Protest linker Antisemiten: KZ-Gedenkstätte Buchenwald ist ihnen nicht Israel-feindlich genug

Bild: FrDr, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Linksextreme Israel-Hasser mobilisieren gegen die Gedenkstätte, weil die Leitung nicht Israel-feindlich genug sei und einen angeblichen „Genozid“ in Gaza „leugne“. Das ist aus zwei Gründen widerwärtig.

Kommentar von Eric Angerer

Ausgerechnet rund um den Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald (Thüringen) im April planen linksextreme Gruppierungen eine Demonstration gegen die Leitung der Gedenkstätte. 

Laut einem Bericht der NZZ werfen sie der Leitung vor, sie sei nicht Israel-feindlich genug. Außerdem würden propalästinensische Aktivisten angeblich kriminalisiert.

Ausgangspunkt ist offenbar ein Vorfall aus dem April des vergangenen Jahres. Mitarbeiter der Gedenkstätte verweigerten einer Frau den Zutritt, weil sie mit einem Palästinensertuch (Kufiya) auf dem Gelände gegen Israel protestieren wollte. Ein Gericht gab später der Gedenkstätte recht.

Die Klägerin war laut der Bild-Zeitung offenbar Mitglied einer kommunistischen Organisation, die das antisemitische Massaker der Hamas im Oktober 2023 gefeiert hatte. In einer Stellungnahme der Gruppe hieß es: „Wir können diesen Aufstand nur bewundern“, er sei „in Gänze legitim, genau wie all seine Mittel“.

Nun wollen diese Leute unter dem Slogan „Kufiyas in Buchenwald“ demonstrieren. Daran beteiligt sind unter anderem die Studentenorganisation der Linkspartei, die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die antizionistische Organisation „Jüdische Stimme“, die gerne zur Kaschierung antisemitischer Kampagnen benutzt wird.

Das Auftreten dieser Gruppen ist aus zwei Gründen widerwärtig:

Ein angeblicher „Genozid“ und seine „Leugnung“

Die propalästinensischen Linksextremisten stützten sich in ihrem Agieren auf den Israel-feindlichen Mainstream in der globalistischen europäischen Politik, in den linksliberalen Mainstream-Medien und an den „postkolonialistischen“ Unis. Bei diesen Leuten hat sich zunehmend die Behauptung durchgesetzt, dass Israel in Gaza einen „Genozid“ begehe.

Allein der Begriff „Leugnung“ zeigt schon, dass diese Kräfte daran arbeiten, wie in anderen Fragen („Corona-Leugnung“, „Klima-Leugnung“ …) ein Dogma zu etablieren. Ziel: Wer widerspricht, kann diffamiert werden. Dabei ist die Behauptung eines Genozids in Gaza unhaltbarer Unsinn.

Ein Völkermord ist die (weitgehende) Vernichtung einer ethnischen Gruppe. Beim Versuch eines Völkermordes ist die Absicht dieselbe, das Ergebnis aber nicht erreicht oder noch offen.

In Gaza kann/konnte davon keine Rede sein. Israel versucht(e) nicht, alle oder den Großteil der Gazaner umzubringen, sondern gab vor Angriffen sogar Warnungen heraus (mit denen es den Überraschungsmoment aufgab). Die Hamas-Terroristen verstecken sich systematisch hinter den Zivilisten, um ihren Tod dann propagandistisch auszunutzen. Unter den angeblich 60.000 Toten sind mindestens die Hälfte Hamas-Kämpfer. Die zivilen Opfer sind von der Hamas herbeigeführte Kollateralschäden.

Wenn es sich in Gaza um einen Völkermord handeln würde, dann wären so ziemlich alle Kriege Genozide, in denen eine relevante Zahl von Zivilisten umkommt. Beim Krieg zwischen den Saudis und Huthis im Jemen kamen laut UNO 380.000 Menschen ums Leben, in der großen Mehrheit Zivilisten.

Die USA und Großbritannien haben mit ihren Bombardements im 2. Weltkrieg etwa 600.000 deutsche Zivilisten, überwiegend Kinder, Frauen und Alte, getötet – obwohl sich die Wehrmacht nicht systematisch hinter diesen verschanzt hatte. Den Krieg einzustellen, um zivile Opfer zu vermeiden, war für die Alliierten keine Option. Das hätte nämlich bedeutet, die Nazis an der Macht zu lassen.

