Verheerende militärische Lageeinschätzung: Ukrainische 40-Tage-Offensive endet im Desaster

Symbolbild: KI

Anfang August ging die von Wolodymyr Selenskyj ausgerufene 40-tägige Militäroperation zu Ende. Es handelte sich dabei ohnehin vor allem um eine PR-Kampagne für die westlichen Geldgeber. Nun werden die Ergebnisse sichtbar: unnötig viele geopferte Soldaten, Erschöpfung militärischer Kapazitäten und Gebietsverluste wie schon lange nicht mehr.

Die Ukraine verfügt nicht mehr über Patriot-Raketenabwehrsysteme, um russische ballistische Raketenangriffe abzuwehren. Führende ukrainische Analystenkanäle prognostizieren, dass Russland die Herstellung ballistischer Raketen bald von 70 auf über 150 pro Monat steigern wird.

Das wird für die ukrainische Armee und die ukrainische Infrastruktur vermutlich schwere Folgen haben. Denn es besteht gegenwärtig keine Hoffnung, das Patriot-Problem zu lösen, da kein anderes verfügbares System außer dem Patriot die russischen Iskander-Raketen bekämpfen kann.

Gescheiterte Offensive

Die ukrainische Führung und auch die Bevölkerung wissen das. Wohl deshalb hat Selenskyj am 3. August, nach dem Scheitern seiner 40-tägigen Operation, Russland um einen neuen Waffenstillstand gebeten.

Während der Offensive im Juli jubelte die ukrainische PR-Maschinerie und ihre westlichen Sprachrohre über angebliche „Erfolge“ auf dem Schlachtfeld. Dabei war jedes Vorrücken der Ukrainer oder das Zurückdrängen russischer Truppen durch die Ukraine in der Regel nur von kurzer Dauer. Dabei verbrauchte die Ukraine einen Großteil ihrer angesparten Ressourcen und Reserven, was dann stets negative Folgen hat, sobald das PR-Fenster geschlossen ist.

Das jedenfalls ist die Einschätzung vieler ernsthafter Analysten (jenseits der Propagandisten im westlichen Mainstream). Selenskyj habe strategisch alle seine personellen und materiellen Reserven für die 40-tägige PR-Operation eingesetzt, um eine Art Initiative für eine „siegreiche“ Ukraine vorzutäuschen und so Druck auf Putin auszuüben, damit dieser einen Waffenstillstand und Verhandlungen erzwingen könne. Doch nun, da dies gescheitert ist, erlebt die Ukraine einen rasanten Zusammenbruch der Frontlinie, und russische Truppen rücken schneller vor als seit langem.

So schreibt Mark Ames: Möglicherweise erfahren wir bald, dass Selenskyj in der ersten Hälfte des Jahres 2026 ein nicht tragbares Maß an ukrainischem Personal verbraucht hat, um seine PR-Kampagne ‚Die Ukraine wendet das Blatt‘ zu starten und Trump bis zum NATO-Gipfel im Juli für sich zu gewinnen. Und nun werden die Folgen sichtbar.“

Offene Worte eines proukrainischen Analysten

Und ein proukrainischer Account kommt zu dieser Einschätzung: In den letzten Wochen habe sich die Lage für die Ukraine an der Front in einem Ausmaß verschlechtert, wie es seit Anfang 2025 nicht mehr der Fall war.

Im Nordosten der Oblast Charkiw habe Russland zwei lokale Durchbrüche erzielt; dabei drohe ein Gebiet von mehr als 360 km², das unter ukrainischer Kontrolle steht, eingekesselt zu werden.

In Richtung Dobropillja sei eine der stärksten ukrainischen Festungen, die über ein Jahr lang gehalten hatte, durchbrochen worden; russische Streitkräfte überfluteten nun die ukrainischen Stellungen im städtischen Ballungsraum zwischen Pokrowsk und Dobropillja.

In Richtung Kramatorsk/Slowjansk konnte die Ukraine den russischen Vormarsch nicht verlangsamen; Russland ist bis auf 4,7 km an beide Städte herangerückt und stehe kurz davor, den entscheidenden taktischen Höhenzug östlich dieser letzten beiden Städte im Donbas vollständig einzunehmen.

In Richtung Kostjantyniwka habe Russland nach 840 Tagen Kampfhandlungen Tschassiw Jar eingenommen und stehe kurz vor der vollständigen Eroberung von Kostjantyniwka. Der Frontvorsprung westlich von Tschassiw Jar breche angesichts des ukrainischen Rückzugs zusehends zusammen.

In Richtung Druschkiwka gelinge Russland ein lokaler Durchbruch von bis zu 6 km Tiefe; dabei wurden drei Dörfer eingenommen und in drei weitere eingedrungen. Die russischen Truppen seien bis auf 5,1 km an Druschkiwka herangerückt und bedrohen den ukrainischen Frontvorsprung westlich von Kostjantyniwka mit einer Einkesselung.

In Richtung Omelnyk habe Russland nach mehr als sieben Monaten Kampfhandlungen schließlich die ukrainische Festung Salisnytschne eingenommen und erzielt westlich des Flusses Haitschur neue Geländegewinne in Richtung Wosdwyschiwka.

