Jahrelang verbreiteten fanatische Klima-Alarmisten und sensationshungrige Medien Horrorszenarien über eine angeblich unmittelbar bevorstehende eisfreie Arktis. Doch seit 2007 ist das September-Meereis kaum noch geschrumpft. Das bestätigt nun ausgerechnet der britische Wetterdienst. Eine wissenschaftliche Studie erklärt die lange Pause mit natürlichen Klimaschwankungen. Und auf der Nordwestpassage macht dickes Treibeis der Schifffahrt weiterhin einen Strich durch die Rechnung.
Die vielen Schreckensprognosen der Klima-Alarmisten der letzten Jahrzehnte über das arktische Meereis haben ein Problem: die tatsächlichen Messdaten. Laut dem jüngsten Bericht des britischen Wetterdienstes Met Office vom 14. Oktober 2026 bedeckte das Eis im September durchschnittlich 5,34 Millionen Quadratkilometer. Das ist der fünfthöchste Septemberwert seit 2007. Besonders unangenehm für die Klimapanik-Verbreiter ist jedoch die langfristige Entwicklung: Seit fast zwei Jahrzehnten hat sich die Eisfläche in diesem Monat kaum weiter verkleinert. Selbst die britischen Meteorologen bestätigen den nahezu zum Stillstand gekommenen Rückgang.
Back in 2009, the newly appointed director of the National Snow and Ice Data Center, Mark Serreze, warned that Arctic sea ice was in a death spiral.
— Electroverse (@Electroversenet) July 10, 2026
He predicted the Arctic could be ice-free by the summer of 2030, likely even earlier.
Nearly two decades later, the data tell a… pic.twitter.com/6MCHrBJKjn
Natürliche Klimaschwankungen als Ursache
Auch das amerikanische National Snow and Ice Data Center (NSIDC) liefert den Klimaapokalyptikern wenig Anlass für neue Weltuntergangsbeschwörungen. Am 12. September erreichte das Meereis sein jährliches Minimum von 4,60 Millionen Quadratkilometern. Die niedrigere Zahl erklärt sich dadurch, dass hier der tiefste Tageswert gemessen wurde, während das Met Office den Septemberdurchschnitt aus einer anderen Messreihe angibt. Zwar liegt das Eisniveau weiterhin deutlich unter jenem der Jahrzehnte vor 2007, doch innerhalb der vergangenen 20 Jahre lässt sich bei den Septemberminima kein statistisch signifikanter weiterer Rückgang feststellen. Ausgerechnet nach dem starken Eisverlust der 2000er-Jahre blieb die damals verkündete „eisfreie Arktis“ aus.
Dass es sich dabei nicht einfach nur um eine kurzfristige Laune des Wetters handelt, belegt eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2025. Die Forscher M. R. England, L. M. Polvani, J. Screen und A. C. Chan veröffentlichten im Fachjournal Geophysical Research Letters die Studie „Minimal Arctic Sea Ice Loss in the Last 20 Years, Consistent With Internal Climate Variability“. Darin weisen sie auf eine erhebliche Verlangsamung des arktischen Eisverlusts über sämtliche Monate hinweg hin. Als wesentlichen Faktor identifizieren sie natürliche Klimaschwankungen, welche die langfristige Entwicklung zeitweise überlagern. Den Modellrechnungen zufolge könnte die Pause sogar weitere fünf bis zehn Jahre anhalten.
At the 2007 @NobelPrize awards ceremony @algore predicted ice-free Arctic summers by 2014. Since then Arctic summer minimum sea ice extent has increased. 🤡https://t.co/bpNO5BsWf1 pic.twitter.com/zZtA3UDZBz
— Tony Heller 🇺🇸 🇯🇵 (@TonyClimate) September 19, 2026
Der kühlste Sommer seit 2018
Auch das Wetter spielte heuer nicht nach dem Drehbuch der Klima-Alarmisten. Über dem Arktischen Ozean herrschte der kühlste Sommer seit 2018. In rund 800 Metern Höhe lagen die Temperaturen durchschnittlich 0,81 Grad über dem Mittel von 1981 bis 2010. Ungewöhnlich häufige Stürme und vergleichsweise niedrige Temperaturen bremsten die Schmelze. Nach dem Septemberminimum setzte eine rasche Wiedervereisung ein. Während die Medien andernorts jeden Hitzerekord ausschlachteten, zeigte man sich in Bezug auf die Arktis ziemlich uninteressiert. Man hatte nichts für die Klimawahnagenda zu berichten.
Besonders ärgerlich wird die Angelegenheit dort, wo aus den großspurigen Klimaprognosen längst wirtschaftliche Erwartungen entstanden sind. Die kanadische Nordwestpassage sollte durch die schrumpfende Eisdecke immer leichter befahrbar werden und neue Möglichkeiten für den Schiffsverkehr eröffnen. Tatsächlich blockierte schweres Packeis Anfang Oktober erneut die M’Clure-Straße. Auch auf der südlicheren Route lagen noch erhebliche Eismassen. So wird das natürlich nix.
Eine kürzere Schifffahrtssaison
Die Wissenschaftler Alison J. Cook, Jackie Dawson, Stephen E. L. Howell, Jean E. Holloway und Mike Brady hatten dieses Problem bereits 2024 in ihrer Studie „Sea ice choke points reduce the length of the shipping season in the Northwest Passage“ untersucht. Die im Fachjournal Communications Earth & Environment veröffentlichte Arbeit weisen sie auf eine drastische Verkürzung der nutzbaren Schifffahrtssaison in einzelnen Abschnitten hin. In der östlichen Beaufortsee schrumpfte sie für bestimmte eisverstärkte Schiffe zwischen 2007 und 2021 von 27 auf gerade einmal 13 Wochen. Dickes, mehrjähriges Treibeis wird durch Winde und Strömungen in wichtige Engstellen gedrückt und blockiert dort den Verkehr. Andere Strecken sind inzwischen länger befahrbar, doch ausgerechnet an diesen Nadelöhren macht das Eis die schönen Zukunftspläne zunichte.
Report24 hatte bereits 2024 über die zunehmenden Eisprobleme auf der Nordwestpassage berichtet und im Juni 2026 die Geschichte der immer wieder verschobenen Eisfrei-Prognosen aufgegriffen. Im Dezember 2007 hatte der Ozeanograf Wieslaw Maslowski auf einer Wissenschaftskonferenz eine möglicherweise bereits 2013 im Sommer eisfreie Arktis in Aussicht gestellt. Die Medien griffen die spektakuläre Vorhersage begeistert auf. Andere Forscher rechneten damals mit deutlich späteren Zeitpunkten, doch für dramatische Schlagzeilen eigneten sich die frühen Jahreszahlen besonders gut.
Wie man es auch dreht und wendet: Das globale Klima geht seinen eigenen Weg und folgt seinen eigenen Regeln. Irgendwelche Drehbücher und Katastrophenvorhersagen von Klimafanatikern, die auf Basis kurzfristiger Trends und unvollständiger Daten zur allgemeinen Klimapanikmache medial verbreitet werden, spielen für die tatsächlichen Entwicklungen dabei keine Rolle.