Die Alliierten haben auch (anders als Israel) die Zivilbevölkerung nicht vorgewarnt. Und die Alliierten wären auch nicht auf die Idee gekommen, an Nazi-Deutschland vor einer Kapitulation Lebensmittel zu liefern. Genau diese Dinge – Einstellung des Krieges gegen die Islamfaschisten und die Lieferung von Lebensmitteln über Strukturen, die von der Hamas kontrolliert werden – wurden von großen Teilen der westlichen politischen Öffentlichkeit von Israel verlangt.

In Gaza hat sich die Bevölkerung im angeblich „von Israel belagerten Getto“ seit 2000 verdoppelt. Mag sein, dass Israel Teile des Gazastreifens unter seiner Kontrolle belässt – als Sicherheitszone und als Preis für das Hamas-Pogrom im Oktober 2023 und all ihre jahrelangen Aggressionen gegen den jüdischen Staat. Gebietsverluste sind in vielen Kriegen die Folgen von Niederlagen, aber keine Genozide.

Warum ignorieren Linke die realen Genozide?

Gleichzeitig gab und gibt es auch aktuell tatsächlich Versuche, ethnische Gruppen ganz oder weitgehend zu vernichten. Der „Islamische Staat“ hat das mit den Jesiden gemacht, die nun in Syrien herrschenden Dschihadisten haben das gegenüber den Drusen versucht. Das muslimische Aserbaidschan hat 2023 die komplette (christliche) armenische Bevölkerung von Berg-Karabach vertrieben. In Nigeria wurden nach Angaben des republikanischen US-Politikers Ted Cruz seit 2009 52.000 Christen von Islamisten ermordet. 

Auch im Sudan findet, von der Weltöffentlichkeit nur mäßig beachtet, ein wirklicher Genozid statt. In der Region Darfur haben bereits von 2003 bis 2008 arabische Milizen, die sich auf Reiter-Nomaden stützen, nach UN-Angaben etwa 300.000 Schwarzafrikaner ermordet und 2,5 Millionen vertrieben. Seit 2023 und insbesondere 2025 hat sich das erneut zugespitzt und es sollen erneut etwa 150.000 Angehörige der sesshaften dunkelhäutigen Völker Fur, Masalit und Zaghawa ermordet worden sein – weil sie von den Arabern als minderwertig und ihr Islamglaube als unecht angesehen werden (wir haben im Detail berichtet). 

Waren bezüglich der Jesiden, der Drusen, der christlichen Nigerianer und der Südsudanesen die Sensibilität, Aufregung und „Solidarität“ bei all den Linken, den Hamas-Helfern auf den Straßen, auch so groß? Gab es im selben Ausmaß Straßendemos, Unibesetzungen und Interventionen ins kulturelle Leben, als sich zuletzt in den Bürgerkriegen in Libyen, in Syrien oder im Irak Anhänger der „Friedensreligion“ Islam gegenseitig massakrierten?

Oder sind Sensibilität, Empörung und Aufmerksamkeit nur so groß, wenn die Täter keine Muslime sind und man die Toten den Juden anlasten kann? Eben! Und genau aufgrund dieser Doppelstandards ist diese „antizionistische Israelkritik“ antisemitisch.

Cheerleader der Islamfaschisten

Die Hamas-Herrschaft im Gazastreifen war eine voll entwickelte faschistische Diktatur, die sich auf eine kleinbürgerlich-lumpenproletarische religiöse Massenbewegung stützte, mit der ein Terrorregime errichtet und Gegner ermordet wurden. Die Hamas steht für die Ermordung und Vertreibung der Juden und bezieht sich dabei ganz offen auf die Nazi-Tradition.

Der historische Anführer der palästinensischen Nationalbewegung Amin al-Husseini, der Mufti von Jerusalem, arbeitete ab 1937 mit dem NS-Regime zusammen. Von 1941 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebte er in Deutschland, war mit Adolf Eichmann befreundet und verbreitete die nationalsozialistische Propaganda im arabischen Raum. Er unterstützte den Holocaust und wirkte daran mit, indem er Fluchtwege für Juden aus Osteuropa zu blockieren suchte und so Tausende dem NS-Regime auslieferte. 1943 verhinderte er beispielsweise die von den NS-Behörden bereits genehmigte Ausreise von 5.000 jüdischen Kindern nach Palästina; sie wurden später im KZ Auschwitz ermordet.

