von Eric Angerer
Jahrzehntelang hat Israel versucht, mit seinen islamischen Nachbarn ein friedliches Auskommen zu finden. Obwohl die Araber vom britischen Mandatsgebiet bereits Transjordanien bekommen hatten, waren die Zionisten zu einer Teilung des Restes bereit. Während die Araber Ende der 1940er Jahre nahezu sämtliche Juden aus ihren Ländern vertrieben haben, haben die Israelis 150.000 Araber in ihrem Gebiet belassen.
Obwohl Israel 1967, nach einem neuerlichen arabischen Angriff, Judäa und Samaria sowie Gaza erobert hat, hat es weder die Bevölkerung vertrieben noch die Gebiete dauerhaft annektiert. Sie waren lange zu einer Zwei-Staaten-Lösung bereit und haben sich sogar 2005 aus Gaza zurückgezogen, um zu sehen, ob ein gedeihliches Nebeneinander mit den „Palästinensern“ funktionieren könnte.
Das war aber mit einer Kultur, die vorherrschend aggressiv und expansiv geprägt ist, nicht möglich. Mit weniger als der Vernichtung Israels wollten sich seine Feinde nicht zufrieden geben. Jede Zurückhaltung und jedes Entgegenkommen wurden von der arabischen Seite seit Jahrzehnten als Schwäche und als Einladung zu weiteren Angriffen interpretiert.
Diese Haltung reicht zurück bis zu den Anfängen des Islam, zu Mohammed und zum Koran. In seinen Lehren sind die Höherwertigkeit der Islambefolger und die gottgewollte Unterwerfung und Demütigung der „nichtswürdigen Ungläubigen“ festgeschrieben. Und es war Mohammeds tiefe Überzeugung, dass im Konfliktfall immer die gottgefällige Sache über die Ungläubigen triumphieren müsse; zum Ausdruck kommt das in den Suren 8, 48 und 59.
Der gewaltsame militärische Sieg gilt für radikale Muslime seitdem als Beweis für die Wahrheit der islamischen Lehre. Und da der Islam im Großteil seiner Geschichte erfolgreich expandierte, konnte sich diese Art der „Erkenntnistheorie“ gut halten.
Problematisch wird es für die strikt Islamgläubigen dann, wenn sie militärisch verlieren. Dann bekommt die Arroganz der muslimischen Überlegenheit zwangsläufig Risse. Das war der Fall, als die islamische Welt nicht nur ökonomisch gegenüber dem Westen ins Hintertreffen geriet, sondern schließlich die arabischen Raubstaaten in Nordafrika im frühen 19. Jahrhundert und dann das osmanische Reich von den Ungläubigen auch noch militärisch besiegt wurden.
Die aktuelle israelische Führung versteht offensichtlich die Sprache des Orients, die Sprache der Stärke. Ihr ist wohl klar, dass der weitere Aufschwung der islamischen Herrschaftsideologie und ihrer terroristischen Akteure nur durch Entschiedenheit zu bekämpfen ist.
Islamistische Kräfte verstehen nur die Sprache der Gewalt. Nur durch möglichst drastische Niederlagen werden die Expansion und die Vorherrschaftsansprüche des radikalen Islam zu brechen sein. Und die Niederlage oder gar der Sturz des iranischen Regimes werden die Begeisterung von so manchen Muslimen (die dem starken Sieger, der andere demütigt, nacheifern) für den Dschihad dämpfen.
