Hamas-Spur bei UNRWA: Die UN wussten seit 2024 Bescheid

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Heute jährt sich der Terroranschlag der Hamas auf Israel zum dritten Mal. Und schon im Jahr 2024 fanden UN-Ermittler heraus, dass ihre eigene Agentur UNRWA offensichtlich von Hamas-Leuten durchseucht war. US-Ermittler fanden mehr als hundert solcher Fälle. Doch Einsicht sieht anders aus.

Seit beinahe zwanzig Jahren wird der Gazastreifen de facto von der radikalislamischen Hamas regiert. Die Terrororganisation, die das Gebiet wie ein Krebsgeschwür durchwuchert, kontrolliert dort faktisch alle Bereiche. Für das sogenannte Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen, die UNRWA, wäre gerade dieser Umstand ein noch gewichtigerer Grund gewesen, bei der Einstellung von lokalen Kräften entsprechende Hintergrundchecks zu machen. Doch das ist offensichtlich nicht geschehen.

Das Office of Internal Oversight Services, die interne Kontrollbehörde der Vereinten Nationen, untersuchte 19 UNRWA-Mitarbeiter wegen des Verdachts, am Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen zu sein. Bei einem Mann fanden die Ermittler keine Belege. In neun weiteren Fällen reichte das Material nicht aus. Bei den übrigen neun erklärte OIOS, die vorliegenden Informationen könnten – sofern authentifiziert und bestätigt – auf eine Beteiligung an den Angriffen hindeuten. UNRWA trennte sich von ihnen. Wie ernst die UN den Verdacht selbst einschätzten, zeigte das anschließende Pressebriefing. Farhan Haq, stellvertretender Sprecher des UN-Generalsekretärs, erklärte, für die neun Männer habe genügend Material vorgelegen, um die Entlassungen zu rechtfertigen. Ein Journalist fragte nach, ob „wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich“ ihre mögliche Beteiligung treffend beschreibe. Haq antwortete sinngemäß: „Ja, das ist eine treffende Beschreibung.“

Ein Terroristennest bei der UNRWA

Doch während die Vereinten Nationen offenbar lediglich 19 Personen auf eine mögliche Beteiligung an den Hamas-Massakern in Israel am 7. Oktober 2023 untersuchten, gingen die Amerikaner weiter. Am 5. Juni 2026 meldete das Büro des Generalinspekteurs der amerikanischen Entwicklungsbehörde USAID 101 aktuelle oder ehemalige UNRWA-Mitarbeiter an das US-Außenministerium. Der Grund: Erkenntnisse über eine Beteiligung am 7. Oktober und/oder Verbindungen zum militärischen Arm der Hamas. Insgesamt hatten die amerikanischen Ermittler zu diesem Zeitpunkt bereits 108 Personen für mögliche Ausschlussverfahren gemeldet.

Die Details sind für die Vereinten Nationen noch unangenehmer als die nackte Zahl. Ein stellvertretender Schulleiter soll gleichzeitig stellvertretender Kompaniekommandeur der Kassam-Brigaden gewesen sein. Ein weiterer arbeitete laut USAID OIG als Gruppenführer einer Hamas-Einheit. Lehrer sollen im militärischen Geheimdienst tätig gewesen sein, als Zugführer gedient oder als Scharfschützen für die Hamas gearbeitet haben. Ein Lehrer soll am 7. Oktober den Auftrag erhalten haben, zwei Panzerabwehrraketen zu einem vorgegebenen Ort zu bringen.

Bei einem Schuldirektor führten die Spuren laut den amerikanischen Ermittlern sogar in die Waffenproduktion der Hamas. Er soll der Chemieabteilung einer militärischen Produktionseinheit zugeordnet gewesen sein. An seiner Schule befanden sich drei Panzerabwehrstellungen und ein Tunnelschacht. Auf dem Papier waren das Lehrer, Schulleiter, Sicherheitskräfte, psychosoziale Berater und medizinisches Personal. Laut den amerikanischen Ermittlern übten einige gleichzeitig Funktionen im militärischen Hamas-Apparat aus. Das sind nicht einfach nur ein paar Leute, die „einfach so durchgerutscht“ sind. Das sind mehr als hundert islamistische Judenhasser, die sich am Terror gegen Israel und an Judenmorden beteiligt haben. Und sie alle standen auf der UNRWA-Gehaltsliste.

Ein UNRWA-Schulleiter als Hamas-Kommandeur

Wie blind die UN gegenüber möglichen Doppelrollen im eigenen Apparat waren, zeigte auch Imad El Samhouri. Der Mann arbeitete jahrelang als Lehrer und Schulleiter für UNRWA und wurde 2026 bei einer UN-Gedenkveranstaltung als getöteter Mitarbeiter geehrt. Später präsentierte ihn die Hamas in einem „Märtyrer“-Video als Feldkommandeur der Kassam-Brigaden. Report24 berichtete bereits ausführlich über den Fall und die damalige Ehrung durch António Guterres und Annalena Baerbock.

Interessanter ist heute die Reaktion der Vereinten Nationen. Im August fragte ein Journalist UN-Sprecher Stéphane Dujarric, wie ein solcher Mann geehrt werden konnte. Die Organisation habe von den Vorwürfen gegen Samhouri nichts gewusst, erklärte dieser. Hätte man davon gewusst, wäre sein Name wohl nicht aufgenommen worden. Der Journalist wollte anschließend wissen, ob die UN die Ehrung nun zurücknehmen würden. Dujarric verwies erneut auf den damaligen Informationsstand. Auf die Nachfrage, ob es also keine Korrektur geben werde, antwortete er: „Was gesagt wurde, wurde gesagt.“ Einsicht sieht anders aus.

Während Vertreter und Institutionen der Vereinten Nationen Israel seit Beginn des Gaza-Krieges mit schwersten Vorwürfen konfrontieren, steht eine unangenehme Frage im eigenen Haus: Wie kann sich eine Organisation anmaßen, über andere zu urteilen, wenn sie selbst nicht registrierte, welche Leute im eigenen Hilfsapparat gleichzeitig für die Hamas arbeiteten?

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