Die Corona-Jahre haben Wunden in der Gesellschaft hinterlassen, die bis heute nicht verheilt sind. Familien und Freundschaften gingen zu Bruch und langjähriges Vertrauen wurde zerstört. Die Weigerung der Politik, das eigene Fehlverhalten aufzuarbeiten und Konsequenzen zu tragen, untermauert parallel dazu den enormen Vertrauensverlust in Regierungen, Institutionen und „Experten“. Nichts davon lässt sich schönreden. Trotzdem kann man aus der Erinnerung an diese Jahre zumindest eine gewisse Hoffnung ziehen: Es hat Widerstand gegeben – und am Ende hat er gesiegt.
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- Corona-Lektionen: Glaube keinen „Experten“ des Establishments
- Corona-Lektionen: Die Mehrheit kann gefährlich sein
Corona ist in einem entscheidenden Punkt nicht vorbei: Es hat keine echte, schonungslose Aufarbeitung gegeben. Es gab keine Konsequenzen für die Hauptverantwortlichen in Politik, Wissenschaft und Medienbetrieb, keine ehrliche, umfassende Bilanz der Schäden an Kindern und Jugendlichen, an der wirtschaftlichen Substanz, am gesellschaftlichen Zusammenhalt und an der physischen und psychischen Gesundheit der Bevölkerung insgesamt.
In Deutschland und Österreich wurde das Thema politisch weitgehend zugedeckt oder in systemtreuen Kommissionen verwässert, besetzt mit Verantwortlichen und Schuldigen. Das bleibt eine offene Wunde.
Trotzdem muss man nicht resignieren. Denn etwas Entscheidendes hat sich sehr wohl verändert: Der Widerstand gegen eine Politik, die Bürger überrollt, demokratische Prinzipien aushebelt und Machtkritik vernichtet, ist massiv gestärkt worden. Und das nachhaltig.
Das Establishment hat sich ins eigene Knie geschossen
Die Corona-Jahre haben überdeutlich demonstriert, dass die Mehrheit katastrophal falsch liegen kann. Die Wahrheit setzte sich am Ende trotzdem durch. Und die Zeiten kuscheligen Wohlstands und politischer Unbedarftheit haben 2020 ein jähes Ende gefunden. Das ist für sich genommen nicht positiv, doch angesichts multipler politisch forcierter Krisenherde dennoch notwendig. Mit der sogenannten Pandemie dürften die Mächtigen ihr eigenes Fundament empfindlich geschwächt haben – eben jenes Fundament, auf das sie in den kommenden Jahren bauen wollen.
Was in den Corona-Jahren funktioniert hat, wird wieder funktionieren. Widerstand setzt sich aus unzähligen einzelnen Entscheidungen zusammen, die jeder jeden Tag aufs Neue treffen kann: Ich mache nicht mit. Ich schweige nicht. Ich dokumentiere und verbreite Informationen. Ich helfe und vernetze mich mit anderen, die auch nein sagen. Diese Entscheidungen summieren sich und halten Räume offen, die von außen geschlossen werden sollen.
Demokratie ist Arbeit
Die Werkzeuge des Souveräns sind alt, unsexy, mühsam, aber immer noch wirksam: genau hinsehen, statt die vorgegebene Erzählung zu schlucken. Nicht blind Autorität und „Experten“ glauben. Informationen prüfen und gegebenenfalls weiterverbreiten. Die eigene Wahrnehmung und die eigenen Lebensrealitäten ernst nehmen. Aushalten, wenn man angefeindet, ausgegrenzt oder lächerlich gemacht wird. Sicht- und hörbar bleiben, statt zu verstummen. Austausch und Gleichgesinnte suchen. Weitermachen, auch wenn der Erfolg nicht sofort sichtbar ist.
Druck von unten entsteht durch viele Einzelpersonen. Ohne Menschen, die standhalten, gibt es keine Gegenbewegung. Ohne Gegenbewegung bleiben Tabus und Übergriffe unwidersprochen und die Demokratie kann zu Grabe getragen werden.
Die Entfremdung zwischen Politik und Souverän, die Orientierung der Mächtigen an fremden Interessen, Globalismus und ideologischer Wahn, das besteht natürlich fort. Die Versuchung der Machthaber, den Bürger zu bevormunden und seine Freiheiten zugunsten persönlicher Ziele und Lobbyinteressen einzuschränken, ist nicht magisch verschwunden. Aber Corona dürfte so manchem doch gezeigt haben, dass die Menschen nicht völlig wehrlos sind.
Demokratie ist gewiss kein Geschenk selbsternannter Eliten. Ein Souverän muss sich auch als Souverän verhalten: wach und im Notfall widerstandsfähig. Dass viele Menschen das noch (oder wieder) lernen müssen, wurde in den Corona-Jahren überdeutlich. Aber die Jahre der Grundrechtseinschränkungen, der Ausgrenzung und der praktischen Geiselhaft haben Wachsamkeit und Mut zum Widerstand bei vielen Menschen gestärkt. Das darf man als Grund zur Zuversicht sehen: Politisch Verantwortliche mögen nicht einsichtiger oder demütiger geworden sein, aber einige Bürger könnten gelernt haben, sich nicht mehr so leicht verbiegen und brechen zu lassen. Entsprechend muss man auch nicht mit Angst in die Zukunft blicken.
