Während Donald Trump in China war, fand in Indien ein Außenministertreffen der BRICS-Staatengruppe statt. Man stritt zur Lage am Persischen Golf, lobte aber gleichzeitig einhellig die globalistische Klimahysterie und die WHO.
Von Eric Angerer
Das lose Staatenbündnis wurde 2009 gegründet und nach den ersten fünf Mitgliedsstaaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika benannt. 2024 sind Ägypten, Äthiopien, der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dazugekommen, 2025 Indonesien. Im Unterschied zu den ursprünglichen Ländern sind also alle Neumitglieder moslemisch.
Noch vor weniger Jahren, als die Biden-Administration, die EU, UNO, WHO und WEF ihre globalistischen Projekte wie Corona-Plandemie, Klima-Irrsinn, Ersetzungsmigration und Russland-Konflikt geschlossen durchzogen, waren die BRICS für viele ein Hoffnungsschimmer. Man hoffte auf ein Gegengewicht zu den Globalisten und eine multipolare Welt.
Die Rolle der BRICS
Die multipolare Welt ist mittlerweile Realität und wird auch von der US-Regierung unter Donald Trump mit der Nationalen Sicherheitsstrategie von Dezember 2025 anerkannt. In dieser Welt geht es um die Regelung von Beziehungen zwischen Mächten und um verschiedene politische Agenden. Darin spielen die BRICS aktuell eine zahnlose bis negative Rolle.
Das demonstrierte auch das jüngste Treffen der BRICS-Außenminister in Neu-Delhi Mitte Mai. Es sollte zur Vorbereitung des jährlichen BRICS-Gipfels im September dienen. Dass China und die VAE nicht mal ihre Außenminister, sondern Beamte schickten, war schon vielsagend. Von Einigkeit konnte dann auch keine Rede sein.
Iran versus VAE
Wie die „Hindustan Times“ schrieb, „endete ein entscheidendes BRICS-Treffen unter indischer Schirmherrschaft ohne Einigung über eine gemeinsame Erklärung aufgrund von Differenzen über den Konflikt in Westasien“.
Der Konflikt in Westasien habe das zweitägige Treffen der BRICS-Außenminister überschattet. Der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate seien während der nicht-öffentlichen Sitzungen wiederholt aneinandergeraten, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtetet hätten.
Während der Iran eine Verurteilung der „Aggression“ Israels forderte und die USA in die gemeinsame Erklärung aufnehmen wollte, drängten die Vereinigten Arabischen Emirate auf die Aufnahme eines Textes, der iranische Angriffe auf Energieanlagen und Infrastruktur in den Emiraten verurteilte.
In verschiedenen Bündnissen
Der Konflikt zwischen dem Iran und den VAE ist natürlich weniger überraschend. Die vergleichsweise modernen VAE stehen der schiitisch-islamistischen Diktatur in Teheran seit Jahren ebenso ablehnend gegenüber wie den sunnitischen Dschihadisten in Katar und in Gaza. Sie haben 2020 die politischen Beziehungen zu Israel normalisiert und die ökonomischen ausgebaut.
Mit dabei in diesem Bündnis ist auch Indien, das zuletzt seine Zusammenarbeit mit Israel und den VAE immer weiter verstärkt hat. Die Inder haben aufgrund ihrer jahrhundertelangen schlechten Erfahrungen mit aggressiven mohammedanischen Eroberern ohnehin eine skeptische Grundhaltung gegenüber islamischen Staaten. Die Mullahdiktatur ist ihnen besonders ein Dorn im Auge (siehe auch hier).
Relativ freundlich agiert China gegenüber dem Regime in Teheran, bezog man doch viel Öl von dort. Aber die offene Konfrontation mit den USA riskiert China auch nicht für die Mullahs. Und so endete das Treffen in Neu-Delhi ohne gemeinsame Erklärung. Indien als Gastgeber veröffentlichte lediglich eine vage Vorsitz-Erklärung: Man habe „unterschiedliche Sichten“ zur Lage im Nahen Osten festgestellt und vor allem die wirtschaftlichen Folgen diskutiert – so Sudhakar Dalela, Staatssekretär für Wirtschaftsbeziehungen im Außenministerium.
Klima-Irrsinn und „Pandemien“
Was die BRICS-Minister aber dann doch schafften, war eine gemeinsame Erklärung, die „entschlossene Unterstützung“ für globale Klimamaßnahmen zusichert. Im Dokument wird der Begriff „Klima“ 13 Mal genannt. Obwohl sich etwa China selbst überhaupt nicht um die CO2-Maßnahmen schert, bedient man diese Ideologie, will man doch den dummen Europäern die entsprechenden Produkte andrehen.
Wie schon oft werden UNO-Institutionen und die WHO von den BRICS auch diesmal wieder gelobt. Auch der WHO haben die BRICS erneut die Hilfe bei der Vorbereitung auf bevorstehende Pandemien versprochen. Punkt 48 der Erklärung ist ganz der WHO gewidmet (Chair’s Statement and Outcome Document at BRICS Foreign Ministers’ Meeting (May 15, 2026)). Man hält damit Big Pharma und den autoritären Maßnahmen der WHO die Stange. China gehörte ja auch schon in den Corona-Jahren zu den Hardlinern.
Bilanz
Der Mythos der BRICS als positives Gegengewicht zu dem westlichen Globalismus entzaubert sich damit weiter. Die BRICS sind offensichtlich nicht der Kern einer neuen besseren Weltordnung, sondern ein sehr loser wirtschaftlicher Zusammenschluss ohne gemeinsame internationale Politik – dafür aber mit erheblichen inneren Spannungen.
Dabei sind neben den genannten zwischen Indien/VAE und dem Iran auch die zwischen China und Indien sowie Irritationen zwischen China und Russland zu nennen. In Moskau gibt es verstärkt Unmut darüber, dass man von Peking nicht auf Augenhöhe behandelt, sondern als billiger Energielieferant missbraucht wird.
Für diverse BRICS-Mitglieder scheinen jedenfalls nicht Bündnis-Loyalitäten, sondern die eigenen Interessen im Vordergrund zu stehen. Und in den Bereichen Klima, Gesundheitspolitik, UNO, Migration und Wokeness spielen aktuell die USA eine vergleichsweise positivere Rolle als die BRICS und insbesondere ihre Führungsmacht China.
