Leere Supermarktregale, stillstehende Fabriken, verdorbene Lebensmittel: In Süditalien haben explodierende Dieselpreise und protestierende Spediteure die Versorgung binnen weniger Tage teilweise lahmgelegt. Rom muss Hunderte Millionen Euro aufbringen, um die angeschlagenen Branchen zu stützen. Doch während Italien gegen die Folgen der Energiekrise kämpft, hält Brüssel an der nächsten CO2-Belastung für Kraftstoffe fest. Die Eurokraten wollen ihren Klimakurs durchziehen – koste es, was es wolle.
Süditalien zeigt, wie vulnerabel selbst die lokalen Lieferketten sind. Eine Million Liter Büffelmilch konnten an einem einzigen Tag nicht zu Mozzarella verarbeitet werden. Geschätzte drei Millionen Euro Umsatzausfall binnen 24 Stunden. Molkereien stellten den Betrieb ein, Bauern blieben auf ihrer Milch sitzen. Der Lebensmittelkonzern La Doria stoppte die Produktion in sieben Fabriken und schickte die Hälfte seiner Beschäftigten vorübergehend nach Hause. Auch die Nudelhersteller Rummo und La Molisana mussten ihre Produktion unterbrechen beziehungsweise drosseln. Rohstoffe und Waren blieben auf den Straßen stecken.
🇮🇹 Supermarket shelves are going EMPTY in southern Italy as furious truck drivers and farmers bring major supply routes to a standstill over soaring fuel prices.
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) October 21, 2026
Protesters have blocked sections, disrupting food deliveries across Campania and surrounding areas.
Fresh fruit,…
Eine teure Geschichte
In Neapel, Palermo und weiteren Städten Süditaliens fehlten plötzlich Nudeln, Fleisch, Käse und Gemüse. Manche Tankstellen hatten keinen Sprit mehr, selbst Krankenhäuser und Rettungsdienste bekamen die Engpässe zu spüren. Spediteure blockierten Straßen und Warenlager, weil ihnen die hohen Dieselpreise wirtschaftlich zusetzten. Seit Beginn des Irankrieges verteuerte sich der Kraftstoff um rund ein Drittel. Und ausgerechnet am 5. Oktober ließ die Regierung Meloni auch noch die verbliebene Dieselsteuersenkung von 6,1 Cent je Liter auslaufen. Damit verschärfte Rom den Kostendruck zusätzlich.
Dann musste die Regierung die Steuergeldschatulle öffnen. Weitere 106 Millionen Euro an Hilfen stockten die Unterstützung für Spediteure auf insgesamt 540 Millionen auf. Für Landwirte gibt es 60 Millionen, für die Fischerei zehn Millionen. Erst läuft die steuerliche Entlastung aus, dann verteilt Rom Hunderte Millionen Euro, um den Kostendruck abzufedern. Eine teure politische Flickschusterei, bei der am Ende wieder die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Meloni ging gleichzeitig gegen die Blockaden vor. Demonstranten hatten nach ihren Angaben arbeitswillige Fahrer bedroht und Reifen an deren Lastwagen zerstochen. Die Regierungschefin kündigte an, gegen solche Einschüchterungen und rechtswidrige Straßensperren vorzugehen. Am Freitag waren die letzten Blockaden in Kampanien aufgehoben. Die Lieferungen laufen wieder an, doch ausgefallene Produktion und verdorbene Lebensmittel lassen sich nicht zurückholen.
🇮🇹 Italy is famous for its food.
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) October 22, 2026
Right now, some Italians can’t find any.
Truckers have gone on strike over soaring diesel prices, disrupting supply chains and leaving supermarket shelves bare.
Meloni approved diesel aid and farmer support, easing some blockades, but the…
Brüssel, Berlin und Paris bleiben stur auf Klimawahnkurs
Und in Brüssel? Dort hält man trotz Energiekrise und Protesten an der weiteren Verteuerung von CO2 fest. Beim EU-Gipfel Mitte Oktober wollten Italien, Ungarn, Polen, Tschechien, die Slowakei und Griechenland den neuen Emissionshandel ETS2 erneut verschieben. Deutschland, Frankreich und mehrere andere Staaten stellten sich dagegen, obwohl die eigene Industrie schon jetzt unter dieser Energiepolitik leidet. Der Start bleibt für 2028 vorgesehen. Die EU-Kommission soll lediglich die Auswirkungen nochmals überprüfen. Die nächste Verteuerungsrunde bleibt damit auf dem Tisch.
Mit ETS2 müssen Kraftstofflieferanten künftig CO2-Zertifikate erwerben. Die zusätzlichen Kosten werden sie schlussendlich an Tankstellen und Kunden weiterreichen. Spediteure, Landwirte und Handwerker werden damit noch stärker zur Kasse gebeten. Brüssel verspricht zwar ominöse Mechanismen gegen übermäßige Preissprünge. Doch auch ein stabiler Zertifikatspreis verteuert den fossilen Kraftstoff. Der Straßentransport soll auf politischen Wunsch teurer werden, obwohl weite Teile der Wirtschaft weiterhin auf Diesel angewiesen sind.
Und wieder soll Steuergeld selbstgemachte Probleme lösen
Die Kosten bleiben freilich nicht bei den Spediteuren hängen. Lebensmittel müssen geerntet, verarbeitet, gekühlt und transportiert werden. Für die Düngemittelproduktion braucht es zudem große Mengen Erdgas. Jede Verteuerung der Energie kann sich durch diese gesamte Kette fressen. Die Betriebe müssen höhere Kosten entweder selbst schlucken oder an ihre Kunden weitergeben. Beides hat Grenzen. Die einen kämpfen um ihre Existenz, die anderen müssen beim Einkauf immer tiefer in die Tasche greifen.
Die EU will die sozialen Folgen ihres Klimawahnkurses wie üblich mit Milliardenhilfen abfedern. Erst Kraftstoffe durch CO2-Zertifikate verteuern, anschließend Steuergeld beziehungsweise Einnahmen aus dem Emissionshandel verteilen, damit die Menschen die künstlich geschaffenen Mehrkosten besser verkraften. Eine Umverteilungsmaschinerie, die immer neue Bürokratie schafft. Für viele Betriebe wäre es wohl hilfreicher, wenn Energie von vornherein bezahlbar bliebe.