„Vergiftungstod aller AfDler“ angedroht: Polizei- und Feuerwehreinsatz bei AfD-Büro in Magdeburg

Symbolbild: KI

Ein heftiger Drohbrief mit weißem Pulver hat die AfD-Geschäftsstelle in Magdeburg in Alarmbereitschaft versetzt. Für den Fall eines Wahlsieges wurde allen AfDlern der Vergiftungstod angedroht. Polizei und Feuerwehr rückten mit Spezialkräften an. Der Vorfall fällt mitten in den Wahlkampf vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und wird von der Partei als Eskalation gewertet.

Nach Angaben der Polizei ging der Brief am Montag, 31. August, im AfD-Parteibüro in der Schönebecker Straße ein. Weil neben dem Schreiben eine zunächst unbekannte Substanz im Umschlag steckte, rückten neben der Polizei auch 14 Feuerwehrleute an, darunter ein ABC-Trupp mit speziellem Messfahrzeug. Die Abkürzung ABC steht für atomare, biologische und chemische Gefahren. Die Fachleute entnahmen eine Probe. Das Ergebnis war eindeutig: Eine Gefährdung konnte ausgeschlossen werden.

Die Polizei bestätigte den Eingang eines Drohschreibens, nannte den genauen Wortlaut jedoch nicht und auch nicht die betroffene Partei. Zur Farbe oder Art der Substanz machte sie ebenfalls keine Angaben.

Die AfD Sachsen-Anhalt erklärte, der Brief habe weißes Pulver enthalten und für den Fall eines Wahlsiegs bei der bevorstehenden Landtagswahl den „Vergiftungstod ‚aller AfDler‘“ angekündigt. Bereits in den vergangenen Wochen habe es massive Drohungen gegen AfD-Vertreter und ihre Familienangehörigen sowie Angriffe auf AfD-Wahlkämpfer gegeben.

Der Vorsitzende der AfD Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, äußerte sich in der Mitteilung der Partei zu dem Vorfall. „Gestern mussten wegen eines fingierten Giftanschlags in unserer Landesgeschäftsstelle Gefahrenstoffspezialisten der Feuerwehr und Polizeikräfte ausrücken. Dies ist ein weiterer Schritt der Eskalation. Vor einigen Wochen waren Vertreter unserer Partei anonym und in höhnisch-hasserfüllter Sprache beschimpft und ihnen u. a. angezeigt worden, dass die Schulörtlichkeiten ihrer Kinder bekannt seien.“

Als Auslöser der Drohungen und Angriffe sieht Reichardt „die jahrelange Dämonisierung unserer AfD durch Altparteien und Medien“, die nun „ihre giftigen Früchte“ zeigt. Auf einer Wahlkampfveranstaltung sprach er von einer Morddrohung. „Wir beugen uns niemals eurem linken Terror“, betonte er.

Wer den Brief verfasst und abgeschickt hat, ist bislang unklar. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen und dem Absender. Der Vorfall fiel in die heiße Phase vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dort wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt.

Ähnliche Vorfälle mit verdächtigen Substanzen und Drohbriefen gegen AfD-Büros oder Politiker hat es in der Vergangenheit bereits an anderen Orten gegeben. In den bisher bekannten Fällen stellte sich die Substanz jeweils als ungefährlich heraus. Bei Angriffen und Drohungen gegen die AfD kommen die Täter nach den vorliegenden Statistiken häufig – zu rund 60 Prozent – aus dem linken bzw. linksextremen Bereich.

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