11,5 Millionen Euro Medienförderung: Wiener Zeitung macht PDF-Rätselheft

Obacht: Interessierte müssen sich das Rätselheft selbst ausdrucken. Symbolbild: KI

Die eher mittelmäßig erfolgreiche Dreierkoalition schüttet die staatliche Wiener Zeitung, die nur noch online erscheint, jährlich mit 11,5 Millionen Euro Steuergeld zu – das sind 31.506 Euro täglich. Die Chefredaktion will die angebliche journalistische Qualität nun mit einem Sommer-Rätselheft belegen.

Ein Blick auf die Landing-Page der wienerzeitung.at an diesem Montag (Stand 09.30 Uhr) zeigt: Selbst mit 20 Mitarbeitern in der Redaktion schafft das Staatsunternehmen die Veröffentlichung von nur einem aktuellen Bericht – „Der Krieg und das Paranormale“ wurde am 3. August auf die Website gestellt. Die anderen redaktionellen Beiträge auf dieser Homepage sind zwei, drei Tage alt. Es war ja Wochenende.

Die gesamt 99 Mitarbeiter dieses Medienunternehmens werden bekanntlich zwangsweise vom österreichischen Steuerzahler finanziert, es ist also ein Mini-ORF, allerdings mit noch weit weniger Output. Dem österreichischen Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) ist dieses potemkinsche Medien-Dorf 11,5 Millionen Euro an fremdem Geld wert, auch wenn die User-Zahlen dieser Online-Zeitung katastrophal schlecht sind: Nur 137.000 Visits weist das bekannte Analyse-Tool Similar Web der wienerzeitung.at im Monat aus, das sind etwa 4566 Besuche pro Tag. Zum Vergleich: Andere Medien-Websites wie etwa heute.at kommen auf 31,6 Millionen Visits im Monat, also auf etwas mehr als eine Million pro Tag.

Die Bundesregierung hält sich somit mit dem Geld der Steuerzahler ein Web-Medium, das sicher nicht die Hand beißt, die täglich Futter um 31.506 Euro in der Redaktion abliefert: Die Wienerzeitung-Website wird aktuell von Texten über die Queerfeindlichkeit und einer angeblichen Verbindung von Islamisten und Rechten, sowie über platte Mainstream-Inhalten zum Thema Waldbränden dominiert. Nun berichtet aber das Branchenmagazin Horizont über einen neuen Coup der wienerzeitung-at-Chefredaktion, wie vielleicht doch noch Leser gewonnen werden können: Die Website präsentiert ein 80-seitiges Rätselheft, das als PDF heruntergeladen werden kann. Die 2023 vollzogene Beendigung der gedruckten Wiener Zeitung scheint offenbar noch immer nicht ganz verkraftet: Mit einer staatlichen Subvention von 11,5 Millionen Euro sind jetzt Rätsel auf Papier auszudrucken.

Diese Rätsel-Idee hatte der Mickey-Mouse-Verlag und Yps-Extra übrigens schon vor mehreren Jahrzehnten, und diese Anbieter schafften das sogar ohne einen Euro Steuergeld. Ob mit dem Rätsel-Angebot nun der große Durchbruch bei der wienerzeitung.at kommt, kann dann sicher in wenigen Wochen erneut erhoben werden. Eine Frage bleibt: Sind die 20 Redaktionsmitarbeiter der staatlichen Medien-Simulation während der Rätsel-Wochen alle auf Urlaub?

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