Dreister Strompreis-Irrsinn: Die Österreicher blechen – der Staat freut sich

(C) Report24/KI

Die Österreicher müssen für Strom tief in die Tasche greifen, während die Regierung ihnen eine Ersparnis von gerade einmal zwei Euro im Monat verspricht. An der Strombörse haben sich die Preise binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Der Rechnungshof kritisiert die schlechte Planung der Energiewende, die Stromkunden bezahlen Millionen für Probleme mit den Leitungsnetzen. Und der Staat kassiert über seine Beteiligungen an den Energiekonzernen kräftig mit.

Zwei Euro im Monat. Mit diesem Betrag will die schwarz-rot-pinke Bundesregierung den Österreichern ihre Stromrechnung versüßen. Kein Scherz. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) stellt für 2027 eine Entlastung von bis zu 24 Euro jährlich für einen durchschnittlichen Haushalt in Aussicht. Und selbst diese bescheidene Summe ist noch nicht garantiert. Die Regierung verkauft ein bisschen Kleingeld als großen Erfolg ihres Billigstromgesetzes.

Dabei sind die Strompreise an der Börse kräftig gestiegen. Im Oktober 2025 kostete eine Kilowattstunde dort durchschnittlich knapp elf Cent, ein Jahr später waren es bereits rund 22 Cent. Eine Verdoppelung innerhalb von zwölf Monaten! Besonders jene Haushalte, deren Stromtarif sich nach den Börsenpreisen richtet, spüren solche Preissprünge unmittelbar. Bei anderen Kunden kommen höhere Einkaufspreise häufig erst später auf der Rechnung an.

Erst 73 Euro mehr bezahlen, dann 24 Euro zurückbekommen

Noch dreister wird die Sache beim Blick auf die Stromnetze. Allein 2025 stiegen die Netzgebühren für einen durchschnittlichen österreichischen Haushalt um rund 73 Euro im Jahr. 2026 ging es erneut nach oben. Nun möchte die Regierung den Bürgern für 2027 möglicherweise 24 Euro davon ersparen. Nicht einmal ein Drittel dessen, was ihnen allein 2025 zusätzlich verrechnet wurde.

Die Stromleitungen müssen ausgebaut und modernisiert werden, heißt es zur Begründung der steigenden Kosten. Tatsächlich wurden die dafür jährlich benötigten Beträge zwischen 2024 und 2025 um rund eine halbe Milliarde Euro höher angesetzt. Bezahlen müssen das Haushalte und Unternehmen über ihre Stromrechnungen. Und anders als beim Stromanbieter kann man sich seinen Netzbetreiber nicht einfach aussuchen.

Dass bei diesem milliardenschweren Umbau einiges schiefgelaufen ist, stellte sogar der österreichische Rechnungshof fest. Windkraftwerke und Solaranlagen wurden schneller ausgebaut als die Stromleitungen, die den erzeugten Strom transportieren sollen. Bereits 2020 hatten die Prüfer vor solchen Problemen gewarnt. Auch fünf Jahre später fehlte nach ihrer Untersuchung noch immer eine ausreichende langfristige Planung. Besonders bitter: Private Haushalte wurden bei den Netzgebühren stärker belastet als große Industriekunden. Die Kosten für politische Versprechen und schlechte Planung landen damit ausgerechnet bei jenen, die ohnehin unter hohen Lebenshaltungskosten leiden.

Windkraftwerke werden abdreht – die Bürger zahlen trotzdem

Wie absurd die Situation geworden ist, zeigen die Zahlen des österreichischen Stromnetzbetreibers APG. Im Jahr 2025 musste an 215 Tagen in die Stromerzeugung eingegriffen werden, weil Leitungen überlastet waren oder andere Netzprobleme drohten. Kraftwerke mussten deshalb ihre Leistung drosseln oder zusätzliche Energie liefern. Kostenpunkt: 87,2 Millionen Euro. Eine Rechnung, die letztlich ebenfalls bei den Stromkunden landet.