In Richtung Stepnohirsk habe Russland die ukrainischen Gegenangriffe gestoppt und begonnen, zuvor verlorenes Gebiet zurückzuerobern; dabei rückten die Truppen nordöstlich von Kamjanske und nördlich von Mali Schtscherbaky vor.

In Richtung Kupjansk schrumpfe der entscheidende ukrainische Brückenkopf östlich des Flusses Oskil von Tag zu Tag weiter, während die russischen Streitkräfte ihre Kontrollzone im Gebiet um Nowosynowe, Kiwschariwka, Pischtschane, Petropawliwka und Kupjansk selbst ausweiten.

Die Ukraine verliere enorm wichtige Verteidigungsstellungen, die für die künftige Aufrechterhaltung der Frontlinie unerlässlich sind – insbesondere die Gebiete südlich von Dobropillja, die eigentlich nicht so schnell hätten fallen dürfen. Dennoch scheine man entschlossen, die eigenen Angriffsverbände auf Gegenangriffe nördlich von Lyman, westlich von Komar und südlich von Nowopawliwka zu konzentrieren; der strategische Nutzen dieser Unternehmungen sei – angesichts der hohen Verluste – bestenfalls fragwürdig.

Der neue ukrainische Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj habe eine Lage übernommen, die sich von Tag zu Tag verschlechtere, und werde schwerwiegende sowie schwierige Entscheidungen treffen müssen, um zu versuchen, die Situation gegen Ende des Sommers zu stabilisieren.

Russische Gebietsgewinne

Zum Ausmaß der russischen Gebietsgewinne in Juli gibt es unterschiedliche Angaben. „Lost Armour“ notiert die größten seit fast zwei Jahren:

„Russland verzeichnete im Juli 2026 den größten Vorstoß seit Oktober 2024. Die Ergebnisse auf der Karte zeigen: den größten Vorstoß seit Oktober 2024 – über 728 km² befreites Gebiet. Im Juli 2026 befreiten die russischen Streitkräfte im Rahmen der Militäroperation mehr als 728 km² Gebiet. Dies ist der höchste monatliche Wert seit Oktober 2024.“

Andere russische Quellen, wie beispielsweise der bekannte Kartograf Creamy Caprice, setzen die Juli-Zugewinne niedriger angeben. In jedem Fall ist deutlich zu erkennen, dass die russischen Vorstöße an allen Fronten massiv zugenommen haben – von der Region Charkow-Sumy im Norden über Kupjansk und den Ballungsraum Slawjansk-Kramatorsk bis hin zu den Grenzgebieten Saporischschja-Dnipro-Donezk.

Odessa abgeriegelt

Gleichzeitig hat sich die Lage für die Ukraine verschlimmert, da Russland die Häfen von Odessa blockiert und die Ukraine vollständig vom Meer abgeschnitten hat. Dabei geht es offenbar auch darum, der Ukraine, die eine Blockade der Krim versuchte, zu zeigen, dass das einen Preis hat.

Ein westlicher Journalist, der in der Region Odessa war, berichtet:

„Ich bin gerade aus Odessa zurückgekehrt, wo eine beispiellose Luftoffensive Russlands die ukrainischen Schwarzmeerhäfen vollständig blockiert hat – eine Situation, die ein wirtschaftliches Desaster heraufbeschwört, das von den internationalen Medien derzeit offenbar unterschätzt wird.

Die Stadt bietet ein paradoxes Bild: Russische Drohnen und Raketen überfliegen Strände voller Sonnenbadender – oder schwenken entlang der Küste ab –, während Tausende von Smartphones auf sie gerichtet sind.

Moskau hat ein System etabliert, um Schiffe ins Visier zu nehmen, die sich den Häfen nähern – unabhängig von ihrer Nationalität. Die Streitkräfte attackieren nun gezielt die Zufahrten zu den drei großen ukrainischen Häfen: Odessa, Tschornomorsk und Piwdennyj.

Für die ukrainischen Landwirte ist dies eine Katastrophe. Da die Blockade mit dem Höhepunkt der Erntesaison zusammenfällt, sind die Lagerhäuser überfüllt, und die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse im Inland sind drastisch gefallen. Angesichts der in wenigen Tagen beginnenden Sonnenblumenernte droht sich die Lage weiter zuzuspitzen.“

Neuer russischer Marschflugkörper

Eine wichtige Rolle bei der Blockade der ukrainischen Häfen spielt offenbar Russlands neuester kostengünstiger Marschflugkörper, den manche als Raketen-Drohne bezeichnen: die S8000 Banderol.

Ukrainische Stellen haben festgestellt, dass 80 % der Angriffe auf die Häfen des Großraums Odessa – einschließlich der benachbarten Häfen Tschornomorsk und Piwden – mit Banderol-Raketen verübt wurden. Der 150 Kilogramm schwere Sprengkopf dieser Rakete ist größer als der der Shahed-Raketen, und sie fliegen mit Geschwindigkeiten, die für die neuesten ukrainischen Abfangdrohnen zu hoch sind.

Die Rakete kann auch von Bodenplattformen aus gestartet werden. Der eigentliche Durchbruch liegt jedoch in ihrem Einsatz durch die russische schwere Drohne Orion oder Inokhodets, wodurch Russland Einheiten in die Nähe von Odessa bringen kann, ohne wertvolle Piloten und S-34-Flugzeuge zu riskieren.

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