Sanktions-Kehrtwende! Trump öffnet US-Markt für Putins Diesel

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Erst verschärft Donald Trump die Sanktionen gegen Russland, jetzt öffnet er den amerikanischen Markt wieder für russischen Diesel! Nach einem direkten Gespräch mit Wladimir Putin kündigte der US-Präsident Lieferungen von insgesamt mehr als 4,8 Millionen Tonnen an. Washington erteilte dafür umgehend eine weitreichende Ausnahmegenehmigung. Und Trump bedankt sich auch noch persönlich beim Kremlchef.

„Ich habe soeben ein äußerst erfolgreiches Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abgeschlossen“, verkündete Trump am Freitag auf Truth Social. Russland werde sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel für den amerikanischen und internationalen Markt bereitstellen, weitere 500.000 Tonnen sollen im November folgen und eine Million Tonnen unmittelbar danach. Zusätzlich stellte der US-Präsident drei Millionen Tonnen in Aussicht, die Moskau abhängig vom Zustand seiner Raffinerien innerhalb kurzer Zeit liefern soll. Insgesamt geht es damit um mehr als 4,8 Millionen Tonnen Treibstoff.

Damit nimmt die amerikanische Russland-Politik eine erstaunliche Wendung. Erst am 18. September hatte Trump mit dem „Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026“ ein Gesetz unterzeichnet, das Moskaus Energieeinnahmen weiter beschneiden soll. Russische Unternehmen, Banken und die sogenannte Schattenflotte stehen im Visier der neuen Bestimmungen. Auch Strafzölle auf russische Waren und auf Handelspartner Moskaus gehören zu den vorgesehenen Maßnahmen. Keine drei Wochen später macht Washington ausgerechnet für russischen Diesel wieder Geschäfte möglich.

Wirtschaftsinteressen statt Ideologie

Das US-Finanzministerium veröffentlichte am 9. Oktober die General License 135. Sie erlaubt trotz der bestehenden Russland-Sanktionen den Verkauf, die Lieferung, das Entladen und den Import von russischem Diesel – ausdrücklich auch direkt in die Vereinigten Staaten. Die Ausnahme gilt bis zum 7. April 2027. Damit hat Washington bereits einen wesentlichen Teil der Voraussetzungen für den angekündigten Deal geschaffen. Die übrigen Sanktionen bleiben bislang zwar noch bestehen, für den Dieselhandel öffnet die Trump-Regierung jedoch die Tür.

Trump machte auch vor Journalisten keinen Hehl aus seiner Freude. „Ich möchte Präsident Putin danken. Um ehrlich zu sein, wir bekommen riesige Mengen Öl in unser Land, und zwar Diesel – genau den Treibstoff, den wir wollen“, erklärte der US-Präsident vor seiner Abreise zu einer Wahlkampfveranstaltung. Ein amerikanischer Präsident, der die Sanktionen gegen Russland gerade erst verschärft hat, bedankt sich nun öffentlich bei Putin für Energielieferungen. Die Prioritäten in Washington haben sich angesichts der Energiekrise offenbar deutlich verschoben.

Bestätigung aus Russland

Putin bestätigte nach dem Telefonat die russische Lieferbereitschaft. „Bei der Erörterung der Lage auf dem globalen Energiemarkt hat die russische Seite ihre Bereitschaft bekräftigt, Öl und Erdölprodukte auf den amerikanischen und den Weltmarkt zu liefern“, erklärte der Kremlchef. Er sei überzeugt, dass sich dies positiv auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken werde. Die einzelnen von Trump angekündigten Dieselmengen und Liefertermine bestätigte Moskau allerdings vorerst nicht ausdrücklich.

Russlands Vizepremier Alexander Nowak kündigte bereits an, die russischen Exportbeschränkungen für Diesel vorzeitig zu lockern. Erste Lieferungen in die USA könnten noch im Oktober beginnen. Im November und Dezember will Moskau zusätzliche Mengen bereitstellen, sobald Raffinerien nach Reparaturarbeiten wieder ihre Produktion hochfahren. Für Russland könnte sich das Geschäft kräftig auszahlen: Das Wirtschaftsmedium RBC beziffert den rechnerischen Warenwert der von Trump angekündigten 4,8 Millionen Tonnen anhand amerikanischer Diesel-Terminpreise auf rund sieben Milliarden Dollar. Ob tatsächlich Lieferungen in diesem Umfang zustande kommen, ist noch offen.

Die russischen Raffinerien sind allerdings selbst schwer angeschlagen. Nach Berechnungen von S&P Global Energy stand Ende September nahezu die Hälfte der russischen Raffineriekapazitäten still. Ukrainische Drohnenangriffe haben der Ölverarbeitung erheblich zugesetzt. Ob Moskau die angekündigten Mengen überhaupt zeitgerecht bereitstellen kann, muss sich daher erst zeigen. Für Putin eröffnet die amerikanische Sanktionslockerung jedenfalls neue Absatzmöglichkeiten und die Aussicht auf zusätzliche Milliardeneinnahmen.

Trump will die Dieselpreise senken

Trump setzt derweil auf sinkende Dieselpreise. „Niedrigere Preise für Amerikaner, insbesondere für unsere großartigen Farmer, Viehzüchter und Fernfahrer, haben für mich oberste Priorität“, schrieb er. Für die amerikanische Landwirtschaft und Transportwirtschaft sind die hohen Treibstoffkosten längst zu einer erheblichen Belastung geworden. Zuletzt kostete Diesel in den USA durchschnittlich 6,28 Dollar je Gallone. Nach der Ankündigung des Deals gaben amerikanische Diesel-Futures zeitweise um fast fünf Prozent nach.

In Kiew kommt diese Annäherung erwartungsgemäß schlecht an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Entscheidung als Schwäche und warnte davor, Moskau mit zusätzlichen Einnahmen aus dem Energieverkauf zu stärken. Ausgerechnet während amerikanische Vertreter mit ukrainischen Delegierten über eine mögliche Beendigung des Krieges verhandeln, öffnet Washington dem Kreml neue Handelsmöglichkeiten. Trump lässt sich davon bislang nicht abbringen. Für ihn zählt offenbar vor allem, möglichst rasch zusätzlichen Diesel auf den Markt zu bringen.

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