Vier Windräder mit jeweils sieben Megawatt Leistung sollen bei Fahrenzhausen entstehen. 262 Meter hoch, 175 Meter Rotordurchmesser, neun bis zehn Millionen Euro teuer – pro Anlage. Die Genehmigung liegt seit Juni vor. Trotzdem wird nicht gebaut: Die Planer ließen die jüngste Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur aus, weil ihnen die erreichbare EEG-Vergütung zu niedrig ist.
Windkraft sei ja so billig, heißt es immer. Doch vielerorts offensichtlich nicht so günstig, dass man ohne staatliche Subventionen in entsprechende Projekte investieren würde. So auch bei einem Vorhaben im bayerischen Fahrenzhausen. Projektleiterin Maria Burghardt erklärte gegenüber dem „Münchner Merkur“ offen: „Ohne einen verbindlichen EEG-Zuschlag lässt sich ein Bürgerwindenergieprojekt, wie wir es in Fahrenzhausen planen, nicht realisieren.“ Bei den derzeitigen Vergütungsaussichten in Bayern sei der Windpark wirtschaftlich nicht machbar. Nun wartet man auf die Ausschreibungen 2027 und auf günstigere Konditionen durch die geplante EEG-Reform. Erst wenn die staatlich organisierte Vergütung wieder passt, soll gebaut werden.
Auch in Allershausen steckt ein Windprojekt fest. Dort fehlen zwar noch Voraussetzungen für die Genehmigung, doch die Betreiber nennen die gesunkene EEG-Vergütung ausdrücklich als einen Grund für den Stillstand der Planungen. Im Mai 2025 lag der durchschnittliche Zuschlagswert noch bei 6,83 Cent je Kilowattstunde. Ein Jahr später waren es 5,06 Cent. Die Vorstände der Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land erklären dazu selbst: Auf diesem Niveau sei Windkraft in Oberbayern wirtschaftlich nicht mehr machbar.
Game over Windkraft?
— Maurice Forgeng (@MForgeng) September 17, 2026
Nur noch 4,79 c/kWh EEG in Süddeutschland… https://t.co/UNuqCE9hS4
Selbst die Vergütungs-Sonderbehandlung ist unzureichend
Mittlerweile ist die Vergütung noch weiter gesunken. Bei der August-Ausschreibung 2026 lag der durchschnittliche Zuschlagswert nur noch bei 4,79 Cent je Kilowattstunde – fast 30 Prozent weniger als im Mai 2025. Die Bundesnetzagentur verweist auf den starken Wettbewerb. Für Projekte wie jene in Fahrenzhausen oder Allershausen bedeutet dieser Wettbewerb vor allem eines: Reicht der garantierte Erlös nicht, bleibt der Bau aus.
Dabei werden windschwächere Standorte im Süden bereits zusätzlich gestützt. Das EEG korrigiert die Vergütung über das Referenzertragsmodell nach oben; in der Südregion kann der Korrekturfaktor bei sehr schwachen Standorten bis auf 1,55 steigen. Doch selbst mit dieser finanziellen Sonderbehandlung ist den Projektierern die Rechnung derzeit offenbar nicht attraktiv genug. Man könnte ja nicht so viel abkassieren wie erwartet.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Wind zwar kostenlos weht, doch für die Umwandlung in Strom ist doch eine teure Infrastruktur nötig. Besonders in windärmeren Gebieten lohnt sich das Geschäft dann ohne zusätzliches Geld von den Steuerzahlern augenscheinlich nicht mehr.