Im September 2026 wurden sogar Wind- und Wasserkraftwerke heruntergefahren, obwohl sie Strom hätten erzeugen können. Gleichzeitig musste Österreich beträchtliche Strommengen aus dem Ausland beziehen. Weil die Wasserkraft wegen schlechter Bedingungen deutlich weniger lieferte, stieg der Anteil der Stromimporte am Verbrauch auf 26 Prozent.

Die Politik lässt also immer mehr Windräder und Solaranlagen bauen, doch die Stromleitungen kommen nicht hinterher. Dann wird vorhandener Strom teilweise nicht genutzt, während in anderen Stunden zusätzliche Energie benötigt wird. Und für die Probleme dieses Systems dürfen die Verbraucher auch noch bezahlen.

Für den Staat klingelt die Kasse

Während sich die Österreicher über ihre Stromrechnungen ärgern, freut sich der Finanzminister über die Einnahmen aus der Energiewirtschaft. Die Republik hält 51 Prozent am Stromkonzern VERBUND. Allein im Mai 2026 kassierte der Bund rund 558 Millionen Euro Dividende für das vorangegangene Geschäftsjahr. Damit steckt der Staat in einer ausgesprochen bequemen Position. Er verspricht seinen Bürgern günstigeren Strom, verdient aber gleichzeitig als Miteigentümer der Energiekonzerne mit. Obendrauf kommen die Steuern und Abgaben, die auf den Stromrechnungen stehen. Die Frage, wie ernst es die Politik unter diesen Umständen mit dauerhaft niedrigeren Preisen meint, drängt sich geradezu auf.

Report24 berichtete bereits über die Kritik des Verbraucherschützers Peter Kolba an den Strompreisen und über gerichtliche Auseinandersetzungen mit österreichischen Energieversorgern. Auch damals ging es um die Frage, warum Bürger immer höhere Beträge bezahlen müssen, während staatlich beteiligte Unternehmen satte Gewinne erzielen.

Selbst der groß beworbene Österreich-Tarif des VERBUND wurde im September für Neukunden verteuert. Im ersten Vertragsjahr werden nun zehn statt 9,5 Cent je Kilowattstunde verlangt, danach 15 statt bisher 12,5 Cent. Bestehende Verträge sind von dieser Änderung nicht betroffen. FPÖ-Energiesprecher Paul Hammerl kritisierte die Erhöhung und warf Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer vor, dessen Billigstromversprechen seien an der Realität gescheitert.

FPÖ rechnet mit der Regierung ab

Auch die jüngste Ankündigung der Bundesregierung sorgt bei den Freiheitlichen für Empörung. Hammerl bezeichnete die versprochenen 24 Euro Entlastung als „billige Werbenummer“. Sein Vorwurf: ÖVP, SPÖ und NEOS würden steigende Kosten mit vorhandenen Rücklagen vorübergehend verdecken, statt die eigentlichen Probleme zu lösen. Sind diese Mittel verbraucht, drohen den Stromkunden die nächsten Erhöhungen. Der FPÖ-Politiker fordert niedrigere staatliche Abgaben auf Energie und die Abschaffung des europäischen CO2-Emissionshandels. Gemeinsam mit dem freiheitlichen Abgeordneten Axel Kassegger hatte er bereits im August vor den Folgen einer verfehlten Energiepolitik gewarnt. Die Regierung könne nicht ausreichend erklären, woher der Strom kommen solle, wenn Wind und Sonne gerade nicht liefern.

Österreichs Bürger sollen also immer höhere Kosten für Stromleitungen, neue Kraftwerke und die Probleme der Energiewende schultern. Der Staat kassiert derweil allein beim VERBUND Hunderte Millionen Euro Dividende. Und als Dankeschön stellt die schwarz-rot-pinke Bundesregierung eine mögliche Ersparnis von zwei Euro im Monat in Aussicht. Aber bitte nicht alles auf einmal ausgeben…

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: