Am Samstag fand auf dem Römerberg in Frankfurt die jüngste „Trauerwache Deutschland“ statt, bei der der Opfer von migrantischen Gewalttaten seit 2015 gedacht wurde. Trotz eines übervollen Platzes zog der öffentlich-rechtliche Rundfunk es vor, nicht zu berichten.
Die „Trauerwache Deutschland“ dient laut Selbstbeschreibung „dem gemeinsamen Erinnern an Menschen, die seit 2015 durch Gewalttaten ums Leben gekommen sind – insbesondere infolge von Attentaten, Anschlägen oder schweren Gewalttaten im Zusammenhang mit Schutzsuchenden“. Am Samstag kamen die Menschen zu diesem Zweck in Frankfurt auf dem Römerberg zusammen. Wie viele dieser traurige Anlass inzwischen zu mobilisieren vermag, verdeutlichen die Aufnahmen des gut gefüllten Platzes:
Tausende gedenken in Frankfurt der Opfer von Migrantengewalt. Warum nichts dazu im ÖRR? pic.twitter.com/IXZhVmIeLs
— Julian Adrat (@JulianAdrat) September 20, 2026
Live von der @trauerwache_deu in Frankfurt 👇#trauerwache #frankfurt #kyrath
— DauerwelleDemoReport Trusted Flag™ (@DauerwelleDemoR) September 19, 2026
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Vor Ort wurden Kameras der ARD gesichtet, doch eine Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen blieb aus. Wichtiger waren Mitteilungen über einen Elch im Gleis in Polen, Kakerlaken auf einem indischem Schulklo und das Ringen um einen Ziegenkadaver in Kirgistan, wie der „ÖRR Blog“ auf X anprangerte.
Joana Cotar hakte bei der Hessenschau nach, die immerhin eine kleine Demo von rund 300 angehenden Lehrern in Marburg für berichtenswert hielt, die Trauerwache in Frankfurt, bei der Schätzungen zufolge um die 2.000 Menschen zusammengekommen sein dürften, aber ignorierte. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Berichterstattung zu einer Veranstaltung spiele demnach „u.a. eine Rolle, wie groß der Bezug zu/die Relevanz für Hessen ist“. Und: „Die Information, dass die Demonstration in Frankfurt größer war als zuerst angenommen, hat uns erst sehr spät am Abend erreicht.“ Man wolle Cotars Kritik in einer Redaktionskonferenz besprechen, so hieß es.
Knapp 2.000 Menschen nahmen am Trauermarsch der Trauerwache Deutschland in Frankfurt teil, um an jene zu erinnern, die seit 2015 durch Attentate, Anschläge und extreme Gewalt aus dem Leben gerissen wurden.
— Deutscher Schäferhund (@DeutscherSchfe3) September 19, 2026
An alle, die mitgelaufen sind: Ihr habt nicht weggeschaut. Das bleibt.🕯️ pic.twitter.com/wWIP4nF652
Vor Ort hielten Manuel Ostermann, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, und Journalistin Julia Ruhs Reden. Ruhs schreibt eine Kolumne bei der „Bild“ – zumindest ihr Blatt berichtete auch über die Veranstaltung. Ostermann konstatierte in seiner Rede: „Ich war selten so besorgt um die Bundesrepublik Deutschland.“ Er beschrieb angesichts des schwindenden Sicherheitsgefühls im Land einen „kollektiven Freiheitsverlust“.
Im Anschluss an die Kundgebung fand ein Trauermarsch statt. Fotos von Opfern wurden auf Plakaten oder auch auf T-Shirts gedruckt getragen. Michael Kyrath, der seine erst 17-jährige Tochter Ann-Marie durch einen Angriff eines staatenlosen Palästinensers verloren hat und Teil des Teams der Trauerwache ist, sagte gegenüber „Bild“: „Wir sind hier, um die Geschichten der Menschen zu erzählen, die es selbst nicht mehr können, und den Hinterbliebenen eine Stimme zu geben, denen sonst keiner zuhören möchte.“ Dass die zwangsgebührenfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen von diesen Stimmen lieber nicht berichten (zumal vor den Wahlen am Sonntag), wirkt allzu bezeichnend.
