Oxfam predigt „weiße Privilegien“ – bei der NGO verdienen Nichtweiße ein Drittel mehr

(C) Report24/KI

Bei Oxfam weiß man bestens über die angeblichen Privilegien weißer Menschen Bescheid. Dafür gibt es sogar einen eigenen Sprachleitfaden. Ausgerechnet die Gehaltsstatistik der linken britischen Hilfsorganisation zeigt allerdings ein anderes Bild: Nichtweiße Mitarbeiter verdienen im Median 33 Prozent mehr als ihre weißen Kollegen. Und der Abstand ist zuletzt noch gewachsen. Wie viel ist das Gerede von Gleichberechtigung eigentlich wert, wenn die eigenen Zahlen solche Unterschiede ausweisen?

Die britische Hilfsorganisation Oxfam hat ein ausgeprägtes Faible für ideologische Belehrungen. In einem 92-seitigen Sprachleitfaden widmet man sich unter anderem dem sogenannten „White Privilege“. Weiße Menschen würden demnach allein aufgrund ihrer Hautfarbe unverdiente Vorteile genießen. Unter dem Begriff „Whiteness“ wird erklärt, wie das Weißsein Türen öffne und den Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildung und gesellschaftlichem Einfluss erleichtere. Ausgerechnet bei Oxfams eigenen Gehaltsabrechnungen scheint diese angebliche Privilegierung allerdings wenig Wirkung zu entfalten.

Nichtweiße werden bevorzugt

Denn laut dem offiziellen Gehaltsbericht für 2025 liegt der Medianlohn nichtweißer Beschäftigter um 33 Prozent über jenem ihrer weißen Kollegen. Im Jahr zuvor betrug der Unterschied 25,3 Prozent. Auch beim arithmetischen Mittel vergrößerte sich die Differenz von 10,4 auf 12,9 Prozent. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt zudem, dass Oxfam schon 2021 eine Median-Lohnlücke von 32,8 Prozent auswies. Auch die Gehaltsklassen selbst haben es in sich. Während im untersten Einkommensviertel lediglich 3,6 Prozent der Beschäftigten als nichtweiß erfasst sind, beträgt ihr Anteil im bestbezahlten Viertel 16,7 Prozent. Sie sind dort also mehr als viermal so stark vertreten. Für eine Organisation, deren Personalchefin Joyce Idoniboye im selben Bericht stolz auf den angeblich eingeschlagenen Weg zu einer sicheren, feministischen und antirassistischen Einrichtung verweist, ist das schon ziemlich rassistisch.

Eine Erklärung für die Zahlen fällt Oxfam dagegen schwerer. Die Organisation verweist darauf, dass 30,8 Prozent der Beschäftigten ihre ethnische Herkunft nicht angegeben haben. Gerade in den unteren Gehaltsklassen würden überdurchschnittlich viele Angaben fehlen. Die Statistik erlaube deshalb keine abschließenden Aussagen über die gesamte Belegschaft und belege auch keine schlechtere Entlohnung weißer Mitarbeiter für dieselbe Arbeit. Doch warum sollte man ausgerechnet bei Oxfam aufhören, nach den Ursachen ethnischer Gehaltsunterschiede zu fragen? Schließlich hat die Organisation den Kampf gegen solche angeblich bestehenden Ungleichheiten zu einem ihrer zentralen Anliegen erklärt.

Auch andere Organisationen agieren ähnlich

Oxfam ist damit jedoch nicht allein. Laut dem britischen Telegraph weisen auch andere große Wohltätigkeitsorganisationen entsprechende Gehaltsunterschiede auf. Bei Cancer Research UK liegt der Medianlohn nichtweißer Beschäftigter um 7,6 Prozent höher, beim Britischen Roten Kreuz beträgt der Abstand 11,4 Prozent. Cancer Research UK erklärt dies unter anderem mit der großen Zahl weißer Mitarbeiter in schlechter bezahlten Wohltätigkeitsläden, während ethnische Minderheiten in besser entlohnten IT-Berufen stärker vertreten seien.

Report24 berichtete bereits 2024 über eine ähnliche Debatte bei Microsoft. Dort erhielten Mitarbeiter ethnischer Minderheiten in den USA bei vergleichbarer Position und Betriebszugehörigkeit eine um 0,7 Prozent höhere Gesamtvergütung als ihre weißen Kollegen. Eine andere Berechnungsgrundlage als bei Oxfam, doch auch dort stellte sich die Frage, warum man Nichtweiße offensichtlich bevorzugt.

Eine Benachteiligung von Briten

Die Diskussion reicht inzwischen bis in die britische Politik. Reform-UK-Politikerin Suella Braverman kritisiert die sogenannten „Positive Action“-Regelungen des Equality Act, die unter bestimmten Voraussetzungen eine Bevorzugung von Bewerbern aus unterrepräsentierten Gruppen ermöglichen. Sie sieht darin eine Benachteiligung weißer Briten aus der Arbeiterklasse. Oxfam bestreitet allerdings, selbst eine Politik der positiven Diskriminierung zu betreiben.

Bei Oxfam wird derweil weiter über Privilegien, Antirassismus und die richtige Wortwahl diskutiert. Und in der Zwischenzeit bevorzugt man dort weiterhin nichtweiße Mitarbeiter gegenüber den Weißen. Mit der Benachteiligung von ethnischen Weißen in einem eigentlich weißen Land scheint man dort jedenfalls keine Probleme zu haben. Wäre es umgekehrt, gäbe es hingegen ordentlich Tamtam.

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