Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Waldbrand im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald zum Beweis für den Klimawandel erklärt. „Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist. Das ist der Klimawandel“, sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch des Brandgebietes am Samstag.
Eine Aussage, die wohl auch von einem grünen Kanzler hätte stammen können: Zwei Tage nach der Löschung des verheerenden Waldbrands in der Eifel reiste Friedrich Merz nach seinem Sommerurlaub an, um vor Ort den Klimawandel als Ursache festzuhalten. Passenderweise wurde er schon nach seiner Ankunft mit einem Pfeifkonzert begrüßt.
Bei dem Großbrand waren nach Angaben des Landesbetriebs Wald und Holz zwischen 300 und 400 Hektar Wald betroffen. Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, zeitweise waren etwa 1.400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Bundeswehr sowie Helfer aus Land- und Forstwirtschaft mit der Bekämpfung des Feuers beschäftigt. Merz dankte ihnen für ihren Einsatz.
WAS FÜR EIN GESCHWÄTZ!
— Georg Pazderski (@Georg_Pazderski) August 22, 2026
Für Friedrich Merz ist BRANDSTIFTUNG jetzt Klimawandel.
„Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an. Das ist der Klimawandel. Wir werden alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen.“
Will er damit die dümmste… pic.twitter.com/cWiNtafKtW
Der Kanzler nutzte das Feuer, um gegen Kritiker der unverändert grünen Politik auszuteilen: „Leugner“ sollten ansehen, was hier passiert sei, denn das wäre der Klimawandel gewesen. „Wir werden häufiger solche Ereignisse haben“, prophezeite Merz. Deutschland müsse „alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen“, und sich gleichzeitig aber auf dessen Folgen einstellen.
Bei der Klausurtagung des Bundeskabinetts am Dienstag und Mittwoch soll deshalb darüber beraten werden, wie Bund, Länder und Kommunen künftig besser auf Waldbrände und andere Großschadensereignisse vorbereitet werden können. Ein Thema könnten stabilere Kommunikationsverbindungen für Einsatzkräfte sein.
Bei aller fragwürdigen klimapolitischen Gewissheit des Kanzlers gilt weiterhin eine recht banale physikalische Tatsache: Ein Wald entzündet sich nicht spontan, weil draußen 30 oder 35 Grad herrschen. Zur Entzündung braucht es auch bei Dürre immer noch eine Zündquelle. In den meisten Fällen ist das der Mensch – durch Brandstiftung, aber auch durch Unachtsamkeit wie weggeworfene Zigarettenstummel.
