Konsequenzen? Nach Tweets von Milliardär Musk wechseln Trillionen Dollar den Besitzer

Bild: Bitcoin Logo freepic / @Kerfin7; Elon Musk: Steve Jurvetson - https://www.flickr.com/photos/jurvetson/48046466387/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79848336

Nach dem mindestens dritten Vorfall dieser Art in nur wenigen Wochen stellen sich viele Kyrpto-Anleger die Frage, weshalb Elon Musk bislang keine Konsequenzen ereilen. Denn in Folge seiner launigen Tweets zu Bitcoin hat in Summe eine Trillion Dollar (im Englischen, im Deutschen Billion) den Besitzer gewechselt. Alle Zwischenbewegungen eingerechnet, gleich mehrfach.

Elon Musk ist einer der drei reichsten Männer der Welt. Wer gerade vorne ist, hängt von Börsenbewegungen ab. Musks Vermögen soll sich im Vorjahr durch den Erfolg seiner Elektroautos der Marke Tesla um mindestens 100 Milliarden US-Dollar vermehrt haben. Im Jänner 2021 wurde sein Vermögen mit rund 185 Milliarden Dollar angegeben. Eine schöne Sache. Unter den Multimilliardären gilt er aufgrund seines Ideenreichtums und Vielseitigkeit besonders „cool“, er ist auch der einzige, der sich mehrfach kritisch zur angeblichen Corona-Pandemie geäußert hat, während viele seiner Geldadels-Kollegen kritiklos mitspielen oder ihre Milliarden sogar aus dem Pandemie-Leid anderer beziehen. Zahlreiche seiner Geschäftsideen versprechen tatsächlich großen Nutzen für die Menschheit.

Ein Wort von Musk bewegt das Geld der Welt

In den letzten Monaten gefällt sich Musk allerdings als besonderer Scherzbold, was Aussagen zu den Kryptowährungs-Kursen betrifft. Während er früher als positiver Impulsgeber galt, dessen Wort dem Markt Stabilität und neue Höhenflüge im Kurs bescherte, führen seine Äußerungen die an Postings von pubertierenden Kindern erinnern in letzter Zeit zu massiven Crashs an der Kryptobörse. Man mag nun kritisieren, dass eine Börse, die auf die Aussagen eines einzelnen Menschen derart massiv reagiert, wohl nicht viel wert wäre – das ändert aber nichts daran, dass in Folge seiner Äußerungen mindestens eine Trillion US-Dollar den Besitzer wechselte. In Zahlen geschrieben: 1.000.000.000.000 US$, in deutscher Sprache eine Billion. Das ist deutlich mehr als das Bruttonationalprodukt der meisten Staaten der Welt.

Wenn Musk über die Spass-Währung „Dogecoin“ positiv postete stieg sie um hunderte Prozent, äußerte er sich negativ führte dies zu einen Crash. Noch viel größere Kursbewegungen wurden zunächst ausgelöst, als Musk ankündigte, Tesla würde nicht nur in Bitcoin investieren sondern diesen auch als Zahlungsmittel akzeptieren – bis er scheinbar aus einer Laune heraus verkündete, dass die Kryptowährung nicht umweltfreundlich genug wäre und man sich deshalb wieder zurückziehen werde. Ein Schelm, wer Böses denkt, doch wenn Musk solche Aussagen in Absprache mit Investoren vorbereitet und tätigt, könnten diese innerhalb weniger Stunden ihr Vermögen vervielfachen – während andere es verlieren.

Die Zeitungsente von großen Kryptocrashes

Wer in Zeitungen von „Abstürzen“ der Kryptowährungen liest, erfährt wie immer aber nur die halbe Wahrheit. Auch wenn Bitcoin für viele Neuland ist – die Währung gibt es bereits seit 2009. Tatsache ist, dass die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarktes bis Jänner 2021, also in 11 Jahren, nie die Trillion Dollar überschritten hat. Dann ging es rasant und man erreichte innerhalb von fünf Monaten 2,5 Trillionen. Von diesem Höhenflug ernüchtert steht der Markt nun, wenige Wochen später, zwischen 1,6 und 1,7 Trillionen. Unaufgeregt betrachtet könnte man von der Korrektur einer Blase sprechen, da die Werte zwischendurch einfach deutlich überbewertet waren. So würde man dies vermutlich bei normalen Börsen kommentieren.

Zu viel Macht in der Hand eines Menschen

Wenn sich Geldwerte in diesen Dimensionen verschieben bedeutet kann das allerdings Leben und Tod für Millionen Menschen bedeuten. Wie viele haben verloren, wie viele viel dazugewonnen? Sollte es in der Macht eines einzelnen Menschen liegen, mit ein paar Buchstaben in einem sozialen Medium einen durchaus beträchtlichen Teil der Welt aus den Angeln zu heben? Eines Menschen, der nie in eine Funktion gewählt wurde, weder vom Volk noch von Bankiers, um sie zu vertreten und Entscheidungen dieser Dimension zu fällen? Wir bei Report24 sind keine Finanzexperten, aber es klingt mehr als logisch, dass die Bewegung einer Trillion Dollar auch Auswirkungen auf „reale“ Finanzmärkte hat. Denn das Geld kommt und geht ja nicht aus dem Nichts, alles was in Krypto investiert oder von dort wieder abgehoben wird existiert auch in den verschiedenen Währungen der Welt.

Keine Konsequenzen

Rechtlich ist Musk, der vor Kryptowährungen vergleichbare Scherze mit den „realen“ Börsen dieser Welt getrieben hat, offensichtlich nicht beizukommen. Frühere Rechtsstreits mit der US-Börsenaufsicht klärte er, zu einer Verurteilung kam es nie. Angeblich habe er mit der Beilegung seines Streits mit der Börsenaufsicht sogar 50 Millionen Dollar verdient – Peanuts. Die US Börsenaufsicht wäre aufgrund seiner neuesten Tweets „genervt“ erfährt man, doch das genau so große Bedeutung als wenn unsereins über das Wetter genervt ist. Da kann man drüber reden, man kann es auch lassen – es wird nichts ändern.

„Hackerkollektiv“ will einschreiten

Nun meldete sich das Hackerkollektiv Anonymous zu Wort. Wobei anzumerken ist, dass Anonymous alles und nichts ist – es kann etwas bedeuten oder auch nur die Meinungsäußerung eines gelangweilten Pubertierenden sein. Für weltweite Headlines in den Zeitungen hat es jedenfalls gereicht. Die Aussagen des Verfassers sind jedenfalls für Normalsterbliche mehr als nachvollziehbar:  „Es scheint so als hätten die Spiele, die Sie mit Kryptomärkten gespielt haben, Leben zerstört“. „Millionen von Kleinanlegern haben wirklich auf ihre Kryptogewinne gezählt, um ihr Leben zu verbessern“. Musks Tweets würden „eine klare Missachtung für die durchschnittliche arbeitende Person“ zeigen. Er wäre nur ein weiterer „narzisstischer reicher Kerl“, der einen Großteil seines Erfolges staatlichen Subventionen zu verdanken habe. Um Tesla-Batterien zu ermöglichen würden in anderen Teilen der Welt Kinder in Lithium-Minen unter unerträglichen Bedingungen Rohstoffe fördern. Die Hacker drohten Musk jedenfalls Maßnahmen an – falls hinter der Drohung tatsächlich echte Computerkundige stehen sollte, bedeutet das möglicherweise Einbrüche in die Computersysteme seiner Firmen. Dann kann sich die Welt auf die nächsten Aufdeckungen und Leaks freuen.

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