Deutscher Freedom-Day im Oktober? Kassenärzte-Chefs fordern Ende der Corona-Maßnahmen

Bild: freepik / dimaberlin

Der Kassenärzte-Chef Andreas Gassen und der stellvertretende Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Stephan Hofmeister, sorgen aktuell für Schlagzeilen: Sie fordern ein Ende der Corona-Maßnahmen in Deutschland – und das möglichst bald. Gassen ist für einen Freedom Day nach englischem Vorbild am 30. Oktober. Auch Hofmeister betrachtet die Aufhebung aller Restriktionen als unausweichlich.

Andreas Gassen vertritt die Ansicht, dass Deutschland sich ohne die Ankündigung eines baldigen “Freiheitstages” endlos weiter durch die Pandemie schleppen würde. Er verweist auf die positiven Erfahrungen aus Großbritannien: Schon Mitte Juli wurden dort die Maßnahmen weitestgehend beendet – und siehe da, die Katastrophe blieb aus:

Dort ist das Gesundheitssystem nicht kollabiert. Das muss Mut machen, zumal das deutsche Gesundheitssystem deutlich leistungsfähiger als das britische ist und deutlich mehr Schwerkranke, die wir hoffentlich auch nicht haben werden, behandeln könnte.

Auch Dänemark hat mittlerweile sämtliche Corona-Restriktionen aufgehoben – erwartungsgemäß ebenfalls ohne Kollaps des Gesundheitssystems.

Schluss mit Panikpolitik, Impfung ist kein Freibier

Gassen ist überzeugt, dass die Impfkampagne sich auf grundsätzlich impfwillige Erwachsene konzentrieren sollte. Die Ankündigung eines Freedom Days würde die Impfquote in seinen Augen automatisch noch einmal steigen lassen. Er zeigt hier einen Kurswechsel: Ursprünglich hatte er eine Ungleichbehandlung von Bürgern in Abhängigkeit von ihrem Impfstatus gefordert, um die Menschen zur Impfung zu drängen. Er scheint eingesehen zu haben, dass der Aufbau von Druck und die Erpressung der Bürger nicht funktionieren. Auch Stephan Hofmeister stellte am Freitag auf der Vertreterversammlung in Berlin:

Wenn eine Impfpflicht nicht gewollt ist – und ich will sie auch nicht –, dann gibt es politisch nur eine Alternative: Die Aufhebung aller staatlich veranlassten Restriktionen.

Jeder, der wolle, könne sich impfen lassen. Die Impfung sei in erster Linie eine “Entscheidung für die eigene Gesundheit” – und das müsse die Politik auch so kommunizieren. Der massive politische Druck halte die Menschen eher davon ab, sich impfen zu lassen: Daher fordert Hofmeister ein Ende von “Gruselrhetorik und Panikpolitik”.

Gassen pflichtete bei:

Nach anderthalb Jahren im Krisenmodus brauchen wir endlich eine rationale Diskussion.

Man habe sich an Fakten zu orientieren, nicht an Vermutungen und Befürchtungen. Zero-Covid-Strategien funktionieren faktisch nicht.

Außerdem hielt er fest:

Eine Impfung ist kein Freibier, sondern eine medizinische Maßnahme und muss auch als solche behandelt werden.

Andreas Gassen und Stephan Hofmeister kritisierten den politischen Druck auf die Ständige Impfkommission, die aktuell zur Empfehlung von flächendeckenden Auffrischungsimpfungen gedrängt wird, scharf. Eine wissenschaftliche Grundlage für ungezielte Drittimpfungen gebe es nicht. Der Druck auf die STIKO-Mitglieder sei nicht nur unlauter, sondern auch gefährlich, befand Hofmeister.

Lauterbach ist empört

Freilich stemmen sich die sogenannten “Gesundheitsexperten” der Politik gegen die Forderungen der Kassenärzte-Chefs. Panik-Prophet Karl Lauterbach (SPD) prophezeit – wie immer – hohe Fallzahlen im Herbst – und macht sich damit eben jener faktenfernen Panikrhetorik schuldig, die die Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung so scharf kritisiert haben. Bei seiner Argumentation bezeichnet er sich selbst als “Epidemiologe” – in diesem Gebiet hat er allerdings keinen akademischen Abschluss.

Auch der Grüne “Experte” Janosch Dahmen möchte an einer generellen Impfquote von 80% festhalten. Dass dieses Ziel unsinnig ist, beweisen übrigens Daten aus Singapur: Auch dort stellte man mittlerweile fest, dass der Nutzen der Impfung massiv überschätzt wird – eine Ansicht, die auch deutsche Virologen wie etwa Hendrik Streeck teilen. Der hatte die englischen Pläne für den Freedom Day übrigens anfangs noch kritisiert – doch der Erfolg gibt den Briten Recht.

Die Diskussion zeigt abermals, dass es nicht etwa Mediziner sind, die die sogenannte Pandemie unter allen Umständen in die Länge ziehen möchten: Es ist allein die Politik.


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