Zudem wurde al-Husseini Mitglied der SS und mobilisierte Muslime auf dem Balkan für die Waffen-SS sowie drei arabische Einheiten für die Nazis. Er verlangte von der deutschen Luftwaffe die Bombardierung Tel Avivs und forderte die Araber Syriens, des Iraks und Palästinas mit Berufung auf den Koran und Mohammed dazu auf, die Juden in Palästina sämtlich zu töten und sprach von der „besten Chance, diese dreckige Rasse loszuwerden“. 1946 konnte al-Husseini unbehelligt von den Siegermächten nach Ägypten ausreisen, wo ihn Hassan al-Banna, der Führer der Muslimbruderschaft, mit einer Lobrede empfing (Genaueres dazu findet sich hier). 

Das alles ist keine „alte Geschichte“. Die Hamas und auch die PLO beziehen sich immer noch positiv auf al-Husseini. Die Charta der Hamas bezieht sich positiv auf die berüchtigte antisemitische Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“. Unter ihrer Herrschaft im Gaza-Streifen erfreute sich Adolf Hitlers „Mein Kampf“ in arabischer Übersetzung erheblicher Beliebtheit. 

Der islamische Mainstream braucht diese Anleihen aus Europa aber nur als willkommene Ergänzung der eigenen islamischen Tradition. In dieser sind seit dem 7. Jahrhundert eine totalitäre Herrenmenschenideologie, rabiater Judenhass, mörderische Vernichtungsabsichten und aggressive Weltherrschaftspläne eingeschrieben. Nationalsozialismus und muslimischer Extremismus sind aber nicht nur Brüder im Geiste, sondern haben aus ihrer ähnlichen Ideologie auch ähnliche mörderische Praxen entwickelt.

Das haben der IS und die Hamas gezeigt. Und Ruholla Khomeini, der Gründer und die große Leitfigur der Islamischen Republik Iran, sagte Folgendes:

„Den Ungläubigen das Leben zu lassen, bedeutet Nachsicht gegenüber ihrem verderblichen Tun. Sie zu töten ist wie das Herausschneiden eines Geschwürs, wie es Allah der Allmächtige befiehlt. (…) Wir müssen auf der ganzen Welt Krieg führen, bis alle Verderbnis, aller Ungehorsam gegenüber dem islamischen Gesetz aufhören. Eine Religion ohne Krieg ist eine verkrüppelte Religion. Es ist Krieg, der die Erde läutert“.

(zit. n. Bruno Schirra: Iran. Sprengstoff für Europa. Berlin 2006, S. 154f.)

Schweigen bei den Linken

Dennoch ist von den westlichen Linken zu all diesen Dingen fast nur ohrenbetäubendes Schweigen zu vernehmen. Das „antiimperialistische“ Bündnis gegen Israel geht offenbar vor. Gegen den jüdischen Staat ist diesen Linken, die sonst sehr sensibel auf jede vermeintliche Diskriminierung sind, offenbar alles recht. Sie demonstrieren in den westlichen Städten Schulter an Schulter mit den Hamas-Anhängern und den Unterstützern der iranischen Diktatur und verkneifen sich Kritik an deren Islamfaschismus.

Dass auf den Demos der muslimischen Hamas-Fans und ihrer nützlichen Idioten die Vernichtung Israels gefordert wird, scheint nur logisch. Diese Leute wollen den islamischen Gottesstaat in Gaza, ein faschistisches Regime und eine Brutstätte von Judenhass und Terrorismus, retten. Grotesk hingegen ist der antiisraelische Eifer der Mehrheit der „antifaschistischen“ und „friedensbewegten“ Linken. 

Aber damit haben manche offenbar noch nicht genug. Teile der antiisraelischen deutschen Linksextremisten „bewundern“ den „Aufstand“ (also das Massaker) der Hamas und finden sogar „all seine Mittel“ (also auch barbarische Vergewaltigungen und Morde an Kindern) „legitim“. Und diese Figuren glauben dann auch noch, ausgerechnet bei der KZ-Gedenkstätte Buchenwald, wo neben deutschen Nazi-Gegnern und sowjetischen Kriegsgefangenen auch viele Juden ermordet wurden, mit Palästinensertüchern provozieren zu müssen. Das ist widerwärtig. Und es zeigt das Ausmaß der Degeneration dieser Linken.

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